Schach-WM: Partie 8 bringt Nepo die zweite Niederlage

von Klaus Besenthal
05.12.2021 – Beim Weltmeisterschaftskampf in Dubai hat Magnus Carlsen am Sonntag die 8. Partie gewonnen und seine Führung damit auf 5:3 ausgebaut. Es trifft die Sache aber vielleicht besser, wenn man feststellt, dass diese Partie vor allem von Ian Nepomniachtchi verloren wurde, der im 21. Zug zunächst einen Bauern einstellte, bevor er sich dann schnell in einem vollkommen hoffnungslosen Damenendspiel wiederfand. Am Montag folgt ein Ruhetag; am Dienstag geht es mit der 9. Partie weiter. Im Beitrag finden Sie die Analyse der 8. Partie von GM Karsten Müller. | Fotos: FIDE / Eric Rosen

ChessBase 16 - Megapaket Edition 2022 ChessBase 16 - Megapaket Edition 2022

Dein Schlüssel zu frischen Ideen, präzisen Analysen und zielgenauem Training! ChessBase ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Jetzt mit den neuen Datenbanken Mega 2022 und der Fernschachdatenbank Corr2022! Außerdem neu im Megapaket: 1 Gutschein für ein Profi-Powerbook Ihrer Wahl + 250 ChessBase-Dukaten!

Mehr...

FIDE-Weltmeisterschaft, Partie 8

In der 8. Partie ergab sich aus einer Russischen Verteidigung schnell eine symmetrische Struktur, wie man sie auch von der Französischen Abtauschvariante kennt. Nepo unternahm mit seinem h7-h5 im 9. Zug einen Angriffsversuch, für den er sogar auf die Rochade verzichtete. Carlsen konterte schließlich im 20. Zug mit dem Angriff auf das Zentrum c2-c4 - und gewann, nach Nepos Übersehen, einen Bauern am Damenflügel. Davon erholte sich der Herausforderer in der Folge nicht mehr.

Die 8. Partie in der Analyse von GM Dr. Karsten Müller:

 

A World champion's guide to the Petroff

The great popularity of the Petroff Defence at the highest level has attracted general attention lately. Many strong players employ this opening with great success and with both colours. Unfortunately, the opinion of the Petroff Defence as a sterile drawish opening seems to be firmly implanted in many minds. The author tries to dispel these myths and presents his understanding of the matter. He examines the most popular lines and provides a large number of ideas that will enable you to play Petroff successfully, with either colour.

Mehr...

Videoanalyse von IM Harald Schneider-Zinner:

Videoanalyse von Georgios "The Big Greek" Souleidis:

Magnus Carlsen scheint mit Ian Nepomniachtchi weniger Probleme zu haben als 2016 mit Sergey Karjakin und 2018 mit Fabiano Caruana

Endspiele von Fischer bis Carlsen

Lassen Sie sich vom Endspielexperten Dr. Karsten Müller die Finessen der Weltmeister präsentieren und erklären.

Mehr...

Werden wir dieses Bild noch über die volle Distanz von 14 Partien zu sehen bekommen? Sollte ein Spieler vorzeitig 7,5 Punkte erreichen, wäre das Match sofort beendet.

Stand

 

Partien

 

Turnierseite der FIDE


Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren

Sergej Sergienko Sergej Sergienko 08.12.2021 08:03
"...Der klassische Weltmeister wird in einem Match zwischen Herausforderer und Weltmeister ermittelt und ich finde das gut so..." Das ist eine hundertjährige Tradition, die ihre Berechtigung hat. Einem Schachweltmeister steht zu, auf einen Gegner zu warten, um seinen Thron zu verteidigen. Oder er wird gestürzt. Das ziehe enorme Aufmerksamkeit auf sich und lasse gutes Preisgeld finden. So urteilte der GM Sergej Schipov am Ende der Diskussion und fügte hinzu, dass das WM Finale die nächsten 10-20 Jahre genauso weiter gestaltet wird. Ich persönlich habe auch nichts dagegen. Gerade die Qualifikation zum Kandidatenturnier ist extrem spannend. Mit dem World Cup gibt es einen Haufen von Matches, die manche Couchexperten sich wünschen, aber komischerweise nicht entdecken, obwohl sie da sind. In einer Serie Gran Prix spielt die Weltelite unter sich und in einem Gran Swiss können selbst die Amateurschachspieler es versuchen. Demokratie pur. Wenn ein würdiger Herausforderer nicht in der Lage ist auf diesen Wegen die Quali zum Kandidatenturnier zu schaffen, dann verstehe ich nicht, warum er ein würdiger oder bester Herausforderer sein muss, den Sturmaske so herbeisehnt, ihn aber nicht bennenen will.
Sergej Sergienko Sergej Sergienko 08.12.2021 07:52
@schachkwak, "...Ich möchte trotzdem das russisch-spezifische aus meiner Aussage zurücknehmen. Das muss nicht sein..."

Auf eine Frage aus dem vorherigen Kommentar wollte ich selbst fragen, wo aus meiner Nachricht herausgelesen werden kann, dass die Russen den WM Modus zum WM Turnier ändern wollen, um den eigenen Herausforderer zu bevorteilen. Gerade das Gegenteil wäre eingetreten, was in der Diskussion beim Sergej Schipov festgestellt wurde. Magnus Carlsen sei der größte Favorit in jedem Rundenturnier. Es ging ausschließlich darum, wie nach den letzten WM Finalen überall zu hören war, wie die Remisseuche werden könnte. In einem WM Turnier müsste der Gewinner mehr Partien für sich entscheiden, als die anderen.

In einer Berichtserstattung über 7-8 Stunden müssen die Kommentatoren und Gäste die Zeit irgendwie füllen, von daher sei es ihnen gestattet, über die Schachthemen zu reden, die das Schachvolk interessiert. Gibt es nicht gerade ständig neue Vorschläge auch hierzulande, den aktuellen WM Modus zu ändern? Da habe ich eine Meinung dazu aus den Fachkreisen geliefert und prompt gibt es eine Unterstellung, die aus der Luft gegriffen ist, da ohne jegliche Beweisführung. Aber ich gehe davon aus, dass du das selbst eingesehen hast. Das ist respektwürdig.

"...Ein Rundenturnier kann manipuliert werden...." Ja, und die Invasoren aus dem All können die Erde angreifen. Oder es kommt ein Meteorit vorbei und zerstört sie. Das ist alles wahrscheinlich, das möchte ich gar nicht abstreiten. Ich habe dazu keine Lust und keine Zeit.
schachkwak schachkwak 07.12.2021 05:08
Ich möchte trotzdem das russisch-spezifische aus meiner Aussage zurücknehmen. Das muss nicht sein.

Meine Aussage bleibt aber - der Weltmeister wird meiner Meinung nach in einem Zweikampf ermittelt. Wie der auszusehen hat, kann aber - wie schon häufig geschehen - auch verändert werden.
schachkwak schachkwak 06.12.2021 11:20
@Sergej Sergienko
Du zitierst den russischen Kommentator selbst und willst davon jetzt nichts mehr wissen? Was hier irgendwelche Patzer schreiben, ist irrelevant. Aber ansonsten danke, dass du mich auf den Weltcup hingewisen hast. Ich habe nicht immer parat, was alles gerade noch aktuell ist.

Trotzdem - warum möchtest du eine Weltmeisterschaft im gleichen Modus wie im Weltcup. Das gab es doch schon mal. Es führte zu einem weiteren Verband und man unterschied zwischen klassischem und Fide-Weltmeister.

Ein Rundenturnier kann manipuliert werden. Deshalb wurde ja der Modus in den Interzonals und dem Kanditenturnieren geändert, damit auch ein Bobby Fischer oder ein Bent Larsen Herausforderer werden konnte.

Noch schlimmer wäre, wenn das Weltmeisterschaftsturnier selbst ein Rundenturnier wäre. Und nicht ganz so schlimm, aber ziemlich zufällig wäre ein KO-Turnier. Der klassische Weltmeister wird in einem Match zwischen Herausforderer und Weltmeister ermittelt und ich finde das gut so. Wenn die Fide auf andere Ideen kommt, kann es durchaus sein, dass es bald mal wieder etwas wie die PCA gibt. Und dann würde man wieder einen Weltmeister den klassischen nennen und einen den Fide-Weltmeister.
Sergej Sergienko Sergej Sergienko 06.12.2021 05:43
@schachkwak, "...Aber nur, weil die Russen gerade an Carlsen nicht vorbeikommen jetzt den Modus ändern?..."

Es hört sich so an, dass die Russen gerade den Modus gern wechseln würden, um mit ihrem Herausforderer an Carlsen vorbei zu kommen? Wenn ich die Kommentare auf dieser Webseite lese, gibt es viele Vorschläge zur Änderung des WM Modus gerade mal von den deutschsprachigen Usern und nicht von den Russen. Gerade für einen "schwächeren" Herausforderer, unabhängig von seiner Herkunft (Carlsen ist gegen jeden Herausforderer favorisiert) ist es viel wahrscheinlicher sich in einem Match gegen den Weltmeister durchzusetzen, anstatt in einem WM Turnier zu gewinnen. Wenn viele Schachfreunde hierzulande sich den anderen WM Modus wünschen, dann nicht gerade, weil sie jetzt damit den Herausforderer aus Russland bevorzugen, nicht wahr?
Sergej Sergienko Sergej Sergienko 06.12.2021 05:26
@schachkwak, "...Wenn ihr noch einen anderen Zyklus wollt - eventuell einen Turnier-Weltmeister - dann spricht doch nichts dagegen, diesen Titel auch auszuspielen. Im Fußball gibt es auch Pokal und Meister...."

Ich wage zu behaupten, dass es mit dem World Cup bereits ein Weltpokal wie im Fußball bereits seit 2000 existiert. Und der Titel des Weltpokalsiegers wird alle zwei Jahre vergeben. Diesen Titel hat Magnus Carlsen noch nie errungen. Dieses Turnier gehört zu Recht zum WM Zyklus. Bis ins Finale schafften nur die absoluten Weltspitzenspieler, an deren Tauglichkeit für ein WM Finale kein Zweifel bestehen kann. Dieses Format ist eines der spannendsten Schachturniere überhaupt.
Sergej Sergienko Sergej Sergienko 06.12.2021 05:11
@Vandenberg, "...Aus dem einfachen Grund er nimmt damit jegliche Hoffnung für Schwarz erfolgreich auf Königsangriff zu spielen, was ja eigentlich die Intention von h5 gewesen ist..."

So einfach war das wirklich nicht. Nepo wollte ursprünglich wahrscheinlich die kurze Rochade spielen, wonach aber Dh5 gekommen wäre, wonach ein Doppelangriff gegen h7 und e5 nur mit f5 zu verhindern war, was jedoch die schwarze Königsstellung erheblich schwächt. h5 war ein Zug, um nicht gerade den Königsangriff zu starten, sondern um Dh5 zu verhindern. Das konnte auch nicht eine Computervorbereitung gewesen sein. Ein Zug anscheinend aus der Not heraus, der übrigens den Weltmeister 40 Minuten nachdenken ließ. Den Hintergrund dieses Zuges erklärte Anish Giri in seiner Partieanalyse auf dieser Webseite. Während der Partie habe ich genau diese Intention vom GM Schipov in seinen Livekommentaren erklärt bekommen.
Quaoar Quaoar 06.12.2021 02:17
Nepo ist klar der berechtigte Herausforderer. Er hat sich gegen die stärkste Gegnerschaft im Kandidatenturnier durchgesetzt. Und man darf nicht vergessen: zu diesem Kandidatenturnier musste man sich erst einmal auf verschiedene Art und Weise, jedoch immer gegen stärkste Konkurrenz qualifizieren.

Das Nepo jetzt nicht wie Karjakin und Caruana den Wettkampf ausgeglichen halten kann sondern mit zwei Punkten zurückliegt, liegt nach meiner bescheidenen Patzer-Meinung daran, dass er in jeder Partie die Entscheidung sucht und die Partien auf Gewinn anlegt. Jedenfalls weisen die Kommentatoren, die es beurteilen können (Daniel King, the Big Greek, Huschenbeth, ...), immer wieder darauf hin, dass Nepo statt des "sicheren" Zuges, der zu Abtausch und einer remislichen Stellung geführt hätte, ausgewichen wäre und einen unternehmenslustigeren, aber eben oft auch zweischneidigeren, risikoreicheren Zug gewählt hätte.

Eine weitere Erklärung für den jetzigen Spielstand scheint mir zu sein, dass das Carlsen-Team die glücklichere Hand bei der Vorbereitung des Matches hatte - soweit man dies nach 8 Partien sagen kann.

Auf jeden Fall sind die Partien aber höchst interessant und unterhaltsam. Und das ist vor allem Nepos Verdienst, weil er, wie dargelegt, etwas riskiert und in jeder Partie die Entscheidung sucht. Das kann eben auch nach hinten losgehen. ;-)

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Ergibt sich Nepo in sein Schicksal und versucht nur, nicht noch höher zu verlieren, oder geht er weiterhin, womöglich gar höheres Risiko, in der Hoffnung, dass es belohnt wird und er das Blatt noch wenden kann? Natürlich bestünde dann die Gefahr, dass er sich weitere Niederlagen einfangen würde und das Endergebnis desaströs aussähe. Aber was hat er zu verlieren? -- Ersteres wäre für das Publikum enttäuschend, weil es zu langweiligem Remisgeschiebe führen würde. Letzteres würde uns weitere unterhaltsame Partien schenken.
Vandenberg Vandenberg 06.12.2021 11:43
Aber nichtsdestotrotz ist ein Remis nicht gleich ein Remis. Ein Remis kann umkämpft sein oder es kann die ganze Partie in ruhigem Fahrwasser vor sich hingeplätschert haben. In diesem Fall wäre es tatsächlich eine Enttäuschung. Ich möchte behaupten, dass zumindest Partie 7 so ein mehr oder weniger lahmes Remis gewesen ist.

Unterm Strich kann allerdings eine Kritik keine Kritik sein, die von offensichtlich verblödeten Funktionären in Umlauf gebracht wird. Noch kann eine Widerlegung solch künstlicher Kritiken durch ebenfalls gestellte Widerlegungen erbracht werden. Diese Truman-Show-Verarsche, die das Internet in Wirklichkeit darstellt, tangiert mich nicht mal peripher. Bzw. I don't even care remotely.
Vandenberg Vandenberg 06.12.2021 11:43
Ich glaube das eigentliche Problem einer gewissen Fehleinschätzung der Qualität der Züge der Spieler ist die Tatsache, dass die Amateure oder Hobbyspieler der Einschätzung der Engines blind vertrauen. Die Bewertung von Chessbaseprodukte für die Qualität von Zügen ist beispielsweise in höchstem Maße irreführend. So werden extrem gute Züge häufig lediglich mit einem +/- belohnt, während mitunter plumpe Taktiken ein !! erhalten. Die automatische Kommentierung durch Chessbase war zumindest fehlerhaft, ob sie das immer noch ist, weiß ich nicht, weil ich schon seit mindestens 10 Jahren kein neues Fritz gekauft habe.

Ich persönlich bin beispielsweise der Auffassung, dass De1+ von Carlsen in Partie 8 - für diesen Zug hat er immerhin 40 Minuten überlegt - ein sehr starker Zug war und mindestens ein Ausrufezeichen verdient. Aus dem einfachen Grund er nimmt damit jegliche Hoffnung für Schwarz erfolgreich auf Königsangriff zu spielen, was ja eigentlich die Intention von h5 gewesen ist. Die GMs hier oder andere Kommentatoren tun aber so als wäre das ein 0815-Zug gewesen. Weil auch die GMs oder sogar WMs wie Kasparow zu sehr den Bewertungen der Engines nachhecheln, anstatt mal die Stellung anzusehen und zu würdigen, ob jemand einen guten, menschlichen Zug gespielt hat oder nicht. Es ist klar mit der Engine kann jeder Idiot den Oberlehrer spielen, was man allerdings generell nicht tun sollte. Normalerweise ist eines der ersten charaktereigenschaften, die man durch Schach erlernen sollte, Bescheidenheit. Denn irgendwann sollte eigentlich jeder Schachspieler verstehen, dass niemand unfehlbar ist. Seltsamerweise entwickeln stattdessen viele Schachspieler eine dümmliche Arroganz.
JoelH_DE JoelH_DE 06.12.2021 08:46
Wer hier ständig auf entschiedene Partien drängt, der hat m.E. keine Ahnung von Schach. Das perfekte Ergebnis in diesem Spiel ist - sehr wahrscheinlich - ein Remis. Ähnlich wie bei Tic-Tac-Toe.
Aber das Ergebnis ist m.E. absolut zweitrangig, denn in meinen Augen lebt das Spiel vor allem vom ungewissen Spielverlauf. Denn was ist an 1.f4 e5 2.g4 Dh4# denn toll? Eine Partei hat gewonnen, toll. Applaus. *Achtung Ironie*

Ich fand dagegen gerade die zweite Matchpartie als Zuschauer total fesselnd, eine Demonstration wie stark ein gut installierter Springer sein kann.

Und auch Partie sechs war interessant. Zumindest für einen Hobbyspieler wie mich, der ganz bewusst auf den Computer verzichtet wenn er die Übertragung schaut. Denn ich bin ganz sicher, mehr als die Hälfte der Schachspieler weltweit hätten Springer und Turm weggepatzt. Und wahrscheinlich hätte keiner mit der Dame Remis gehalten.

Und heute also das Schach auf a3 übersehen? Kann passieren, darum spiele ich nur gegen Menschen und nicht gegen Maschinen. Weil es nicht so trocken ist. Auf der anderen Seite, das h5-Manöver kam garantiert aus dem Computer. Das sind typisch furchtlose Computerzüge, die man auch immer mehr bei Blitzpartien zu sehen bekommt. Nur behalten Computer da leichter den Überblick und patzen diese Bauern nicht weg. Menschen dagegen häufig schon.

Und deshalb schaue ich mir diese Partien gerne an, weil sie spannend sind, weil man nie genau weiß was als nächstes passiert. Und nicht wegen des Ergebnisses.
schachkwak schachkwak 06.12.2021 02:45
Ihr müsst euch übrigens entscheiden. Entweder perfekte Partien oder soll etwas los sein ;-)

Zitat von Martin Rieger aus https://www.schachfeld.de/threads/7624-die-perfektesten-partien-aller-zeiten :

Eigentlich müsste die perfekte Partie wohl mit einem Remis enden...

(... musste ich zitieren, weil da kommt man ja selbst nicht drauf ...)
schachkwak schachkwak 06.12.2021 02:15
Das ist ja schon fast peinlich, was man hier zu lesen bekommt.

- Das sollen keine hochklassigen Partien gewesen sein? Was soll der Quatsch? Die Partien waren sie mit Sicherheit hochklassg. Nur muss man auch den Stil vom Weltmeister akzeptieren. Ein Tal, Aljechin oder Kasparov hätte sicher anders agiert, wobei auch Carlsen positionell geopfert hat.

Aber es gab auch Kramnik, Petrosian oder Karpov.

Oder ein Topalov hatte damals einen Vorsprung bei der Computeranalyse. Vermutlich ist das einer der Gründe, weshalb es so viele schöne Partien mit Topalov gibt (*), weil er aus fast jeder Position die prinzipiellen Züge gespielt hatte und dem Kampf nicht ausgewichen ist. Aber Carlsen hat seine Stärken in anderen Stellungen. Er strebt kleine Ungleichgewichte an.

Nepo hat es offensichtlich nicht geschafft, mit 1.e4 Magnus Carlsen vor Probleme zu stellen. Wenn er noch etwas probieren will, muss Nepo jetzt wahrscheinlich die Eröffnung wechseln.

Mit Schwarz nicht mehr e5 und mit Weiß nicht mehr e4 oder zumindest kein Spanisch mehr.

- Der WM-Zyklus ist der klassische. Den Tiebreak vorzuziehen ist sicher keine schlechte Idee. Oder auch eine Mindestanzahl an Gewinnpartien, was aber bedeutet, dass der WM-Kampf nicht mehr für die Medien durchgeplant werden kann. Muss aber kein Nachteil sein.

Wenn ihr noch einen anderen Zyklus wollt - eventuell einen Turnier-Weltmeister - dann spricht doch nichts dagegen, diesen Titel auch auszuspielen. Im Fußball gibt es auch Pokal und Meister. Und im Boxen gibt es sogar mehrere Weltmeister. Aber nur, weil die Russen gerade an Carlsen nicht vorbeikommen jetzt den Modus ändern? Ich bin dagegen.

@Sturmaske "Wie erwartet wird M. Carlsen diesen WM-Kampf klar gewinnen."
Also doch nicht, dass Magnus den Nepo wie erwartet im Tiebreak abzieht?

(*) Wobei Topalov bei den schönsten Partien häufig 2. Sieger war - z.B. 2x gg. Shirov Linares 98, gg. Kasparov, Karpov&mehr
fjordfish fjordfish 05.12.2021 11:49
Was ist mit Nepo los,er wackelt bei den Pressekonferenzen immer so rum und grinst immer so,ich hoffe er nimmt das Match noch ernst !
vucko vucko 05.12.2021 10:59
Beim Stand von 12:12 soll kein Tiebreak entscheiden, sondern ein Münzwurf. Wenn zwei Marathonläufer gleichzeitig ins Ziel kommen, entscheidet man auch nicht per Sprint. Blitz und Klassisch sind für mich zwei unterschiedliche Disziplinen.
vucko vucko 05.12.2021 10:54
Stimme Lt Marseille zu. Man sollte wieder über 24 Partien spielen.
Sergej Sergienko Sergej Sergienko 05.12.2021 10:23
Heute äußerte sich der russische Kommentator GM Sergej Schipov zum Modus für das WM Finale. Er meinte, dass ein Weltmeister zeigen soll, dass er die Partien gewinnt und nicht nur viele Remispartien produziert. Es wäre ein Rundenturnier mit mehreren Teilnehmern die beste Lösung, da der Gewinner zwangsläufig auf mindestens +3 kommen sollte. Es würde um jeden Punkt gekämpft. Das würde übrigens Carlsen sehr gut passen, da er ein guter Turnierspieler ist. Diesen Modus könne man dem Publikum aber sehr schwer verkaufen, da ein WM Match viel mehr Aufmerksamkeit erzeuge und somit auch einen saftigen Geldpreis möglich mache.

Wenn vor dem WM Finale noch mehrere Matches eingebaut werden, dann ist das Risiko für viele Remispartien entsprechend groß, was die Kritiker wiederum auf die Palme bringt. Außerdem wo soll noch so viel Zeit für mehrere Zweikämpfe gefunden werden? Wenn Jan Nepomnjatschschij sich in einem packenden Rundenturnier gegen absolute Spitze durchsetzte und für manche Couchexperten immer noch nicht ein würdiger Herausforderer ist, dann fehlen mir die Worte.
Sergej Sergienko Sergej Sergienko 05.12.2021 09:58
Und noch eine Frage. Was hätte denn den besten Herausforderer für Magnus Carlsen daran gehindert, sich selbst im Kandidatenturnier zu qualifizieren? Oder hat sich der bessere Herausforderer gar nicht für das Kandidatenturnier qualifiziert?
Sergej Sergienko Sergej Sergienko 05.12.2021 09:52
@Sturmaske, sind Sie nicht etwa ein Wahrsager von Beruf? Sie wissen ganz bestimmt, was passiert wäre. Es bleibt für mich rätselhaft, wie Sie denn die stärkeren Herausforderer nun bewerten wollen? Es hätte auch MVL werden können, aber ich glaube, er hätte Ihren Masstäben nicht genügt, stürzte gerade in der letzten Zeit in der Ratingsliste ab. Luften Sie denn das Geheimnis. Wer ist denn der würdigste Herausforderer? So viel Sachverstand habe ich leider nicht, um die SuperGMs bewerten zu können.
Sturmaske Sturmaske 05.12.2021 09:24
Sergej Sergienko, es gibt da sicherlich so einige Spieler, welche besser sind. Und ja, gewisse Zweikämpfe hätte er da im Vorfeld bestimmt nicht überstanden. Sein bisheriger Score gegen den Weltmeister ist dabei irrelevant.
Sergej Sergienko Sergej Sergienko 05.12.2021 09:13
@Sturmaske, würden Sie jetzt behaupten, dass der aktuelle Herausforderer den von Ihnen vorgeschlagenen WM Modus nicht geschafft hätte und warum denn eigentlich? Oder er wäre dann ein würdigerer Herausforderer, wenn er sich bei Ihrem WM Modus qualifiziert hätte? Welcher Herausforderer wäre dann aus Ihrer Sicht der würdigster? Derjeniger, der gegen Magnus nicht verlieren würde? Übrigens, bislang hatte Nepomnjatschschij einen positiven Score gegen den Weltmeister, vielleicht als einziger von den aktuellen Topspielern.
Silvio Z Silvio Z 05.12.2021 09:07
Dass der Herausforderer noch mal zurück kommt ins Match, ist nach dieser Partie nicht zu erwarten. Zu deutlich war zu spüren, dass ihm das Trauma aus der 6. Partie noch in den Knochen steckt.

Die Aufgabe des Champions scheint da um einiges leichter: Wie schnell er das Match vorzeitig zu Ende bringt. In Stellungen, wo Carlsen erst zu sehen und zu verstehen beginnt, tastet Nepomniachtchi noch blind im Nebel.
Sturmaske Sturmaske 05.12.2021 08:54
@Sergej Sergienko, der Herausforderer sollte einst wie früher in Kandidaten-Turnieren durch Zweikämpfe ermittelt werden. Vorausgegangen durch Zonen und Interzonenturniere. Schließlich hatte man sich damals auch dabei etwas gedacht.
Lt Marseille Lt Marseille 05.12.2021 07:52
Das Ganze scheint mehr und mehr eine Nervensache zu sein. Hat er das Schach übersehen und den Bauern einfach zweizügig eingeparkt? Vielleicht wollte er dann auf h3 nehmen und hat nicht gesehen, dass sich über f7 alles heruntertauscht? Nur Nepo allein weiß es.Wenn man den Modus in Frage stellen wollte, dann ist das Kandidatenturnier nur das geringste Übel. Besser: Wieder über 24 Partien spielen, dann kann man eine Panne wie heute wieder ausbügeln. Haben schon viele geschafft: Botwinnik, Symslov usw.. Nun aber wird es schwer.
Sergej Sergienko Sergej Sergienko 05.12.2021 07:13
@Sturmaske, der 5.beste Schachspieler der Welt ist ein unwürdiger Herausforderer in einem WM Finale??? Hut ab!! Würde geehrter Strurmaske dem Schachpublikum erklären, wie denn der ganze WM Modus nebst Qualifizierung nach seinem fachlichen Wissen aussehen soll? Wer A sagt, soll auch B sagen, nicht wahr?
MARIO1962 MARIO1962 05.12.2021 07:11
nö, Nepo hat sich regulär qualifiziert. Die " Qualität" der Partien zu beurteilen verbietet sich mir als Amateur bzw. Hobbyspieler. Man sollte da die Kirche im Dorf lassen. Mal sehen , wer als Nächstes kommt.
Karl Hackenmeier Karl Hackenmeier 05.12.2021 06:41
"Ich denke wohl eher nicht und stellt diesen ganzen WM-Modus nebst Qualifizierung vielleicht auch infrage."
Diese Herleitung aufgrund des Matchverlaufs finde ich gewagt. Schließlich spielen die beiden Protagonisten einen Wettbewerb, der sich nicht auf das Kandidatenturnier bezieht. Anders ausgedrückt: Irgendjemand muss sich für den Zweikampf qualifizieren, und es sollte nicht der Champion sein, der sich für dieses Event extra qualifizieren soll! Dafür hat Magnus Carlsen einfach zuviel für das Schach gemacht, als dass er irgendeinen zusätzlichen Nachweis seiner Extraklasse erbringen müsste. Vielmehr scheint mir, dass sich die Fide keinen Gefallen damit getan hat, das Kandidatenturnier auf Biegen und Brechen durchzuspeitschen. Auch scheint mir die Entscheidung gegen Radjabov zumindest höchst zweifelhaft und politisch motiviert gewesen zu sein.
Sturmaske Sturmaske 05.12.2021 06:22
Wie erwartet wird M. Carlsen diesen WM-Kampf klar gewinnen. Von den Partien selbst kann man mehr oder weniger enttäuscht sein. Ob I. Nepomniatchi wirklich der stärkste Herausforderer ist, diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Ich denke wohl eher nicht und stellt diesen ganzen WM-Modus nebst Qualifizierung vielleicht auch infrage.
1