Schach mit Kasparov

27.06.2008 – Im Laufe seiner gesamten Schachkarriere hat Garry Kasparov geholfen, Schach populär zu machen. Durch seinen attraktiven Spielstil, durch seine charismatische Persönlichkeit und durch zahllose Initiativen und Projekte. Auch nach seinem Rückzug vom aktiven Schach fördert Kasparov, den viele für den größten Schachspieler aller Zeiten halten, das Spiel weiterhin. Durch Bücher, durch DVDs, aber auch durch Lehrgänge mit talentierten Jugendlichen. Ein solcher Lehrgang fand vor Kurzem in New York statt. Einige der besten amerikanischen Jugendlichen erlebten einen ganz und gar entspannten Kasparov - und lernten eine Menge. Aviv Friedman weiß mehr.Kasparov-DVDs im ChessBase-Shop kaufen...Zum Bericht...

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Kasparovs Meisterklasse
Von Aviv Friedman

Nein, keine feindliche Übernahme und auch kein Kinderstreich. Alle Teilnehmer waren zu einem Kurs mit niemand anderem als dem Ex-Weltmeister und (immer) noch führenden der Elo-Liste, eingeladen: Garry Kasparov.


Garry Kasparov schaut sich die Partien seiner Schüler an

Seit vier Jahren geben die Kasparov Chess Foundation und deren Präsident Michael Khodarkovsky einigen der besten amerikanischen Jugendspieler schon diese einzigartige Gelegenheit, den Meister zu treffen und von ihm zu lernen. Das Format ähnelt dem der Botvinnik-Schule, in der die Schüler mit dem Großmeister zusammensitzen, um sich Partien anzuschauen, Ideen auszutauschen und Schacheinfälle zu sammeln. Jeder Schüler und jede Schülerin brachte vier seiner bzw. ihrer Partien und Kasparov ging diese Partien vor der ganzen Klasse durch. Was auf dem Computer des Meisters vor sich ging, wurde auf eine große Leinwand übertragen, während die Kids auch kleinere Monitore hatten, auf denen sie das Geschehen verfolgen konnten.

Der Lehrgang erstreckte sich über zwei ganze Tage - von morgens zehn bis nachmittags um fünf, unterbrochen durch eine Mittagspause. Und es gab jede Menge Material, aus dem man Gewinn ziehen konnte.


Die Partien werden analysiert

Die Stimmung war ein wichtiges Element für den Erfolg des Programms. Ich kann mir vorstellen, dass viele Journalisten, Spitzenspieler und andere Personen aus der Schachwelt mit offenem Mund dastehen und sich die Augen reiben würden, hätten sie es selbst gesehen! Alle kennen Garry nur, wenn er unter genauer Beobachtung und im Wettkampf gegen Mensch oder Maschine oder in Spitzenturnieren unter enormem Druck steht. Und hier? Locker gekleidet und entspannt tauschte er sich mit den Jugendlichen auf Augenhöhe aus.


Die Schüler genießen den Austausch mit dem größten Schachspieler aller Zeiten

Sein Unterrichtsstil ist beneidenswert: er verbindet enormes Wissen, unerreichtes Verständnis, Erfahrung (und Gedächtnis!) mit einem gesunden Schuss Humor und Null Ego. Und schließlich sollte man bedenken: Man hat nicht jeden Tag die Gelegenheit, so intensiv Zeit mit einer Legende seines Hobbys zu verbringen - geschweige denn so persönlich und nah wie bei diesem Lehrgang.



Zu den Jugendlichen gehörten unter anderem der jüngste IM der USA, Ray Robson, Daniel Naroditsky, Goldmedaillengewinner und amtierender Weltmeister U-12 sowie Alisa Melekhina, Spitzenspielerin U-18, die bei ihrem ersten Rundenturnier gleich drei Normen erzielt hat (WIM, WGM und IM). Sie waren dankbar und freuten sich, hier dabei sein zu können.


Flugstunden in der Pause


Es muss nicht immer geistiges Kräftemessen sein

Gefragt, was sie von dem Lehrgang mitgenommen haben, zeigten die meisten vor allem Bewunderung für Garry methodisches und ernsthaftes Herangehen an jede Phase der Partie. Eröffnungsvorbereitung, tiefe und umfassende Kenntnis von Musterpartien in allen Strukturen, Variantenberechnung und vor allem eine unablässig richtige Stellungseinschätzung. Alle Teilnehmer erkannten, dass egal wie begabt man ist, harte Arbeit folgen muss, wenn man sich verbessern will. Besonders deutlich wurde das einmal in dem Moment, als der Meister bei einer langen Variante in der Analyse wieder einmal ein bisschen weiter als seine Schüler sah und eines der Jungen murmelte: "Wie sehen Sie diese Dinge nur so schnell?!" Als das Lachen verebbt war, meinte ein lächelnder Kasparov einfach: "Instinkt."


Zwischen den Trainingseinheiten signierte Kasparov gut gelaunt Bücher, die die Kids mitgebracht hatten, genau wie Photos, die deren Eltern vom Lehrgang gemacht hatten. Kein Wunder, dass alle glücklich und inspiriert nach Hause gingen!


Fototermin mit den Kids: Andrew Ng, Alex Ostrovskiy, Alena Kats, der Meister, Victor Shen, Warren Harper, Ray Robson

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