Schachbegeisterung in Odessa

09.09.2009 – Odessa, die viertgrößte Stadt der Ukraine liegt am Schwarzen Meer, wurde 1794 auf Weisung Katharinas der Großen gegründet, genießt den Ruf einer weltoffenen, schönen Stadt, die von vielen Kulturen, Nationen und Völkern geprägt ist und hat eine lange Schachtradition. So ist es kein Zufall, dass Efim Geller, lange Zeit einer der besten Spieler der Welt, einflussreicher Theoretiker und Angstgegner Bobby Fischers, zum bedeutendsten Sportlers Odessas im 20. Jahrhundert erklärt wurde. Und wenn Odessa Geburtstag feiert, dann feiert man auch das Schach. Mit Simultanveranstaltungen, Blitzturnieren und spürbarer Freude. Mikhail Golubev schickt Bilder und einen Bericht einer bemerkenswerten Schachfeier. Zum Bericht...

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Schachfeiern in Odessa

Text: GM Mikhail Golubev, Fotos: Lena Ivanova

Um 10 Uhr morgens begannen die Simultanveranstaltungen in der Einkaufspassage. Dieses Mal wurde an 235 Brettern gespielt, und damit wurden die Erwartungen der Veranstalter übertroffen. Die Mannschaftsdecke der Simultanspieler war ziemlich dünn: die Großmeister Tukmakov, Sumets, Eryomenko, WGM Klinova, IM Bogdanov und ich.


Interview mit Fernsehjournalisten: Veranstaltungsleiter GM Vladimir Tukmakov und...


... Organisator Mikhail Freidlin vom Komitee zur Förderung Odessa


Dieses Mal gab es kein Lebendschach, aber manche Figuren waren lebendig


Wie bei offenen Turnieren in den USA brachte jeder sein eigenes Brett


Nur mit Hilfe dieser Fotos von Lena Ivanova konnte ich im Nachhinein zählen, wie viele Simultanpartien ich gespielt hatte - 38.


Mit Hilfe dieses Fotos konnte ich meine einzige Verlustpartie rekonstruieren

Mikhail Golubev - Vsevolod Sokalyuk: 1. e4 e5 2. f4 d6 3. Sf3 Sc6 4. fxe5 dxe5 5. Lc4 Lc5 6. b4 Lxb4 7. c3 Lc5 8. d4 exd4 9. Db3 De7 10. O-O Sf6 11. e5 d3+ 12. Kh1 Se4 13. Lxd3 Sf2+ 14. Txf2 Lxf2 15. Lg5 De6 16. Lc4 Dg6 17. Sbd2 O-O 18. Tf1 Sa5 19. Db4 Sxc4 20. Sxc4 Lb6 21. e6 Lxe6 22. Sce5 Df5 23. g4 Dc2 0-1. Es sieht so aus, als hätte ich es mit dem Opfern ein wenig übertrieben.


Hier mache ich gerade einen guten Zug

1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Nf6 5. Sc3 a6 6. Lc4 e6 7. Lb3 Le7 8. f4 O-O 9. O-O e5 10. Sf5 Lxf5 11. exf5 Sc6 12. g4 Db6+ 13. Kh1 Sd4 14. g5 Dc6+ 15.Kg1 Se4 16. Sd5 Sxf5 17. Df3 Sc5 18. fxe5 Sxb3 und jetzt 19. Dxb3!


Die Simultanteilnehmer, die eine Partie gegen einen GM/IM gewinnen oder Remis spielen konnten, erhielten einen Preis: ein Exemplar des brandneuen Buchs 'Professiya - Shahmatist' von GM Tukmakov


Zunächst musste Vladimir Tukmakov seinen Beitrag leisten...


... dann durfte er Bücher signieren


Nach den Simultanveranstaltungen begann der 4. Soborka Cup - eine Art inoffizielle Blitzmeisterschaft von Odessa


Fünf Spieler qualifizierten sich für das nach K.O.-System gespielte Finale, für das Sumets, Eryomenko und ich gesetzt waren. Vermutlich war das fair, denn nach dem Simultan hatten wir uns eine Pause verdient.


Im Finale schlug mich Sumets, der im Moment eine Zahl von 2604 hat, mit 1,5-0,5


Aber ich war nicht allzu enttäuscht, immerhin waren die Partien nicht ganz schlecht


Andrey Sumets wird zum zweiten Mal Soborka-Meister

Sumets hat außerdem sieben Mal die reguläre Meisterschaft von Odessa gewonnen - vielleicht häufiger als jeder andere, wobei Yakov Anfang des 20. Jahrhunderts ebenfalls ein paar gewonnen hat. Louis Eisenberg, Odessa-Meister von 1901 gewann gegen Pillsbury beim Turnier in Monte Carlo 1902, wobei er in diesem Turnier allerdings ansonsten nicht viel geleistet hat. Das war mehr oder weniger der Beginn der international bedeutenden Schachtradition Odessas.


Und dann gab es noch den Odessa Schachkuchen..


... der allen schmeckte, die das Glück hatten, ein Stück zu erwischen


Überraschung: Mark Rudinstein, der Organisator des russischen Filmfests Kinotavr wurde 1946 in Odessa geboren und ist ein Monat jünger als Tukmakov.

In den vergangenen Monaten hat Odessa viele Schachpersönlichkeiten verloren: den Internationalen Meister und Trainer Mikhail Podgaets; Anatoliy Boiko, der mich von 1977-1985 trainiert hat; Ivan Postol, unermüdlicher Leiter der Schachschule; Mikhail Gerbakher, Meisterkandidat und langjähriger Spieler, der starb, während er am Sobornaya-Platz eine Partie spielte. Das Schachleben geht weiter und diejenigen, die ihr Leben dem Schach gewidmet haben, werden nicht vergessen werden.

Hier noch ein paar weitere fotografische Impressionen von Lena Ivanova: Sie folgen unkommentiert.





















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