Schacholympiaden

01.09.2005 – Die Idee einer Schacholympiade wurde 1924 geboren, als während der olympischen Sommerspiele in Paris auch ein Schachturnier (Foto) durchgeführt wurde. Gleichzeitig gründete sich der Weltschachverband FIDE. Die erste Schacholympiade, die auch unter diesem Namen durchgeführt wurde, fand 1927 in London statt. Dresden wird 2008 nach Hamburg, München, Leipzig und Siegen die fünfte deutsche Stadt sein, die zur Schacholympiade einlädt. Bisher konnte übrigens erst viermal der Gastgeber auch die Goldmedaille gewinnen. Martin Keller und Leni Natrath liefern einen kleinen Überblick über die Geschichte der Schacholympiaden. Mehr...

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Die Geburtsstunde der Schach-Olympiade
Von Martin Keller und Leni Nathrath

Grundgedanke und Entstehung der Mannschaftsweltmeisterschaft

 „Der Beschluss des Weltschachbundes (FIDE), dem Deutschen Schachbund und damit der Stadt Dresden die Ausrichtung der Schacholympiade 2008 zu übertragen, hat uns mit großer Freude und auch mit Stolz erfüllt. Wir haben nun vier Jahre Zeit, um unsere Vorstellungen für diese zweitgrößte Sportveranstaltung der Welt (nach den Olympischen Sommerspielen) auszuarbeiten und in die Tat umzusetzen.“

Die Begeisterung war Alfred Schlya, dem Präsidenten des Deutschen Schachbundes deutlich anzumerken, denn die Schacholympiade ist der bedeutendste Mannschaftswettbewerb im Schach. Die Schacholympiade wird von der Weltschachorganisation FIDE organisiert und alle zwei Jahre ausgetragen.


Als im Jahre 1924 in Paris die olympischen Spiele stattfinden sollten, plante der französische Schachbund, parallel dazu einen Schachwettkampf durchzuführen.


Paris 1924

Die Idee wurde mit Begeisterung aufgenommen und so fand die erste  (inoffizielle) Mannschaftsweltmeisterschaft statt, von der auf der ganzen Welt unter der Bezeichnung „Schach-Olympiade“ berichtet wurde. Der Präsident der französischen Schachföderation Pierre Vincent regte die Gründung eines Dachverbandes an und die in Paris 1924 versammelten Spieler erklärten gleichsam die Gründung der internationalen Schachorganisation (Federation Internationale des Echecs – FIDE).

Zum ersten Mal fand das Turnier offiziell 1927 in London statt. Ab 1952 wurde der Wettbewerb von der UdSSR beziehungsweise Russland dominiert, die insgesamt 24 Siege erreichten. Diese Zahl setzt sich aus zwei Serien von zwölf Siegen zusammen, die jeweils mit dem Nichtantreten 1976 und dem Sieg der Ukraine bei der letzten Schacholympiade 2004 in Calvià endeten. Anfangs waren die Schach-Olympiaden reine Männersache. 1957 fand die erste reine Damen-Olympiade statt. Und seit 1976 spielen Damen und Herren ihre Turniere am gleichen Ort.

Die bisherigen Schach-Olympiaden

Jahr

Ort

Teams

Sieger

(1924)

Paris

18

CSR

1927

London

16

Ungarn

1928

Den Haag

17

Ungarn

1930

Hamburg

18

Polen

1931

Prag

19

USA

1933

Folkestone

15

USA

1935

Warschau

20

USA

(1936)

München

21

Ungarn

1937

Stockholm

19

USA

1939

Buenos Aires

26

Deutschland

1950

Dubrovnik

16

Jugoslawien

1952

Helsinki

25

UdSSR

1954

Amsterdam

26

UdSSR

1956

Moskau

34

UdSSR

1958

München

36

UdSSR

1960

Leipzig

40

UdSSR

1962

Varna

37

UdSSR

1964

Tel Aviv

50

UdSSR

1966

Havanna

52

UdSSR

1968

Lugano

53

UdSSR

1970

Siegen

60

UdSSR

1972

Skopje

63

UdSSR

1974

Nizza

73

UdSSR

1976

Haifa

 

USA

1978

Buenos Aires

 

Ungarn

1980

Valetta

82

UdSSR

1982

Luzern

 

UdSSR

1984

Thessaloniki

 

UdSSR

1986

Dubai

 

UdSSR

1988

Thessaloniki

106

UdSSR

1990

Novi Sad

 

UdSSR

1992

Manila

 

Russland

1994

Moskau

 

Russland

1996

Jerewan

 

Russland

1998

Elista

 

Russland

2000

Istanbul

 

Russland

2002

Bled

140

Russland

2004

Calvia

127

Ukraine

2006

Turin

 

???

2008

Dresden

 

???

Bestrebungen der FIDE, Schach in die Olympischen Sommerspiele zu integrieren, sind gescheitert. Der größte Erfolg einer deutschen Mannschaft war der Olympiasieg in Buenos Aires 1939 sowie die Silbermedaille 2000 in Istanbul. Auf deutschem Boden fand die Olympiade bereits sechsmal statt. 2008 wird sie nun in Dresden gastieren, das sich am 29. Oktober 2004 gegen Mitkonkurrent Tallinn durchsetzte und den Zuschlag erhielt. In Dresden 2008 sollen 11 Runden gespielt werden. Hinzu kommen noch die Ruhetage.Von Anfang an stand die sportliche Seite des Kampfes im Vordergrund, denn zum Erfolg waren vor allem eine gute Kondition, Geistesfrische, Ausdauer und Stehvermögen notwendig. So lautet auch das Motto der FIDE ganz im olympischen Geist: gens una sumus (Wir sind eine Familie).

 

 

 



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