Schachdemonstration

25.02.2005 – Im Rahmen der Schachwoche im Elbe Einkaufszentrum erschien auch die Lebendschachgruppe des Hamburger Gymnasiums Uhlenhorst-Barmbek, die am letzten Wochenende am Hamburger Rathausplatz mit der Vorführung der "Unsterblichen" für Aufsehen sorgte. Anhand von drei mit lebendigen Figuren dargestellten Studien zeigten die Schüler, wie sie die Hamburger Schulbehörde am liebsten matt setzen würden. Mehr...

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Frauen-Power und Schach-Demonstration
Von Andreas Albers

Am Mittwoch, 23. Februar, bestimmten Frauen das Programm im ELBE EINKAUFS-ZENTRUM: Im Schachunterricht am Vormittag für die Klasse 6d des Gymnasiums Hochrad beeindruckten besonders „zwei Sonjas“, die sich in ihren Simultanpartien länger als die Jungs hielten und auch bei der Analyse gute Ideen bewiesen.


Christian Zickelbein erklärt Schach

Und am Nachmittag spielten die Bundesliga-Spielerin Eva Maria Zickelbein  und der HSK-Jugendtrainer Andreas Albers „Handicap-Blitz“: Nur fünf Minuten hatten sie, um gleichzeitig gegen vier Gegner zu bestehen. Tatsächlich gewannen sie alle ihre Wettkämpfe – nur einer konnte Eva Maria bezwingen: Arijit Gupta (12) gewann als Preis eine Trainings-CD von ChessBase.

Das Highlight des Nachmittags waren die acht Mädchen aus dem Gymnasium Uhlenhorst-Barmbek („GUB“), die mit „Lebend-Schach“ gegen die drohende Schließung ihrer Schule demonstrierten. Einen Tag vorher hatte das GUB im CCH beim großen Turnier der Hamburger Schulen mit 32 Mannschaften teilgenommen, also mit 256 Schülern! Und natürlich hatte das GUB auch das Traditionsturnier der Hamburger Schulen an 30 Brettern gewonnen. Seit vielen Wochen engagiert sich die Schachgruppe der Schule im Kampf gegen die drohende Schließung ihrer Schule – fast täglich gibt es Aktionen vor allem in ihrer Barmbeker Heimat, aber auch auf dem Rathausmarkt, wo die Gruppe die Unsterbliche Partie aufführte, natürlich unter dem Motto: Niemand setzt das GUB matt. Mit ihren Kostümen waren sie nun auch ins ELBE EINKAUFSZENTRUM gekommen.

Zu Überraschung trafen sie dort ihren ehemaligen Schulleiter Karl Herbst. Wir halten in Bildern und Kommentaren fest, was uns sie uns erzählten.

 

S. R. Barrett

Matt in 12 Zügen

Der böse schwarze König will aufrüsten, um den weißen König zu zwingen, die Partie aufzugeben: Seine Bauern sind weit vorgerückt und drohen sich in Damen zu verwandeln. Doch Leonie, die Darstellerin der weißen Dame, findet die richtige Methode, den Plan zu vereiteln. Unermüdlich steigt sie von Stufe zu Stufe auf dem Brett bis nach h8 in die offene h-Linie, indem sie abwechselnd den Bauern auf b2 fesselt und den König, wenn er dem Bauern a2 den Weg frei gibt, mit einem Schach in die Ecke zurück treibt. Auf h8 angekommen, nimmt sie sieben Stufen auf einmal und springt nach h1 und setzt matt. So hoffen die Schachspieler am GUB ihre Schule zu retten – und die Schachspielerinnen kämpfen dabei an der vordersten Front.

1.Dc3 Kb1 2.Dd3 Ka1 3.Dd4 Kb1 4.De4 Ka1 5.De5 Kb1 6.Df5 Ka1 7.Df6 Kb1 8.Dg6 Ka1 9.Dg7 Kb1 10.Dh7 Ka1 11.Dh8 Kb1 12.Dh1 matt 

Studie: Weiß gewinnt

Auch hier sieht es so aus, als habe Schwarz die besseren Aussichten: Der Bauer auf b2 verwandelt sich schneller in eine Dame als der weiße Bauer e6. Doch der schwarze König steht wie in der ersten Stellung in der Ecke und schließlich gehen ihm – wie hoffentlich der Behörde für Bildung und Sport die Argumente aus:

1.e7 b1D 2.e8D Dh7 3.Kc8 Dg7 4.Dd8 Df7 5.Dh8 De7 6.Dg8 und die schwarze Dame muss die 7. Reihe verlassen, so dass Weiß mit axb7 oder einem Königszug matt setzen kann.

E. Birgfeld

Selbstmatt in 4 Zügen (1918)

1.Sh4 f5 2.Sxf5 h4 3.Se3 h3 4.Sg2 hxg2 matt

Die Übermacht der Behörde für Bildung und Sport – diesmal mit den weißen Steinen – ist gewaltig, aber der Ausgang dieser „Partie“ zeigt, dass sie keine guten Argumente hat: Mit dem letzten Bauern setzt Schwarz matt. Eigentlich setzt sich die Behörde selbst matt: Das ist Hoffnung der Mädchen vom GUB, die für den Erhalt ihrer Schule kämpfen.

Die einzigartige Schulschachgruppe, 1956 gegründet und fast fünfzig Jahren nur von Schülern gegründet, ist durch die Grundschulen rund um das GUB gezogen und hat in den 4. Klassen eine Schnupperstunde Schach gegeben, um die erforderliche Zahl von mindestens 80 Anmeldungen für die neuen 5. Klassen zu bekommen. Die Chancen stehen gut, der Kampf geht weiter.

Und der Hamburger Schachklub von 1830 e.V. unterstützt den Kampf. Am 9./10. April 2005 wird das Finale der Bundesliga in der Aula der Schule in der Brucknerstaße 1 (S-Bahn Barmbek) ausgetragen – in der Schule, in der der Klub viele Jahre lang alle seine Bundesliga-Kämpfe gespielt hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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