Schachweltmeisterschaft: Carlsen gewinnt zum dritten Mal

von André Schulz
07.12.2021 – Nach zwei Niederlagen hatte Nepomniachtchi noch sechs Partien Zeit, um gegen den Weltmeister seinen Zwei-Punkte-Rückstand wettzumachen. Heute spielte der Herausforderer gemäß dem regulären Spielplan zum drittletzten Mal mit den weißen Steinen. Mit 1.c4 wählte Nepomniachtchi diesmal eine andere Eröffnung. Kurz nach dem Damentausch ließ Nepomniachtchi sich einen Läufer einsperren und stand danach auf verlorenem Posten.

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Sehen Sie, welche Eröffnungen Carlsen wählt, um seinen Gegner im Mittelspiel strategisch zu überspielen oder ein vorteilhaftes Endspiel zu erhalten.

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Nach zwei Niederlagen in der 6. und 8. Partie befand sich der Herausforderer Ian Nepomniachtchi vor der 9. Partie gewissermaßen in Zugzwang. Er hatte über den ganzen restlichen Wettkampf gesehen noch sechs Partien Zeit, um den Rückstand noch aufzuholen, davon drei Partien mit Weiß. Wenn der Herausforderer den Rückstand wettmachen wollte, dann sollte er es am besten schon heute versuchen.

Schon vor der Partie brachte Nepomniachtchi eine Neuerung. Er hatte sich am Ruhetag eine neue Frisur verpassen lassen. Sein kleines Zöpfchen, der "Man Bun", war ab.

Alte Zöpfe abgeschnitten: Ian Nepomniachtchi

Der erste Zug wurde diesmal von Praggnanandhaa gemacht. Der junge indische Großmeister zog 1.c4.

Praggnanandhaa zieht 1.c4

Blick aus dem Zuschauerraum

In den vergangenen Partien kam es einige Mal vor, dass ein Ehrengast der WM einen Eröffnungszug ausführt, den der entsprechende Spieler zurücknahm und dann einen anderen Eröffnungszug machte. Das könnte ein Running Gag der beiden miteinander befreundeten WM-Kombattanten gewesen sein. Doch Ian Nepomniachtchi nahm den Zug diesmal nicht zurück, um 1.e4 zu spielen, wie in den Partien zuvor. Es blieb bei 1.c4.

Freie Sicht auf Anand

Offenbar waren Nepomniachtchi und sein Team zu der Einsicht gelangt, dass man Carlsen und seine Vorbereitung in der Spanischen Partie nicht wirklich in Verlegenheit bringen konnte und so machte Nepomniachtchi heute ein neues Fass auf.

Nach 1.c4 antwortete Carlsen 1...e6 und nach 2.g3 folgte 2...d5. Auf 3.Lg2 spielte Carlsen dann den nicht so gebräuchlichen Zug 3...d4, womit die Partie in etwa den Charakter der Reti Eröffnung erhielt. Carlsen verzichtete aber zunächst auf den Zug e6-e5 und tauschte nach 9.e3 die Bauern auf e3, so dass die Partie schließlich eine ganz andere Richtung nahm.

Möglicherweise waren beide Spieler in dieser ungewöhnlichen Stellung noch immer in ihrer Vorbereitung. Anish Giri war in seinem Kommentar davon überzeugt, dass Carlsen und Nepomniachtchi die Stellung im 10. Zug schon in der häuslichen Analyse angeschaut hatten und meinte:" Es ist überraschend, dass diese beiden Spieler so seltene Varianten noch sehr tief analysiert haben. Ich bin überzeugt, dass niemand sonst in der Welt sich dieses Variante so tief angeschaut hat wie die beiden hier."

Dennoch hatten beide Spiele einiges an Bedenkzeit verbraucht, Nepomniachtchi etwa 30 Minuten, Carlsen etwa 45 Minuten nach 15 Zügen.

Anand wies während seines Partiekommentars übrigens daraufhin, dass sich alle bisherigen Gegner von Magnus Carlsen in WM-Kämpfen zur Zeit in Dubai aufhielten. Anand selber, er kommentiert, Sergey Karjakin ist als Sekundant von Nepomniachtchi vor Ort und Fabiano Caruana wird an der Schlussfeier teilnehmen. Und Nepomniachtchi ist naturgemäß ebenfalls da.

Sergey Karjakin

Im 24. Zug bot Nepomniachtchi Damentausch an und schlug kurz danach in ausgeglichener Stellung mit seinem Läufer g2 einen ungedeckten Bauern auf b7, um einen Zug später zu erlauben, dass dieser Läufer durch den Zug c7-c6 von Carlsen eingesperrt wurde. Ein grober Fehler. Damit war die Partie entschieden.

"Das ist die schlimmste Folter, die einem passieren kann. Nach einem Fehler sieht man, dass man verlieren wird. Egal wie sehr man sich anstrengt, man kann nichts gegen die Niederlage machen, die sich mehr und mehr abzeichnet," kommentierte Anand das Geschehen.

Nepomniachtchis Läufer ging auf b7 verloren. Der Herausforderer erhielt aber noch etwas Gegenspiel mit einem Freibauern auf der a-Linie. Zum Schluss zeigte Carlsen noch einmal seine Extraklasse, als er im 36. Zug mit vier Minuten auf der Uhr den besten, aber komplizierteren Weg zum Gewinn wählte. "Von Magnus bekommst du keinen Discount", kommentierte Anish Giri. "Er gewinnt immer auf die optimale Art und Weise."

Im 39. Zug gab Nepomniachtchi die Partie auf.

Karsten Müllers Analyse

 

Video von Georgios Souleidis

Video von Harald Schneider-Zinner

Stand

 

Partien

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Sergej Sergienko Sergej Sergienko 08.12.2021 05:48
@ Vandenberg "...Weiß zwar nicht, ob Sie der gewünschte Ansprechpartner waren, weil ich will prinzipiell nur Leute ansprechen, die von den Idioten, die hier herrschen versklavt worden sind, aber seis drum..."

Diesen Satz habe ich leider nicht verstanden.

"...Übrigens sind sämtliche großen Sportorganisationen in den USA rein jüdisch. Ooop..."

Also in allen großen Sportverbänden in den USA sind Juden Mitglieder. Habe ich richtig verstanden? Nehmen wir an, dass diese Aussage stimmt, obwohl mir scnurzegal ist, wer dort Mitglieder sind. Und was folgt daraus? Was versteckt sich hinter dem Oooop? Ich kann leider keine Gedanken lesen und nicht die Zukunft prophezeihen, wie manche Kollegen hier.

"...Dasselbe übrigens im E-Sport. Wie kann man in Spielen, wo zu 100% Betrug durch die Unternehmen stattfinden, die sie programmiert haben, die besten Spieler ermitteln? Ich weiß es nicht, aber Sie vermutlich...."

Ich muss Sie enttäuschen. Ich habe Ahnung weder von E-Sport noch von den Unternehmen, wie sie die besten Spieler ermitteln. Warum soll ich?
pmorphy pmorphy 08.12.2021 05:23
von Morphy wird immer behauptet, er hätte heute keine Chance, weil seine Gegner schwach waren und die Technik insgesamt fehlte. Dabei konnte Steinitz die Technik überhaupt erst aus der Analyse von Morphy's Spielen ableiten!
Natürlich fehlte vor 150 Jahren breites Basiswissen und mit dem damaligen Level hätte heute keiner eine Chance.
Aber zur Vergleichbarkeit muss der heutige Wissensvorsprung eben mit einkalkuliert werden. Und was speziell Morphy betrifft, hatte er nicht nur alle Spieler, die auch nach heutigen Maßstäben als stark einzuordnen sind, an die Wand gespielt, sondern man muss auch sehen, WIE er das fertig brachte! Wirft man alle seine vier bis fünfhundert gespielten Partien in eine Tombola und zieht irgendeine raus, dann steht einem bei 90% davon der Mund offen. Fast alle seine Spiele endeten mit einer krönenden Pointe. Und zwar nicht deswegen, weil Morphy ein guter Kombinationsspieler a la Tal war, sondern weil er positionell in der Lage war, Stellungen zu seinem Vorteil zu öffnen und auszunutzen. Auch wenn er dabei manchmal einfach nur ruhig in ein gewonnenes Abspiel abwickelte. Vom Ende her betrachtet wirken die meisten seiner Partien so, als hätte er auf die Schlußstellung 20 Züge im voraus hingearbeitet. Ich möchte nicht wissen, ob in der berühmten Oper-Partie ein Magnus Carlsen im siebten Zug nicht einfach den Bauern auf B7 genommen und zum Sieg gelangweilt hätte. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Morphy bei 9.Lg5 bereits die Schlußstellung erkannt haben muss.
Oder wie es so schön bei Géza Mároczy heisst: Viele sind berufen, doch wenige auserwählt...
Sturmaske Sturmaske 08.12.2021 04:41
@pmorphy, meine volle Zustimmung. Man schaue sich nur mal die WM-Kämpfe von Aljechin oder Botwinnik an wo noch richtig selbständig gedacht werden musste.
Sturmaske Sturmaske 08.12.2021 03:57
@BMuntz, man muss diese WM als ganzes sehen. Viele farblose Partien wo man von einem Herausforderer eigentlich mehr Aktion erwartet, dazu krasse Fehlentscheidungen und das bei bisher erst 10 Partien. Welche WM soll denn da noch weniger Niveau gehabt haben? Man sollte da auch stets die verschiedenen Zeitepochen mit berücksichtigen. Denn damals gab es keine Computer, wo die Spieler schon bis zu teilweise dem 30. Zug ihre Varianten im Gehirn abspeichern konnten.
pmorphy pmorphy 08.12.2021 03:53
Ich bin zwar kein GM, aber keine der Partien hat mich bisher vom Hocker gerissen. Klar, diese Weltklassespieler
haben jede Menge Technik drauf und kennen alle Eröffnungen in und auswendig. Aber beim ersten Tritt vom Wege landen sie gleich im Gestrüpp. Ansonsten nur ideenloses Herumgeschiebe. Wahrscheinlich ist in den modernen Schachhirnen vor lauter gespeicherter Varianten kein Platz mehr für Kreativität. Dagegen war doch fast jede Partie von Fischer (zumindest ab ca. 1970) eine Offenbarung! Von Morphy ganz zu schweigen...
BMuntz BMuntz 08.12.2021 02:25
Die schlechteste WM aller Zeiten kann es schon deshalb nicht sein, weil Carlsen unfassbar stark spielt. Schon allein die Technik, mit der er Vorteil in Sieg verwandelt, ist nahezu perfekt.
Chase the sun Chase the sun 08.12.2021 11:46
Eine Frage an all die selbsternannten Experten, die ohne Ansicht des Brettes nur aufgrund der Rechnerbewertung urteilen: Dieses Match ist also der „Schlechteste WM-Kampf aller Zeiten“? Was war dann 1985? Da hat Kasparow in ein und derselben Stellung zweimal „fürchterlich geblundert“ – und dann aus diesen beiden Schwarzpartien eineinhalb Punkte geholt. Nur, dass es damals noch keine Rechner gab. Und es demzufolge niemand gemerkt hat. Erst Wochen nach dem Kampf hat das Team Karpow die Widerlegung gefunden. Und jetzt die Frage: Wer von den beiden – Karpow, der die Widerlegung am Brett und auch während des Wettkampfs nicht gefunden hat – oder Kasparow, der diesen „Blunder“ gleich zweimal gespielt hat – ist jetzt der schwächste Spieler, der je in einem WM-Kampf angetreten ist? Ich kann dem User Vandenberg leider nur zustimmen: „Die meisten der Aussagen hier ergeben einfach keinen Sinn. Sie sind arrogant, hasserfüllt und ja schon sadistisch. Nur unter dem Gesichtspunkt, dass man allen, die seine Kommentare lesen, psychisch schaden will, ergeben sie einen wenn auch traurigen Sinn.“
Mit freundlichen Grüßen
Martin Erik
MSA Zugzwang
Sergej Sergienko Sergej Sergienko 08.12.2021 10:57
Zur 9. Partie habe ich die Kommentare von Kramnik angeschaut. Er ist wirklich ein ausgezeichneter Erzähler, was für Geschichten er auf Lager hat ist unfassbar. Man kann seine Kommentare aufschreiben und ein Buch drucken. Bevor der c5?? kam hat er ausführlich erklärt, dass dieser Bauer nicht zu verteidigen ist. Er hat nur flüchtig auf die Stellung geschaut und sagte, dass der Läufer wohl gefangen werde, falls c5 käme. Was danach geschah muss man ausschneiden, übersetzen und hier auf die Seite stellen. Das wird ein Renner. Alle russischen Kommentatoren, die ich gehört habe, sind der Meinung, dass Nepo psychisch zusammenbrach. Anders sind seine Schnitzer nicht zu erklären. Kramnik erzälte sehr bildreich was für ein unfassbarer Druck auf einem Herausforderer lastet. Übrigens, er sieht skeptisch viele Computervorschläge, wenn sie nicht eine erkennbare Idee beinhalten. Für ihn ist ein verständliches Spielkonzept viel wichtiger und das hat er bei Nepo in dieser Partie oftmals vermisst.
Vandenberg Vandenberg 08.12.2021 10:54
Hallo Sergej, freut mich, dass Sie meinen Kommentar lesen konnten. Weiß zwar nicht, ob Sie der gewünschte Ansprechpartner waren, weil ich will prinzipiell nur Leute ansprechen, die von den Idioten, die hier herrschen versklavt worden sind, aber seis drum.

Ja, Fußball ist so ein schönes Beispiel, genau wie Basketball etc. Es gab oder gibt auf Youtube ein Video, das eindeutig beweist, dass die NBA beispielsweise manipuliert wird. Es befinden sich eindeutig Magnete in den Ringen. Die Bälle sind heute sehr viel leichter als früher könnten also durch kleine Metallteile innen, die aber sehr leicht sind, in der Flugbahn manipuliert werden.

Die NBA ist also schon mal 10000% manipuliert. Übrigens sind sämtliche großen Sportorganisationen in den USA rein jüdisch. Ooop.

Und Fußball? Äh, ja, wenn man da ein 7:1 inszeniert und die Kameraleute bei jedem Tor wie auf Regieanweisung bezahlte Schauspieler im Publikum in Großaufnahme einfangen können, die so tun als wäre Fußball etwas anderes als ein Kinderspiel für sie, sondern so etwas wie ihr Lebenssinn, ja, dann kann oder muss man davon ausgehen, dass auch Fußball ne reine Show-Veranstaltung ist, wo jemand im Vorfeld ein Drehbuch dazu verfasst.

Dasselbe übrigens im E-Sport. Wie kann man in Spielen, wo zu 100% Betrug durch die Unternehmen stattfinden, die sie programmiert haben, die besten Spieler ermitteln? Ich weiß es nicht, aber Sie vermutlich.
Sergej Sergienko Sergej Sergienko 08.12.2021 10:44
Ich lese Kommentare wie z.B. genial De1+ von Carlsen war oder das Ausweichen von Damenabtausch von Nepo als das Zeichen seines Kampfeswillen in der 8.Partie. Ich habe mir gestern extra die Live Kommentare von Alexander Gritschuk bei Levitov chess angesehen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und beschrieb das ganze Geschiebe in der 8. Partie noch vor dem b5 wie folgt: Nepomnjatschij will die Partie unbedingt verlieren und Carlsen will nicht gewinnen. Da haben die zu dritt so viele Späße gemacht, Anekdoten erzählt. Wie z.B. ein Spieler will unbedingt verlieren, gewinnt aber mit seinen Zügen nach und nach Material. Als sein Gegner ihm zu Sieg gratuliert, erwidert er, dass er keine Aufgabe annehme.
Klataro Klataro 08.12.2021 10:13
Eigentlich geht es gar nicht um den Einsteller, das passiert, wie man ja gesehen hat, auch den weltbesten. Die zwei Spieler kennen sich schon sehr sehr lange, Nepo müsste bewusst sein, dass er gegen Carlsen nicht gewinnen kann, wenn er fast ohne Risiko spielt. Dann landet er in Endspielen, in denen Carlsen Wasser aus Steinen quetscht, wie es auch schon im Match passiert ist. Züge wie 15. b4 zu verwerfen ist bei einem Rückstand m.E. einfach fahrlässig, wie viele Chancen bekommt man sonst gegen Magnus? Er hatte doch kaum noch was zu verlieren und müsste versuchen, Magnus mehr unter Druck zu setzen. Denn dass er gegen ihm gewinnen kann, hat er mehrfach bewiesen. Nepo ist ein großartiger Spieler, aber ich vermisse seinen Mut.
Krennwurzn Krennwurzn 08.12.2021 10:00
@Vandenberg Was bleibt Nepo außer Galgenhumor? Er ist Vollprofi und weiß, dass er nicht aufgeben kann und heim zu Mami fliegen kann und er weiß auch, dass er in diesem Wettkampf nicht mal mehr an seine Normalform herankommen kann. Also bleibt ihm nur: Balu der Bär https://www.youtube.com/watch?v=v_EWWyJfgPc
Sergej Sergienko Sergej Sergienko 08.12.2021 08:26
@Vandenberg, "...Vielleicht ist es jedoch wirklich so, dass alles nur eine Inszenierung ist und bereits vorher feststeht, was diese Leute ziehen und wer gewinnt...."

Vielleicht haben Sie mit Ihrer These Recht. Um Sie zu prüfen, nehme ich andere Eingangsdaten: Brazil 1 - Germany 7. Jetzt sind Sie wieder am Zug und unterschreiben Sie Ihre These oder schmeißen Sie weg.
Schlacht bei Dennewitz Schlacht bei Dennewitz 08.12.2021 08:15
Die Bildunterschrift mit Anand verstehe ich auch nicht ... Ich finde es schon super spannend, wie MC hier einen der weltbesten Spieler so unter Druck setzen kann, dass der Fehler macht, die ihm in der Häufigkeit sicher in den letzten Jahren nicht passiert sind.
Vandenberg Vandenberg 08.12.2021 07:08
Die meisten der Aussagen hier ergeben einfach keinen Sinn. Sie sind arrogant, hasserfüllt und ja schon sadistisch. Nur unter dem Gesichtspunkt, dass man allen, die seine Kommentare lesen, psychisch schaden will, ergeben sie einen wenn auch traurigen Sinn.

Keiner von euch wäre in der Lage einen Meistertitel zu erspielen, dennoch tut ihr so als könntet ihr es besser. Wenn ihr es besser könnt, dann werdet doch Schachprofi. Als Weltmeister oder Top-10-Spieler werdet ihr auch sehr gut davon leben können.

Allerdings muss man zugeben, dass ab der Partie 6 Nepomnjaschtschi sehr seltsame Züge spielt. Auch in der Partie 6 hätte er eigentlich einen Mehrbauern bekommen können, der auch noch ein sehr gefährlicher Freibauer gewesen wäre. Hier hätte er niemals verloren und wenn nur er gewinnen können. Das war im Prinzip auch ein krasser Fehler. Dennoch scheint er es mit "Humor" zu nehmen oder allgemein nicht für voll zu nehmen. DAs ist sicherlich merkwürdig.

Vielleicht ist es jedoch wirklich so, dass alles nur eine Inszenierung ist und bereits vorher feststeht, was diese Leute ziehen und wer gewinnt.

Die Weltmeisterschaft ist jedenfalls wirklich unwichtig für mich und mein Leben. Ich verfolge das zwar, aber normalerweise hätte ich Besseres zu tun. Ach ja und einen Covid-Virus gibt es auch nicht. Wenn man also weltweit sämtliche Medien und Regierungen so unter Kontrolle hat, so eine Lüge als Wahrheit aufzutischen, dann kann man sicherlich auch sämtilche Sportereignisse vorher nach Drehbuch ausarbeiten.

Die Leute, die hier herrschen, sind offensichtlich so mächtig und haben auch mächtig was an der Waffel.
Ollip Ollip 08.12.2021 01:42
@Klaus Karigl
sind Sie mit "Nepo" verwandt oder verschwägert? Bezahlt er Sie für diese übertriebenen Lobeshymnen?

Was war denn im bisherigen WM Match die GROSSARTIGE Leistung von "Nepo"? Obwohl ich es mir anders erhofft habe, muss ich konstatieren, dass zwei -für sein Niveau- grobe Schnitzer enttäuschend sind.

Welcher Herausforderer war denn ihrer Meinung nach schwächer?
Karjakin zeigte sich in kritischen Stellungen deutlich widerstandsfähiger und zäher. Caruana hat keine Partie verloren - Nepo bisher DREI in 9 Partien.
Krennwurzn Krennwurzn 07.12.2021 11:58
Die Remisserie am Anfang war fad ...
Der Nepo Zusammenbruch ist urfad ...

Leute was wollt Ihr?
Karl Hackenmeier Karl Hackenmeier 07.12.2021 11:52
@moutard absolut volle Zustimmung. Die Qualität der Partien ist sehr hoch, aber Carlsen Druck auf Nepo war immens. Carlsen wusste immer einen Weg geschickt auf die Schwächen Nepos hinzuspielen. Bis auf die 2. Partie - welche mit Einschränkungen Carlsen auf der Rasierklinge tanzen sah - hat Nepo konstant gut mitgehalten. Die 6. Partie hat ihn aber komplett ausgeknockt. Er fiel dann wieder in alte Muster zurück, Muster, die er vllt schon überwunden glaubte, aber Carlsen hat sie schonungslos aufgedeckt.
Man kann nur hoffen, dass Nepo jetzt nicht völlig eingeht. Die 3 Verlustpartien waren insgesamt schon heftig, aber er muss sich da jetzt noch einmal zusammenreißen, will er nicht völlig vernichtet werden.
moutard moutard 07.12.2021 11:22
Das ist alles nicht so einfach. Die sportliche Qualität des Matches ist meines Erachtens groß.
Ich sehe es so: Carlsens Match-Strategie ist voll aufgegangen. Er hat Nepo in den Remispartien und in der langen Gewinnpartie unglaublich unter Druck gesetzt bei hohem eigenen Risiko. Er hat ja bis zur Grenze des noch Vertretbaren gespielt. Das hat soweit ich sehe noch kein Weltmeister gemacht. Und nun ist Nepo unter dem Druck zusammengebrochen - es hat ihm noch niemand so viel abverlangt.
Es beweist eine ungeheure Kraft von Carlsen. Seine Fähigkeit, aus unserm Spiel auch noch den letzten Tropfen herauszuquetschen, habe ich noch bei keinem Spieler der Schachgeschichte bemerkt.
omicron76 omicron76 07.12.2021 11:00
Muss leider zustimmen, ist eine einzige Enttäuschung die WM. Hatte mir einen spannenden Kampf erhofft und jetzt wieder 2 jahre warten ... :(

... btw. warum steht bei obigem Bild: freie Sicht auf Anand? sieht den jemand auf dem Bild?
Sturmaske Sturmaske 07.12.2021 10:50
@Chessiszen, nennen Sie mir doch bitte einmal jene Schachweltmeisterschaft, welche noch schwächer und noch uninteressanter war als diese nach gerade einmal 9 Partien? Dann möchte ich von Ihnen weiterhin wissen, was an meiner Einschätzung da unqualifiziert ist. Wenn Sie das anders sehen ist das ihre Meinung. Ich könnte aber ebenso auch behaupten Sie haben gar keine Ahnung, was mir aber meine Etikette verbietet. Also bitte immer schön sachlich bleiben.
Chase the sun Chase the sun 07.12.2021 10:24
Lieber Mario! Du siehst das völlig falsch: Sturmaske IST der Weltmeister. Er schlägt Carlsen jedes Jahr in einem Wettkampf in Bielefeld. Oder ist es die Area 51? Egal: Tatsache ist, das diese Matches durch eine Verschwörung der (norwegischen?) Schach-Mafia totgeschwiegen, verheimlicht, zensiert und ignoriert werden. Weltweit.
MARIO1962 MARIO1962 07.12.2021 09:01
auf Schach.de ist allenfalls sein Rechner auf IM Niveau.
Martin Rieger Martin Rieger 07.12.2021 08:37
Mit Adleraugen sehen wir die Fehler anderer, mit Maulwurfsaugen unsere eigenen.
Vandenberg Vandenberg 07.12.2021 07:27
Auch Weltklassespieler sind Menschen. Und Menschen machen nun mal Fehler. Auch Kasparow hat es schon geschafft in einer Eröffnung einen Fehler zu machen, den man eigentlich von einem 1700 DWZ-Spieler erwarten könnte. Robert Hübner hatte mal ne Springergabel übersehen. Ja, klar Nepomnjaschtschi hat zwei relativ große Fehler gemacht in Folge. Aber das heißt nicht, dass die Spiele bis dahin uninteressant gewesen wären. Fand sie ehrlich gesagt recht interessant. Vielleicht hat er einfach nicht die mentale Stärke, um an einen Sieg nach der Niederlage in der 6. Partie zu glauben. Und so hat er vielleicht unbewusst bereits aufgegeben oder er hat einfach nicht mehr die Konzentration. Carlsen hat es geschafft eine relativ unbekannte Eröffnung zu spielen. Gerade hier sieht man schön, wenn die guten Spieler nicht in ihren auswenig gelernten Varianten drinstecken, sind sie auch verwundbar. Schach ist ein sehr komplexes Spiel. Deshalb ist Wissen auch so mächtig in Schach, aber nicht nur in Schach. Man kann ja gerne mal versuchen Mathematik ohne Wissen zu studieren. Egal wie talentiert man ist, das wird wohl nichts. Finde es übrigens erbärmlich, dass hier meine Kommentare zensiert werden. Seid ihr alle vom KGB oder wie?
Blitz2010 Blitz2010 07.12.2021 07:20
Ach, wie schade! Nepo ist ein bewunderungswürdiger, brillanter Spieler! Hut ab vor seinen Fähigkeiten, wenn er in Form ist! Schade, dass er nicht mehr von dem abrufen konnte, was er draufhat! Sehr schade! Tut mir leid für ihn. Kopf hoch, da kommen wieder bessere Zeiten.
Stefan Eichardt Stefan Eichardt 07.12.2021 07:03
Ich finde b5 noch schlimmer als c5.
An einen Zug wie b5 würde ich während der Partie nicht mal denken.
Beide Einsteller unfassbar für eine WM.
Queequeck Queequeck 07.12.2021 06:46
Die Partien 6, 8 und 9 sind sicher erstaunlich fehlerhaft. Für die Öffentlichkeit und damit für Schach-PR sind diese Blackouts aber genau richtig: Publicity!
Und uns Vereinsspielern sind sie ein Trost, weil wir dergleichen "blunder" öfter machen (wenn uns nicht gerade eine Pandemie daran hindert).
Carlsen meinte unlängst, dass er, sollte er einen Schlag voll ins Gesicht kriegen, nicht gleich zu Boden gehen würde. Nepo hielt er da für (mental) schwächer. Der Verlauf der WM bestätigt ihn.
Klaus Karigl Klaus Karigl 07.12.2021 06:34
Liebe Sturmmaske,
Als kleiner/begeisterter Hobby-Spieler beuge ich mich ZU TIEFST vor beiden Ausnahme-Spielern!
Auch "Nepo" - leistet über-drüber GROSSARTIGES!
Als "schwächsten Herausforderer" sollten wir ihn dennoch absolut NICHT bezeichnen!
Alle Spiele - sind ein absolutes AUSNAHME Niveau...
LG
Chessiszen Chessiszen 07.12.2021 06:11
@Sturmaske "...Ich denke, diese Schach-WM kann man schon jetzt als die wohl bisher schwächste und teilweise auch uninteressanteste einstufen."

Schwach sind besonders Ihre unqualifizierten Kommentare...
kumagoro kumagoro 07.12.2021 06:03
Unterhaltungswert haben auch die Kommentare, vor allem weil immer mehr Kommentatoren ihr schachliches Wissen ausschliesslich aus dem Enginebalken ziehen.
Sturmaske Sturmaske 07.12.2021 05:52
I. Nepomnjaschtschi war der wohl bisher mit Abstand schwächste Herausforderer für M. Carlsen. Solche Figureneinsteller (oder auch Blackout) sind für Spieler mit gehobenen Niveau einfach sehr ungewöhnlich. Ich denke, diese Schach-WM kann man schon jetzt als die wohl bisher schwächste und teilweise auch uninteressanteste einstufen.
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