Schachweltmeisterschaft: 4 Partie remis

von André Schulz
13.11.2018 – Auch die vierte Partie der Schachweltmeisterschaft in London zwischen Magnus Carlsen und Fabiano Caruana endete ohne Sieger. Mit Weiß holte der Weltmeister in der Englischen Eröffnung gar nichts heraus. Im 34. Zug bot er remis an. | Fotos: Nikolai Dunaevsky (Agon)

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In den ersten drei Partien konnte Weiß beim Weltmeisterschaftskampf zwischen Magnus Carlsen und Fabiano Caruana bislang noch nicht viel beweisen. Von Anzugsvorteil keine Spur. In der 1. Partien stand Caruana mit Weiß auf Verlust. In der zweiten Partie stand Carlsen im Damengambit etwas schlechter. Und in der 3. Partie kam Caruana mit seiner Rossolimo-Wiederholung wenigstens zu Ausgleich und lag erst im Endspiel etwas hinten. Dreimal wurde der Punkt geteilt.

Heute hatte also Magnus Carlsen wieder die Bürde der weißen Steine zu tragen. Mit der Wiederholung seiner missglückten Eröffnung aus Partie eins in der 3. Partie hatte Caruana mentale Stärke bewiesen und gezeigt, dass er die Variante repariert hatte. Auf welche Weise, wollte Carlsen gar nicht wissen und wich mit einem anderen Aufbau von seiner Strategie in der 1. Partie ab. Wie würde nun Carlsen heute vorgehen? Nach dem gleichen psychologischen Muster? Wiederholung des Lf4-Damengambits mit einer Spielverbesserung an irgendeiner Stelle?

Carlsen eröffnet in London mit der Englischen Eröffnung

Nein. Der Weltmeister machte mit 1. c4 ein neues Fass auf. Caruana antwortete 1...e5 und es kam eine Sizilianische Verteidigung mit vertauschen Farben aufs Brett. Hier spielte man früher den Läufer fast automatisch nach e7. Doch dann kam im letzten Jahr Alexander Grischuk als erste Spieler aus der Weltspitze auf die Idee, dass man den Läufer analog zur Sosin-Variante auch nach c5 entwickeln kann. Seitdem wurde diese Idee in einer Reihe von Spitzenpartien kopiert und genau so spielte heute auch Fabiano Caruana.

 

Eine Überraschung konnte das für Magnus Carlsen kaum sein, denn Caruana hat sich schon in einigen seiner Partien auf diese Weise aufgebaut. Die beiden Spieler folgten nun einer Partie Wesley So gegen Fabiano Caruana aus dem Grand Prix-Blitzturnier in Paris in diesem Jahr.

Null Probleme im Sizilianer mit vertauschten Farben

Mit  11. b4 wich Carlsen dann von dem Vorgänger ab. Analog zur Sizilianischen Verteidigung strebte Carlsen mit Bauernvorstößen am Damenflügel einen Minoritätsangriff an, kam damit aber überhaupt nicht durch. Nach dem Damentausch verflachte die Partie dann recht schnell und Carlsen bot im 34. Zug remis an. Spannung kam heute eher keine auf.

 

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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