Schach und mehr: Vishy Anand als Konferenzredner

02.07.2012 – Wer eine Sache gut kann, muss nicht unbedingt wissen, warum er sie gut kann. So kommen viele Großmeister, die man fragt, warum sie einen bestimmten Zug gespielt haben, über Antworten wie "der Springer steht da einfach gut" oder "in diesen Stellungen gehört der Läufer nach g7" nicht hinaus. Dass Weltmeister Vishy Anand weiß, was er tut und warum er es tut, zeigte er Mitte Juni in Madrid bei einer von der Consultingfirma Accenture plc organisierten Konferenz zum Thema "Analyse". In einem mit Informationen vollgepackten Vortrag sprach Anand über seine Trainingsmethoden und seine Strategien die Informationsflut der heutigen Zeit produktiv zu kanalisieren. Außerdem verriet er, wie er sich auf seine WM-Kämpfe vorbereitet hat und wie wichtig Emotionen für ihn sind.Webseite accenture.com (englisch)..., Webseite accenture.de...Zum Vortrag...

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Schach, Expertenwissen und wie Computer die Kunst der Analyse verändern
Vishy Anands Vortrag bei der Accenture-Konferenz "Return on Analytics"




Accenture plc ist die größte Consulting-Firma der Welt, die fast alle wirklich großen Firmen und Unternehmen der Welt berät. Mitte Juni organisierte Accenture unter dem Titel "Return on Analytics" in der spanischen Hauptstadt Madrid eine Konferenz zum Thema analytische Intelligenz. Einer der Gastredner war Weltmeister Vishy Anand.


Anands Vortrag wurde gefilmt und bei youtube der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Anand beginnt seinen ca. 45-minütigen Vortrag mit einer Anekdote, die zeigt, wie tolerant Ehefrauen von Spitzenspielern sein müssen. Danach wird es ernst, doch mindestens genauso fesseld und interessant. Anand spricht über Gedächtnis und die Aneignung von Wissen, über Talent und Intuition und er erzählt, wie er früher Schach gelernt hat und wie die immer leistungsstärkeren Computer und Schachprogramme das Lernen und die analytischen Fähigkeiten von Schachspielern verändert haben.

Während Anand generell über Expertenwissen spricht, so schildert er doch detailliert, wie er sich auf seine Wettkämpfe vorbereitet hat, wie er mit dem Phänomen umgeht, dass Computer und Internet schachliches Wissen leichter zugänglich gemacht haben und welche Strategien er entwickelt hat, um die Flut an Informationen zu verarbeiten, die Computer bereit stellen.

Immer wieder verrät er dabei Einzelheiten über seine WM-Vorbereitung gegen Kramnik, Topalov und Gelfand.

Im letzten Teil des Vortrags widmet sich Anand der Rolle, die Emotionen beim Schach spielen, welchen Einfluss sie auf Gedächtnis und Motivation haben, und wie wichtig es ist, sie trotz des technologischen Fortschritts zu beachten und zu nutzen.

Herausgekommen ist so ein für Schach- und Nichtschachspieler hoch interessanter Vortrag über Gedächtnis, Lernen, Analyse, Motivation, Expertenwissen und Emotion.


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