Schachspieler als wissenschaftlicher Mitarbeiter gesucht

von ChessBase
13.06.2019 – Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim sucht einen Mitarbeiter für ein Projekt zur Untersuchung neurobiologischer Mechanismen von Schach als Add-On-Therapie gegen Alkoholgebrauchsstörung. Die Stelle ist ideal für Schachspieler mit einem Master in Psychologie, Neurowissenschaften oder ähnlich.

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Untersuchung neurobiologischer Mechanismen von Schach als Add-On-Therapie gegen Alkoholgebrauchsstörung

Schädlicher Gebrauch von Alkohol ist weltweit für 5.9 % aller Todesfälle verantwortlich. Außerdem spielt er bei mehr als 200 Erkrankungen und Verletzungsarten eine große Rolle als Krankheitsursache. Hauptmerkmale der Alkoholgebrauchsstörung (alcohol use disorder, AUD)  sind fehlangepasste Muster des Konsums und wiederkehrende und erhebliche negative Folgen im Zusammenhang mit dem Konsum. Neben dem Zwang zum Substanzkonsum besteht Kontrollverlust über den Konsum.

Der beträchtliche Anteil der Patienten mit AUD, die lebenslang abstinent bleiben können, deutet jedoch darauf hin, dass ein zwanghafter Drang, Alkohol zu konsumieren, durch eine robuste inhibitorische Kontrolle möglicherweise überwältigt werden kann. Inhibitorische Kontrolle kann durch „Kognitive Remediation“ (Cognitive remediation therapy, CRT) gestärkt werden, einem psychotherapeutischer Ansatz, dessen Ziel die Verbesserung kognitiver Beeinträchtigungen ist. Das kognitive Training umfasst Funktionsbereiche wie Exekutiv-Funktionen (Inhibition, Entscheidungsfindung, kognitive Flexibilität und Arbeitsgedächtnis) sowie Aufmerksamkeit. Synonyme für Kognitive Remediations-Therapie sind kognitive „Enhancement“-Therapie (cognitive enhancement therapy) und kognitive Rehabilitation (cognitive rehabilitation).

Im vorliegenden Projekt sollen die potentiellen Wirkmechanismen von Schach als CRT zur Verbesserung kognitiver Beeinträchtigungen bei Patienten mit Behandlungswunsch auf neurobiologischer und neuropsychologischer Ebene untersucht werden.

Weiterhin soll geprüft werden, ob die Schach-Intervention einen generalisierten positiven Effekt auf den Therapieverlauf zeigt. Interessanterweise überlappen die bei Alkoholabhängigkeit beeinträchtigten Funktionsbereiche und neuronalen Netzwerke stark mit denen, die durch schachbasiertes kognitives Training oder Schachspielen gefördert werden können.

Insbesondere eine Stärkung von Regionen der kortikalen Kontrolle (dorsolateraler präfrontaler Cortex) und Entscheidungsfindung (orbitofrontaler Cortex) könnte präventiv für einen Rückfall sein.  Neben der Verbesserung kognitiver Beeinträchtigungen alleine könnte ein Wirkmechanismus von CRT auch die Interaktion zwischen kognitiven, affektiven und psychosozialen Funktionsbereichen sein, was in einem sekundären explorativen Ansatz untersucht wird. Zusammenfassend gesagt könnte Schach als Add-On zu anderen Interventionen zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit deren Wirksamkeit verbessern.

Stellenausschreibung

als pdf...

Interessenten melden sich bei:

Prof. (apl.) Dr. Sabine Vollstädt-Klein

Adjunct Professor
Head of research group on Neuroimaging of Addictive Behaviour
Department of Addictive Behaviour and Addiction Medicine
Central Institute of Mental Health
J 5 · 68159 Mannheim, Germany

Phone: + 49 621 1703-3912
Fax: + 49 621 1703-3505
s.vollstaedt-klein@zi-mannheim.de
www.zi-mannheim.de

 

Vortrag zum Thema bei der London Chess Conference (pdf)...

ZI Mannheim...

 




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DoktorM DoktorM 13.06.2019 11:39
Das Thema ist ziemlich weit hergeholt. Meiner Meinung nach. Aber man darf sich überraschen lassen. Sollen die Probanden bereits Schach spielen können? Wird der Einfluss von Schach auch mit anderen kognitiven Beschäftigungen verglichen? Warum ist Schach als Spiel besser geeignet als Dame, Mühle oder ein anderes Denkspiel? Ist es das überhaupt? Wie sieht es mit anderen Spielen aus (natürlich keine Trinkspiele)? Etwa auch mit kooperativen Spielen? Die 5.9 % der Todesfälle durch Alkohol kommen mir viel zu exakt vor. Die Angabe von Nachkommastellen in solchen Zusammenhängen ist sportlich.
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