Schacholympiade braucht Geld

von André Schulz
15.05.2014 – Bis zum Beginn der Schacholympiade in Tromsø sind es nur noch anderthalb Monate. Nun melden die Organisatoren eine Unterfinanzierung von 15 Mio. Kronen (ca. 1,8 Mio. Euro) und haben bei der Regierung um Unterstützung nachgesucht. Diese hat jedoch weitere Hilfe abgelehnt. Im schlimmsten Fall könnte es zur Absage der Schacholympiade kommen, meldet die norwegische Presse. Mehr...

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Danach wurden die Organisatoren von zwei Entwicklungen überrascht: Sie hatten nach dem Willen der FIDE zusätzlich auch noch den World Cup 2013 auszurichten und stellen außerdem nun fest, dass die Zahl der Anmeldungen für die Schacholympiade weit höher ist als erwartet: Statt den in den finanziellen Planungen zugrunde gelegten etwa 150 gemeldeten Verbänden haben nun bereits über 180 Verbände gemeldet.

Die Kosten für die Unterbringung der Teams und Offiziellen bei einer Schacholympiade trägt grundsätzlich der Veranstalter. Die Organisatoren beziffern die zusätzlichen Kosten für den Worldcup 2013 mit etwas mehr als 13 Mio. NOK, den zusätzlichen Aufwand für die nicht eingeplanten Anmeldungen mit knapp 2 Mio. NOK, was zusammen den Fehlbetrag von 15 Mio. ergibt.

Børge Robertsen, Direktor der Schacholympiade Tromsø, erklärte gegenüber der norwegischen Presse, dass eine Reihe von geplanten Leistungen der Gastgeber gegenüber den Verbänden und Mannschaften während der Schacholympiade gestrichen werden müssten, falls die fehlenden 15 Mo. NOK nicht aufgetrieben werden können. Auch die Eröffnungsveranstaltung werde nur deutlich abgespeckt stattfinden können.

Espen Agdestein, Manager von Magnus Carlsen, kommentierte die Entscheidung der Organisatoren, mit ihrer Nachricht an die Öffentlichkeit zu gehen, als ungeschickt, da dies bei den Verbänden für große Verunsicherung sorgen werde. Joran Aulin-Jansson, Stellvertretender Direktor der Schacholympiade und Präsident des Norwegischen Verbandes, räumte ein, dass die Meldung der Organisatoren "unglücklich" sei, begründet diese Entscheidung aber damit, dass es keine andere Wahl gegeben habe. "So ist es besser, als in Stille zu sterben."

 

Der Versuch, das Loch mit weiteren öffentlichen Mitteln zu stopfen, ist allerdings erst einmal gescheitet. Die norwegische Regierung lehnte einen entsprechenden Antrag ab.

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Krennwurzn Krennwurzn 15.05.2014 12:45
Das Geld wird knapp fürs Schach - schon ein wenig alarmierend die jüngsten Hiobsbotschaften:

- Kein Ausrichter für WM
- Finanzprobleme Olympiade
- Streichung Spitzenschachförderung DOSB

wenn man dann noch bedenkt, dass auch viele Vereine knapp bei Kasse sind und ebenso viele Turniere, dann wird's ernst fürs Schach.

Anderseits sprießen ONLINE-Plattformen wie Pilze aus dem Waldboden - das Geld sucht sich womöglich andere, neue Wege!
Manarola1 Manarola1 15.05.2014 11:31
Das kann ja wohl nicht wahr sein. Eines der reichsten Länder der Welt, das sich mit seinem Erdöl an uns dumm und dämlich verdient und dessen Einwohner durch die Beteiligung am Staatsfonds allesamt Millionäre sind (http://www.handelsblatt.com/finanzen/fonds/nachrichten/staatsfonds-reiche-norweger/9308994.html), und das den amtierenden Weltmeister stellt kann sich ein einmaliges Staatsfestival nicht leisten??

Gutes Beispiel zum wahren Stellenwert von Schach in unserer (westlichen) Gesellschaft.
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