Schachprofis nach Sibirien!

11.06.2010 – Die Olympiade der Schachspieler mit 150 teilnehmenden Nationen und doppelt so vielen Mannschaften im Männer- und Frauenwettbewerb ist nach den Olympischen Spielern die größte Sportveranstaltung der Welt. Sie findet alle zwei Jahre statt, diesen September in Khanty-Mansiysk. Die deutsche Nationalmannschaft, aktuell mit Arkadij Naiditsch, Daniel Fridman, Georg Meier und Jan Gustafsson gehört dabei zur erweiterten Weltspitze und ist für jeden Gegner eine ernst zu nehmende Hürde. Nachdem der Deutsche Schachbund vor zwei Jahren bei der Schacholympiade im eigenen Land noch einiges für ein möglichst gutes Abschneiden investiert hat, sind die Kassen in diesem Jahr leer. Tatsächlich fehlen etwa 20.000 Euro für eine erfolgreiche Teilnahme der Deutschen Nationalmannschaft in Khanty-Mansiysk. Im Namen seiner Kollegen und unterstützt vom DSB-Präsidenten Robert von Weizsäcker begibt sich nun Großmeister Jan Gustafsson selber auf Sponsorensuche und fragt: Welcher Sponsor unterstützt die Deutsche Schachnationalmannschaft für die kommende Schacholympiade? Aufruf von Jan Gustafsson...

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Schachspieler nach Sibirien schicken?

Schach ist nicht olympisch. Selbst die jüngste Innovation, auf Schachturnieren Dopingtests durchzuführen (!), konnte daran bisher nichts ändern.

Dafür haben wir alle 2 Jahre die Schacholympiade. Und die muss sich nicht verstecken, über 130 Nationen schicken Vierermannschaften + einen Ersatzspieler  ins Rennen, es ist das Schachturnier schlechthin. Im September dieses Jahres steht die nächste vor der Tür, im hoffentlich noch nicht allzu kalten Sibirien.

Bei unserer Olympiade ist es erlaubt, mit Profis anzutreten.

Schachprofis? Ja. Wir, die 4 besten deutschen Spieler, die Großmeister Arkadij Naiditsch, Daniel Fridman, Georg Meier und Jan Gustafsson, sind Schachprofis. Wir sind als Einzelspieler nicht absolute Weltklasse, aber in der Mannschaft absolut konkurrenzfähig, haben also mit der Fußballnationalmannschaft einiges gemeinsam.

Schachprofi ist ein toller Job. Wir reisen viel, nehmen an Turnieren auf der ganzen Welt teil und sind unser eigener Boss. Im Gegensatz zu den Fußballern spielen wir in mehren europäischen Ligen gleichzeitig, um unsere Brötchen zu verdienen, wir haben oder hatten Mannschaften in Deutschland, Österreich, Schweiz, Holland, Frankreich, Spanien, Serbien, Luxemburg und Griechenland.

Die erste Frage, die ich jedes Mal höre, ist: „Kann man davon leben“? Ja, aber reich wird man nicht. Wir trainieren sehr viel, bis zu 8 Stunden täglich bereiten wir uns mit Schachdatenbanken, die Millionen von Partien enthalten, auf die nächsten Turniere vor. Das Spiel und die verschiedenen Strategien entwickeln sich ständig weiter, es gibt also immer etwas zu tun. Die Konkurrenz, insbesondere aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, neuerdings sogar aus China, ist gewaltig.

Um die Miete und die vielen unbezahlten Trainingsstunden zu finanzieren, sind wir darauf angewiesen, bei unseren Einsätzen auch für die Nationalmannschaft angemessen bezahlt zu werden.

Womit wir beim Problem wären. Schach hat einen guten Ruf. In der Werbung wimmelt es von Schachfiguren, das Schachspiel wird aber als öffentliches Gut gesehen. Mit Sponsoren sind wir nicht reich gesegnet. Aus Sicht der Vermarktung ist der Schachsport in Deutschland, trotz knapp 100.000 im Schachbund organisierten Aktiven, ein unbestelltes Feld.

Daher brauchen der deutsche Schachbund unter Führung von Prof. Dr. Robert von Weizsäcker und wir Aktiven Hilfe. Bisher unterstützen uns ChessBase und die Deutsche Schachbund Wirtschaftsdienst GmbH. Doch es fehlen 20.000€, um die Teilnahme der besten Auswahl an der diesjährigen Schacholympiade zu gewährleisten.

Einem Retter, der als Partner der deutschen Nationalmannschaft eine gute Vorbereitung und den Kampf um die Medaillen ermöglichen würde, wären wir zu riesigem Dank verpflichtet.

Wer helfen möchte, mit uns werben möchte, oder uns zunächst kennenlernen möchte, wendet sich bitte bis zum 24. Juni an die Redaktion oder direkt an mich:

Tel. 040-51326463, Mail: Schachnationalmannschaft@googlemail.com.

Diese Aktion wird vom Präsidenten des Deutschen Schachbundes, Herrn Robert von Weizsäcker, mitgetragen.

Jan Gustafsson

 

 

 

 

 

 



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