Schachbund bittet um Unterstützung

15.05.2014 – In dem einst als "Land der Dichter und Denker" bekannten Staat steht das Denken derzeit nicht hoch im Kurs. Jedenfalls, wenn es im Wettbewerb unter sportlichen Bedingungen durchgeführt wird, gilt es in dem BMI nun als nicht mehr förderungswürdig. Der Schachbund hat sich mit der DOSB -Spitze getroffen und bittet alle Schachfreunde um Unterstützung. Mehr...

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Treffen des DSB mit der DOSB-Spitze

Heute fand in Frankfurt/Main wegen der vom BMI gestrichenen Fördergelder ein Gespräch von Vertretern des Deutschen Schachbundes mit dem DOSB statt. Die hochrangige Besetzung – neben dem Generaldirektor Dr. Michael Vesper und dem für die nichtolympischen Verbände zuständigen Dr. Jörg Bügner nahm sich der neugewählte DOSB-Präsident Alfons Hörmann persönlich Zeit – zeigt, dass man die aktuellen Sorgen der Schachsportler beim DOSB ernst nimmt. Im Verlaufe des einstündigen Gesprächs wurden die allgemeine Lage erörtert und Lösungsmöglichkeiten diskutiert.


Dabei zeigte sich, dass der Deutsche Schachbund sich viel aktiver als in der Vergangenheit innerhalb der Welt des Sports als ernst zu nehmende Sportart präsentieren muss. Die Schachsportler müssen gegen das unselige Image vorgehen, dass ihnen die „eigenmotorische Aktivität“ angeblich fehle. Dieses auch aus sportlicher Sicht völlig unsinnige Vorurteil verstellt den Blick auf das eigentliche Wesen des Schachsports und hat uns die gegenwärtigen Probleme eingehandelt.

Wir werden als nächstes Einspruch gegen den Ablehnungsbescheid des BMI einlegen. Das BMI beruft sich auf die Formulierung, dass die „eigenmotorische Aktivität“ nicht bei „Denksportspielen“ vorliege und setzt die vom IOC anerkannte „Sportart Schach“ einem „Denksportspiel“ gleich, obwohl die Mitgliederversammlung des DOSB nach gleichlautenden Voten der Olympischen Verbände, der Nichtolympischen Verbände, der Spitzenverbände und der Landessportbünde festgestellt hat, dass der Schachsport gerade nicht damit gemeint ist. Auch die Gleichsetzung der in fast 180 nationalen Verbänden organisierten Sportart Schach, die mit Magnus Carlsen in der Wintersportnation Norwegen einen „Sportler des Jahres“ hervorgebracht hat, mit Geschicklichkeitsspielen, Glücksspielen, Bastel-, Funk-, Computer- und Modellbautätigkeiten kann nur Kopfschütteln und ungläubiges Staunen hervorrufen.

Daher bitte ich alle unsere Mitglieder, unvermindert den Kontakt zu ihren politischen Vertretern zu suchen und diese Ungerechtigkeit zu thematisieren.

Herbert Bastian
Präsident des Deutschen Schachbundes

 

 

Der Schachbund bittet alle Schachfreunde: Wenden Sie sich an den politischen Ansprechpartner ihrer Region:

 

Das Präsidium bittet Sie um Unterstützung

Liebe Schachfreunde,

uns erreichten unzählige unterstützende E-Mails und zahlreiche Vorschläge, wie der DSB sich für eine weitere Förderung durch das BMI einsetzen könnte. Auch die Resonanz zum Thema in der Presse ist gewaltig.

Dennoch:
Unser Weg zurück zu einer Förderung ist noch lang!

Wir bitten Sie daher, sich mit unserem gemeinsamen Anliegen an die politischen Ansprechpartner in Ihren Regionen zu wenden.

Jetzt können Sie uns helfen! Laden Sie sich diesen Musterbrief runter und passen Sie ihn an Ihre konkrete Situation an. Senden Sie den Brief an Ihre Ansprechpartner und Abgeordneten! Danke!!

Das Präsidium des Deutschen Schachbundes
 

Musterschreiben herunter laden...
 

Mitteilung beim Schachbund...

 

 


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Don Claudio Don Claudio 18.05.2014 10:32
Don Claudio Gerade
Schach sit schon deshalb kein Sport, da es sich bei Sport um einen Wettkampf handelt, der entschieden werden muß. Es gibt nunmal keine Sportart, wo die Gegner sich absprechen dürfen, dass sie sich unentschieden trennen, das ist absurd und für Nichtschachspieler geradezu lächerlich. Bei den Olympischen spielen wurden die weltbesten Mannschaften in Badmington für eine solche Absprache disqualifiziert. Remisabsprachen verändern das Ergebnis eines jeden Turniers durch Veränderungen in der Punktwertung und der Zweitwertung wie Buchholz,usw. Dadurch kommen nur sehr selten sportlich korrekte Ergebnisste zustande. Leider hat sich das so über die Jahrzehnte eingebürgert und der zaghafte Anfang mit der 30 Züge Regel in einige Turnieren ist schon ein kleiner Fortschritt hinsichtlich "Denksport". Die Verantwortlichen sollten darüber nachdenken, ob man Remisvereinbarungen ganz abschaffen sollte und nur durch den Schiedsrichter bei theoretischem Remis zulassen sollte. Dies würde das Schach auch auf alle Fälle wesentlich interessanter machen, insbes. auch für Zuschauer bei wichtigen Turnieren. Man kommt sich doch "verarscht" vor, wenn man Geld als Zuschauer für z.B. eine WM bezahlt und dann nach einer halben Stunde Figurenziehen der "Kämpfer" von irgendwelchen bekannten Buchvarianten wieder gehen darf.
Detlef Köpke Detlef Köpke 16.05.2014 10:24
Ich habe mich schon einmal in die debatte um die gestrichenen Fördermittel eingeschaltet. Fakt ist, dass nicht die falsche darstelung des Schachsports Ursache für das Dilemma ist, sondern die völlig irrsinnige Definition des Sports beim DOSB mit der "eigenmotorischen Aktivität. Die ist nun mal im Schachsport anders als z.B. beim Tischtennis. Die Sportdefinition beim DOSB ist die Ursache für das Dilemma. Sie unsinnig und wissenschaftlich unhaltbar, weil sie Sport nur an physischer Belastung fest macht. Solche Dinge wie geistige Konzentrationsfähigkeit werden dabei abgewertet. Und wer Turnierschach spielt, weiß, dass man auch eine gute Kondition braucht, um ein Turnier mit Hängepartien über drei Wochen durchzuhalten. Aber das ist nur der physische Aspekt. Sport ist gekennzeichnet durch seine primären Wesensmerkmale und zu denen gehört ein international anerkanntes regelwerk, dass den Regelkriterien entspricht. Das trifft für Schach zu. Was fallen muss, ist diese irrwitzige und unwissenschaftliche Definition des Sports vom DOSB, denn sonst wird es früher oder später nicht mehr zu verhindern sein, dass Schach nicht mehr als Sportart zählt.
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