Schach in der WAZ

29.09.2005 – In der gestrigen Ausgabe der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) erschien ein Beitrag von Gerd Niewerth zur beginnenden Weltmeisterschaft in San Luis. "San Luis ist ganz klar das wichtigste Schachturnier seit Jahrzehnten", wird der Berliner Großmeister und "Schach"-Redakteur Raj Tischbierek zitiert. Carsten Hensel, Manager von Kramnik denkt schon an die Zukunft und an die von allen Schachfans herbei gesehntE Wiedervereinigung: "Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, wird das Match schon in der zweiten Hälfte 2006 steigen." Zur WAZ...Meilenstein in San Luis...

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Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung:

Meilenstein San Luis
Von Gerd Niewerth

Essen. Millionen Schachspieler in aller Welt schauen gebannt nach San Luis. In der argentinischen Provinzhauptstadt beginnt an diesem Mittwoch das Weltmeisterschafts-Turnier, das als Meilenstein in die Geschichte des Schachsports eingehen könnte. "San Luis ist ganz klar das wichtigste Schachturnier seit Jahrzehnten", urteilt Raj Tischbierek, Chefredakteur des renommierten Magazins "Schach".

Der Berliner Großmeister, der für Kreuzberg in der Bundesliga spielt, geht davon aus, dass der mit einer Million US-Dollar dotierte Wettkampf die Weichen für die lang ersehnte Wiedervereinigung der Schachwelt stellen wird. Seitdem der geniale russische Schachweltmeister Garri Kasparow dem Weltverband "Fide" vor zwölf Jahren den Rücken kehrte, herrschen in der Welt des Spitzenschachs ähnlich chaotische Zustände wie im Boxsport. Zurzeit gibt es neben Wladimir Kramnik (Russland), dem Weltmeister im klassischen Schach, noch Fide-Weltmeister Rustam Kasimdschanow (Usbekistan), der allerdings auf Platz 34 der Weltrangliste abgerutscht ist.

Das besondere an dem argentinischen Turnier ist die exquisite Besetzung des achtköpfigen Feldes. Es garantiert, dass der Sieger als unumstrittener Kramnik-Herausforderer anzutreten vermag. Als Top-Favoriten gelten der Inder Vishy Anand (36) und der Bulgare Weselin Topalow (30), die gemeinsam die Weltrangliste anführen. Chancenreicher Außenseiter ist der Ranglistendritte Peter Leko (26) aus Ungarn, der Schachspielern im Ruhrgebiet als Doppelsieger von Dortmund (1999/2000) ein Begriff ist. Ebenso spannend ist die Frage, wie die einzige Frau abschneiden wird. Die Ungarin Judith Polgár (29) gehört zu den Top 10 und ist deshalb in der Männerdomäne Schach eine Ausnahmeerscheinung.

"Sie ist eine Killerin, die das Matt zwanzig Züge im voraus riecht", rühmt der englische Großmeister Nigel Short ihre kombinatorischen Finessen. Kein Wunder, dass Polgár sowohl Garri Kasparow als auch Wladimir Kramnik bezwang. Weitere Teilnehmer des Super-Turniers sind Rustam Kasimdschwanow, Michael Adams (Großbritannien), Peter Swidler (Russland) und Alexander Morosewitsch (Russland).

Sobald der Sieger am 15. Oktober feststeht, können aus Sicht von Kramnik-Manager Carsten Hensel (Dortmund) schon die Verhandlungen für das Vereinigungs-Finale um die Krone im Schachsport beginnen. "Kramnik hat mehrfach bestätigt, dass er gegen den Sieger von San Luis antreten wird", betont Hensel. "Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, wird das Match schon in der zweiten Hälfte 2006 steigen." Dann muss der Ranglistenfünfte Kramnik zeigen, was sein WM-Titel tatsächlich Wert ist. Denn nur mit viel Glück verteidigte er im letzten Jahr in Brissago den Titel gegen Leko. "Kramniks Sieg gegen Kasparow war historisch, aber das ist fünf Jahre her", sagt Raj Tischbierek. "Seitdem vermisse ich bei Kramnik Top-Ergebnisse in Top-Turnieren".

 



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