Schach zum Verschenken - Teil 1

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Thomas Luther: Die Aljechin-Verteidigung für den Turnierspieler

Rezension von Christian Höthe

"Die Aljechin-Verteidigung ist die perfekte Eröffnung für Konter-Spieler. Sie lassen den Gegner gern kommen und verteidigen umsichtig und aktiv, ehe sie zum Gegenangriff auf die entstandenen Schwächen übergehen und diese im Mittel- und Endspiel ausnutzen."

Diese inspirierenden Worte las ich vor geraumer Zeit einmal in einem Buch über die Aljechin-Verteidigung. Zurückblickend möchte ich sagen, dass man diese interessante Eröffnung kaum treffender charakterisieren könnte! Wer sich also als Konter-Spieler sieht, der gern frühzeitig seine Chancen ergreift, für den könnte die Aljechin-Verteidigung genau das richtige sein!

Ein weiterer Vorteil: Sobald Weiß 1. e4 gezogen hat, kann er der Aljechin-Verteidigung nach 1. ...Sf6 (!) nicht mehr entgehen!

Literatur zur Aljechin-Verteidigung ist vergleichsweise rar gesät. Vor Jahrzehnten war der "Bagirow" die Bibel für Aljechin-Anhänger, es folgte lange Zeit recht wenig: Graham Burgess schrieb zwei Bücher zur Aljechin-Verteidigung, es folgten über die Jahre Titel von Videki, Davies, Cox, Bogdanov, Taylor und Lakdawala. Das war's. Es wurde also dringend Zeit, dass ChessBase mit Thomas Luther einen starken Großmeister für eine neue DVD zur Aljechin-Verteidung verpflichtete!

Es heißt, die größte Herausforderung gegen die Aljechin-Verteidung sei die moderne Hauptvariante nach den Zügen 1. e4 Sf6, 2. e5 Sd5, 3. d4 d6, 4. Sf3. Eine Variante übrigens, die so "modern" nun nicht mehr erscheint, wenn man bedenkt, dass sie bereits in den 50er, 60er Jahren am häufigsten von Spielern wie Spassky und Geller gespielt wurde. Aber okay...

Natürlich ist seitdem eine Menge Theorie den Bach herunter geflossen. Und die damaligen Hauptvarianten wie 4. ...Lg4, 4. ...c6 oder 4. ...g6 etwa wurden einer kritischen Untersuchung unterzogen. Es scheint, dass es Schwarz hier schwer hat, dem Ausgleich nahe zu kommen. Was nicht bedeutet, dass sie unspielbar sind.

Dennoch führte dies zur Popularisierung der sogenannten Kengis-Variante nach 4. ...dxe5, die nun schon seit Jahren als DAS Hauptabspiel der Aljechin-Verteidigung gilt und auch von Großmeister Luther auf seiner DVD in aller Ausführlichkeit empfohlen wird!

Eine der bekanntesten Partien in diesem System ist sicherlich die folgende, die auch Luther detailliert in dem entsprechenden Video-Clip erklärt:
Topalov - Carlsen (Linares 2008)

Ganz so einfach hat es Schwarz in der Kengis-Variante natürlich auch nicht. Alexander Khalifman hat den schwarzen Aufbau in seiner Repertoire-Reihe "1. e4 - opening repertoire according to Anand" auch eingehend untersucht und empfiehlt hier einige giftige Abspiele für Weiß, denen sich Luther auf seiner DVD stellt. Er behandelt den großen Block dieser Variante sehr ausführlich - insbesondere auf der mitgelieferten Partien-Datenbank finden sich viele, gut kommentierte Partien zu diesem Abspiel, deren Studium nur empfohlen werden kann.

In den kritischen Abspielen geht Weiß nach ...Sd7 dem Tausch mittels des Rückzuges Se5-f3 aus dem Wege und spielt eben nicht entgegenkommend Se5xd7, was den Schwarzen nicht nur unnötig entlastet, sondern auch entwickelt. Nach Se5-f3 versucht Weiß aus seinem Raumvorteil Nutzen zu ziehen und die Figurenentwicklung des Nachziehenden auf vernünftige Felder zu erschweren. Auf diesen Plan hätte Luther meines Empfindens nach ausführlicher eingehen können.

Spannend wird es meiner Meinung nach bei der Aljechin-Verteidigung auch immer, wenn es um die Abtauschvariante geht. Diese harmlos erscheinende und relativ leicht zu erlernende Variante wird in vielen Weiß-Repertoire-Büchern empfohlen - unter anderem bei Emms, McDonald sowie Perelshteyn - sodass es sich lohnt, hier gut vorbereitet zu sein.

Ein abschreckendes Beispiel aus schwarzer Sicht war dabei unter anderem die folgende Partie, in der GM Adams die giftige Voronezh-Variante wählte, für die die Züge Le3, Tc1, b3 nebst dxe5 und Damentausch charakteristisch sind:
Adams-Santo-Roman (Belfort 2004)

Unzählige Partien wurden nach diesem Vorbild gespielt und für Weiß gewonnen. Es zeigt sich, dass es Schwarz in dieser Variante überhaupt nicht so leicht fällt, Gegenspiel zu entwickeln - hier halfen auch Computer-Analysen eher dem Anziehenden, dem es nach dem Damentausch leicht fällt, auf d6 einzufliegen und gleichzeitig f7 unter Beschuss zu nehmen.

So verwundert es wenig, dass die eingeschworenen Aljechin-Anhänger bald Abstand vom asymmetrischen 5. ...cxd6 nahmen und zu Larsens Zug 5. ...exd6 zurückkehrten - mit Erfolg. Insofern ist auch 5. ....exd6 die Empfehlung Luthers.

Übrigens fanden mittlerweile die Internationalen Meister Lakdawala und Watson beinahe zeitgleich ein Mittel, die Voronezh-Variante doch für Schwarz spielbar zu machen. Dennoch ist die Empfehlung Luthers die solidere, "korrektere" und sicherlich bessere Wahl.

Was die weniger kritischen Varianten der Aljechin-Verteidigung angeht, so ist besonders 2. Sc3 d5, 3. e5!? zu erwähnen, was gern und erfolgreich von GM Johnny Hector gespielt wird. Hier gibt es für Schwarz durchaus gute Kontermöglichkeiten. Im Abspiel 3. exd5 Sxd5, 4. Lc4 greift Luther zum harmlos aussehenden Zug 4. ...c6, der Schwarz allerdings durchaus gutes Gegenspiel verspricht.

Die Jagdvariante mit 2. e5 Sd5, 3. c4 Sb6, 4. c5 Sd5, 5. Sc3 beantwortet Luther mit 5. ...Sc3 und anschließendem Aushebeln des weißen Zentrums mittels d7-d6 oder b7-b6. Schwarz hat in diesem Abspiel wenig zu befürchten. Der einst gefürchtete Vierbauern-Angriff wird nach den einleitenden Zügen 1. e4 Sf6, 2. e5 Sd5, 3. d4 d6, 4. c4 Sb6, 5. f4!? mit 5. ...dxe5, 6. fxe5 Sc6, 7. Le3 Lf5! beantwortet - und auch dies gibt Schwarz in den Musterpartien gutes Spiel, wie Luther nachweist.

Gut gefallen hat mir zudem, dass Luther ein Extra-Video aufgenommen hat, das darauf eingeht, wie Bobby Fischer die Aljechin-Verteidigung gespielt hat. Der amerikanische Superstar hatte sich für den Weltmeisterschaftskampf 1972 gleich mehrere Überraschungen für seinen Kontrahenten Boris Spassky überlegt - unter anderem den zwischenzeitlichen, höchst erfolgreichen Wechsel von 1. e4 zu 1. c4 - aber einen besonders wichtigen Schwarz-Sieg fuhr Fischer eben mit der Aljechin-Verteidigung ein!
Spassky - Fischer (Wch Reykjavik 1972)

Interessant und lobenswert finde ich, dass auf der mitgelieferten Partien-Datenbank auch auf andere Abspiele der Aljechin-Verteidigung eingegangen wird. Wenn Schwarz sein Repertoire variieren möchte, findet er hier das dazu passende Material zur weiteren Inspiration!

Ich finde es immer gut, wenn ein Autor nicht nur predigt, sondern auch spielt, was er predigt. Dass der sympathische Erfurter Großmeister und ehemalige deutsche Meister die Aljechin-Verteidung gut und gern spielt, zeigt die folgende Partie. Das bestärkt den Käufer auch enorm in seinen Glauben an die jeweils empfohlenen Varianten!
Atakisi - Luther (Chalkidiki 2002)

Fazit: Es hat lange gedauert, ehe es eine wirklich gute DVD zur Aljechin-Verteidigung auf dem Markt gab - aber nun ist es soweit! Sehr sehens- und empfehlenswert!

Thomas Luther: Die Aljechin-Verteidigung für den Turnierspieler

 

• Trainings-Videos: 4 Stunden 43 min.
• Interaktiver Abschlusstest mit Videofeedback
• Exklusive Datenbank mit 50 Musterpartien

 

€ 29,90

Lieferbar per Download oder auf DVD-ROM (Post). Kostenlose Lieferung innerhalb Deutschlands.

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Sam Collins: Ruy Lopez: Attack with the Schliemann

Mehr als eine Überraschungswaffe!? Rezension von IM Martin Neubauer

Ein Hauch von Romantik und Heldentum schwingt mit, wenn Schwarz im dritten Zug ...f5 zieht. Doch selbst rechenstarke Analyseengines scheitern beim Versuch, die verfrüht wirkende Aggression zu widerlegen: Der irische IM Sam Collins zeigt, wie Schwarz im Jänisch-Gambit dynamisches Gegenspiel erlangen kann – oder in minimal schlechteren Endspielen Remis hält.

Eröffnungen unterliegen einem ständigen Auf und Ab von Modetrends. Einen ungeahnten Höhepunkt erlebte das Jänisch-Gambit von 2008 bis 2011, als Timur Radjabov es regelmäßig bei Weltklasse-Events einsetzte, ohne eine einzige Partie zu verlieren: Carlsen, Topalov, Anand und Karjakin die anderen Topspieler suchten vergeblich nach einem weißen Weg zum Vorteil.

Danach flaute die Begeisterung für das Jänisch-Gambit ab und nach zwei Niederlagen in den Jahren 2013/2014 kündigte ihm sogar Radjabov die Treue. Auf Top-Niveau erreicht Schwarz bestenfalls ein nahezu ausgeglichenes Endspiel, ohne je in Gefahr zu geraten, auf Gewinn spielen zu können. Dies dürfte der Grund sein, weshalb das Jänisch-Gambit in Misskredit fiel.

Die DVD von Collins haucht dem Gambit nun neues Leben ein: Anhand von 21 Videolektionen, in denen jeweils eine aktuelle Partie besprochen wird, stellt der irische IM ein hieb- und stichfestes Repertoire gegen die Spanische Eröffnung vor. Dabei nutzt er alle Möglichkeiten der Computeranalyse und verbessert so in kritischen Stellungen Vorgängerpartien, die den Schwarzspielern nicht immer Freude bereiteten. Collins begnügt sich dabei jeweils mit einem Variantenvorschlag; alternative Möglichkeiten analysiert er selbst dann nicht, wenn er sie in seinen raren persönlichen Jänisch-Partien angewendet hat.

Mir gefällt der sehr objektive Zugang von Collins: Während andere Autoren überwiegend Partien auswählen, in denen „ihre“ Eröffnung erfolgreich war, bespricht der Ire die wirklich relevanten Partien. So erklärt sich das für eine Repertoire-DVD eher bescheidene Resultat der 21 Musterpartien: 5 Partien gewinnt Schwarz, 4 Weiß, der Rest endet Remis.

Wer professionelle Eröffnungsanalysen schätzt, liegt mit Collins DVD richtig. Mit historischen Hintergründen hält er sich ebenso wenig auf wie mit einer allgemeinen Erklärung der Strukturen oder Pläne, vielmehr stehen die konkreten Varianten im Vordergrund. In diesem Sinne beziehen sich die 10 Übungsbeispiele des Quizteils auf Probleme in der Eröffnungsphase, die in den Lektionen besprochen wurden. Feedback erhält der Leser nicht nur bei richtigen Antworten, sondern auch bei sinnvollen fehlerhaften Versuchen.

Wie „aggressiv“ ist der Zug 3...f5 nun wirklich? Der Weiße wird zumindest aus seinen gewohnten Mustern geworfen und muss sich in einer für die Spanische Eröffnung unüblichen Stellung zurechtfinden. Nach 4.d3, das sich zusehends als Hauptfortsetzung herauskristallisiert hat, folgt 4...fxe4 und Schwarz hat einen Bauern mehr im Zentrum sowie potenzielle Angriffschancen auf der halboffenen f-Linie. Der Nachteil: Weiß kann seinen Entwicklungsvorteil konkret in ein zumindest optisch schöneres Endspiel ummünzen. Eine der kritischen Stellungen:

Weiß ist am Zug und verdoppelt mit Tf2 oder Tf3 in der f-Linie. Radjabov hielt die Stellung ohne größere Probleme und mit Collins Unterstützung sollten das auch wir schaffen. Jedoch ist das nicht der Stellungstyp, den Gambitspieler gerne anstreben.

Ein typisches Beispiel für die Variante 4.Sc3 fxe4 5.Sxe4 Sf6 etc.:

Nach Tf5 wird Schwarz aufgrund der entwerteten weißen Bauernformation das Remis ohne größere Mühe erreichen, aber Gewinnaussichten sind selbst bei bestem Willen keine zu erkennen.

Ist das Jänisch-Gambit also als Angriffswaffe zu empfehlen? Ja, denn wenn Weiß weniger kritische Abspiele wählt, so kann Schwarz schnell dynamisches Spiel aufziehen. Und die DVD rüstet den Leser auch für die Fälle, in denen der Anziehende die Hauptvarianten testet. Allerdings muss dann der Gambitspieler auch seine Verteidigungskünste im Endspiel unter Beweis stellen.

IM Martin Neubauer spielte von 2000 bis 2012 für das österreichische Nationalteam und trainierte von 2006 bis 2008 den österreichischen Jugendkader.

Sam Collins: Ruy Lopez: Attack with the Schliemann

 

• Trainings-Videos: 3 Stunden 48 Minuten (Englisch)
• Interaktives Training mit Videofeedback

 

€ 29,90

Lieferbar per Download oder auf DVD-ROM (Post). Kostenlose Lieferung innerhalb Deutschlands.

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Daniel Gormally: English Attack

Rezension von Max Müller

Jeder e4-Spieler kennt vermutlich folgendes Dilemma: Wie begegne ich erfolgreich dem Sizilianer? Der britische Großmeister Daniel Gormally, der sich bei der letzten britischen Meisterschaft erst ganz zum Schluss aus dem Titelrennen verabschieden musste, bietet nun eine ganz simple Lösung: Spiele 6.Le3 bzw. 6.f3! Gormally präferiert grundsätzlich den Zug 6.f3, was daran liegt, dass er dem Schwarzen die Option 6.Sg4 nicht gestatten möchte, was dem Schwarzen gewisses Gegenspiel einbringt, wenn sich Weiß nicht auf die Zugwiederholung durch 7. Lc1 Sf6 8.Le3 Sg4 9.Lc1 einlässt. Allerdings ist dies in der Regel nur eine Zugumstellung.

Es sollte erwähnt werden, dass sich Gormally bei seinen Erläuterungen weitgehend auf das Najdorf-System fokussiert, wenngleich der „Englische Angriff“ sehr wohl auch gegen andere Systeme im Sizilianer gespielt werden kann. Dies liegt vor allem daran, dass sich die Stellungen von ihrem Charakter und der Bauernstruktur sehr ähneln, von der Drachenvariante vielleicht mal abgesehen. Ein weiterer Grund liegt vermutlich darin, dass diese DVD bereits eine Laufzeit von knapp 7 Stunden besitzt und der Zeitrahmen deshalb nicht noch weiter ausgedehnt werden sollte. Außerdem stellt die Najdorf-Variante die mit Abstand beliebteste Erwiderung des Schwarzen dar.

Der Zug 6.Le3 hat inzwischen 6.Lg5 den Rang abgelaufen und gilt als Hauptvariante gegen das Najdorf-System. Der „Englische Angriff“ kann sowohl zu sehr aggressiven Stellungen, als auch zu eher positionellen Abspielen führen. Der britische GM Gormally versucht, wie auch sein englischer Kollege GM Simon Williams (DVD über das Königsgambit), den Varianten, die in eher ruhigere Gewässer münden, aus dem Weg zu gehen.

Das Ziel von Gormally ist es, dem Rezipienten vor allem die Besonderheiten des sogenannten „Englischen Angriffs“ zu vermitteln, er rückt also das Verständnis der Strukturen und Ideen beider Seiten in den Vordergrund. Bei einem offenen Sizilianer kann man längeren Theorieduellen jedoch nicht vollständig aus dem Weg gehen.

Die DVD lässt sich im Groben in 2 große Themenkomplexe einteilen: Einerseits die eigentliche Hauptfortsetzung 6.e5 im Najdorf und andererseits Stellungen, in denen sich Schwarz gemäß dem Igel-Aufbau formiert, seinen e-Bauern also nur nach e6 zieht.

Mögliche Stellung nach 6.e5 im Najdorf

Diese Stellung ist der Beginn langer, theoretisch weit ausanalysierter Varianten. Daniel Gormally zeigt anhand verschiedener aktueller GM-Partien, wie Weiß einen erfolgreichen Königsangriff starten kann, bzw. worauf er achten muss, damit er nicht selbst Opfer eines genialen Angriffs wird.

Besonders gespannt war ich auf die Empfehlung von Gormally gegen den Aufbau mit 10...a5, den King auf einer seiner DVDs aus der Power-Play-Reihe vorgestellt hat und auch mir persönlich schon einige wichtige Punkte eingebracht hat:

Stellung nach 12.a3?!

12.a3: Eine sehr interessante Idee, denn normalerweise spielt man als Schwarzer Sa6 gefolgt von Sb4, um den Bauernvorstoß d5 zu realisieren, was jetzt durch den Zug a3 erschwert wird. Außerdem stoppt es die Untergrabung des weißen Damenflügels durch den Vormarsch des schwarzen a-Bauern bis nach a3, wodurch die schwarzen Felder sehr schwach werden und damit der Springer auf c3 seine Deckung verliert. All dies wird jetzt durch den Zug a3 verhindert!

Igel-Struktur

Bei der Igel-Struktur baut man sich als Weißer häufig wie folgt auf: Le3, f3, Dd2, g4 und 0-0-0 (vgl. Diagramm). In den nächsten Zügen rennen die weißen Bauern am Königsflügel nach vorne und versuchen die schwarze Königsstellung aufzureißen. Eine sehr wichtige Idee ergibt sich in folgender Schlüsselstellung:

Stellung nach 17.g6!

Das Bauernopfer auf g6 dient dazu, die schwarze Königsstellung aufzuhebeln. Andererseits wird der schwarze Bauer auf f7 von der Deckung des e-Bauern abgelenkt. Dieses Motiv kam bereits in vielen anderen Partien vor und führt des Öfteren zu spektakulären Siegen.

Schwarz hingegen sucht sein Gegenspiel am Damenflügel, eingeleitet durch den Gegenschlag d5 im Zentrum zum richtigen Zeitpunkt (Feld e5 möglichst gut kontrollieren, da man ansonsten mit e5, f4, f5 am Königsflügel überrollt wird). Eine theoretisch hoch diskutierte Variante zeigt die Partie Dominguez Perez – Amanov:

Daniel Gormally erläutert hier den interessanten Turmschwenk von h1 über h3 nach c3.

Ebenfalls Erwähnung auf diesem Fritz-Trainer findet der Zug 6.Db6 (nach 6.f3 natürlich). Dies hat zur Folge, dass sich der Weiße nicht wie gewöhnlich mit Le3, Dd2, 0-0-0 und g4 aufbauen kann, da der Läufer auf e3 nicht gedeckt wäre. Folglich muss ein neuer Plan her: Lf4 gefolgt von De2 (damit der f-Bauer nach Se5 nicht ungedeckt ist), 0-0-0 und g4.

Fazit:

Meiner Meinung nach hat ChessBase mit den Videolektionen zum „Englischen Angriff“ von Daniel Gormally einen Volltreffer bei allen Sizilianisch-Anhängern gelandet, was vermutlich ziemlich viele sind. Dies ist ganz einfach darin begründet, dass Gormally dem Zuschauer mit 6.f3 bzw. 6.Le3 ein System gegen die wichtigsten sizilianischen Aufbauten ans Herz legt. Der „Englische Angriff“ stößt darüber hinaus nicht nur bei positionell veranlagten Spielern auf große Gegenliebe, sondern auch aggressivere Spielertypen greifen häufig darauf zurück. Mir persönlich haben auch die Testfragen am Ende der DVD sehr gut gefallen, mit denen man seinen Lernerfolg direkt überprüfen kann. Wenn Sie also noch auf der Suche nach einem flexiblen System gegen Najdorf sind, kann ich Ihnen diesen Fritz-Trainer auf jeden Fall empfehlen.

Daniel Gormally: English Attack

 

• Trainings-Videos: 6 Stunden 56 Minuten (Englisch)
• Interaktives Training mit Videofeedback

 

€ 29,90

Lieferbar per Download oder auf DVD-ROM (Post). Kostenlose Lieferung innerhalb Deutschlands.

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