Schneider-Zinner: Strategieschule - Rezension in SM 64

von ChessBase
03.06.2022 – Die neue Ausgabe des Schachmagazins 64 enthält wieder viel Lesestoff und außerdem eine Rezension von Stefan Liebig zur zweibändigen Strategieschule des österreichischen Schachtrainers Harald Schneider-Zinner. Hier lernt man "Startegie vom Feinsten", meint der Autor.

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Nachdruck aus Schachmagazin 64, Juni-Ausgabe, mit freundlicher Genehmigung

 

Strategieschule in zwei Teilen

Harald Schneider-Zinner liefert einen Strategiekurs, der es in sich hat: Über neun Stunden praktische Beispiele vermitteln sinnvolle Denkprozesse.

Von Stefan Liebig

Strategieschule Band 1 und 2

Ziel dieses Videokurses ist es, dem Studierenden zahlreiche Muster und Ideen aus der Praxis für sein Training mitzugeben, um so den nötigen Feinschliff zu erlangen.

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Ob gemeinsame Analyse im Anschluss an den Mannschaftskampf oder beeindruckte Reaktion auf das Nachspielen einer Meisterpartie – wohl jeder Amateur erreicht irgendwann einen Punkt, an dem er sich über Stellungsbeurteilung und Planfindung Gedanken macht. Spätestens, wenn die Engine zwar eine Menge Varianten anzeigt, die besser als die selbst am Brett gefunden sind, aber die Erklärung dazu fehlt, wünscht man sich professionelle und auf den Punkt gebrachte Strategietipps. Genau diese liefert Harald Schneider-Zinner mit seiner zweiteiligen bei ChessBase erschienenen DVD-Reihe „Strategieschule“. Referenzen des österreichischen Toptrainers sind nicht nur die beiden Nationalspieler Felix Blohberger und Valentin Dragnev, die aus seiner Schule hervorgingen, denn er trainierte auch die österreichische Frauen- Nationalmannschaft und leitete die Trainerausbildung in Österreich. Diese didaktischen Erfahrungen setzt er in den beiden Bänden „Allgemeine Prinzipien“ und „Die Kunst des Tauschens“ gleichermaßen lehrreich wie äußerst unterhaltsam um. An prominenten Beispielen von Rubinstein bis Carlsen zeigt er, wie die Größen der Szenen denken und vor allem auch, wann sie aufhören zu grübeln und sich mit Teilplänen begnügen, um nicht zu viel wertvolle Bedenkzeit zu verlieren.

In sinnvoll strukturierten, übersichtlichen Kapiteln geht er auf Stellungsbeurteilung und Planfindung, Hebel, typische Figurenmanöver, „Überzählige Figuren“ und die vernachlässigte Schwerfigurenregel ein und stellt schließlich Fragen und Übungsaufgaben, die interaktiv gelöst werden sollen. Man lernt vor allem, wie man denken soll, zum Beispiel, ob es sich um taktische oder strategische Stellungen handelt und warum es nützlich sein kann, auch sinnlos erscheinende Schachgebote einzukalkulieren (siehe unten).

Die zweite DVD greift Themen der ersten auf und widmet sich weiterführend der schwierigen Thematik des Abtauschens. Neben dem Faktor Zeit steht über allem die wichtige Faustregel: „Es ist nicht wichtig, was vom Brett verschwindet, sondern was auf dem Brett übrigbleibt.“ Mit einem beindruckenden Beispiel von Rosentalis (gegen Appel) bringt der Autor die zweite DVD zu einem für Schachgenießer beeindruckenden Abschluss, den er zurecht für einen der „schönsten Momente der Schachgeschichte“ hält – Strategie vom Feinsten!

Strategieschule Band 1 und 2

Ziel dieses Videokurses ist es, dem Studierenden zahlreiche Muster und Ideen aus der Praxis für sein Training mitzugeben, um so den nötigen Feinschliff zu erlangen.

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Harald Schneider-Zinner: Strategieschule. Band 1 – Allgemeine Prinzipien

ISBN 978-3-86681-836-1;

Band 2 – Die Kunst des Tauschens

ISBN: 978-3-86681-837-8.

Preis: je 29,90 € oder zusammen für 54,90 €

 

Short gegen Miles

 

Dieses Partiefragment zeigt die Stärke des DVD-Kurses: Mitdenken ist gefordert und macht Spaß. In der nebenstehenden Stellung erklärt der Autor ausführlich warum 21. …Tfc8 nicht an 22. Sb6 scheitert, um anschließend den Knalleffekt auszupacken und zu erklären, warum 22. Sb6!! eben doch die Partie gewinnt: Nämlich dann, wenn man weit genug rechnet. Bemerkenswert: Beide Toppspieler haben die Schlusspointe in der Partie nicht entdeckt. Entdecken Sie, weshalb beide Spieler Sb6 falsch eingeschätzt haben? Welche Mattkombination für Schwarz überzeugte beide von der Fehlerhaftigkeit des Zuges und wie hätte er doch zum Gewinnzug werden können? 

Lösung:

21. …Tfc8 sieht für Schwarz gut aus wegen 22. Sb6 Se2, und die weiße Stellung scheint wegen der Mattdrohungen auf c1 zu kollabieren Doch der Hammerzug 23. Df8+!! widerlegt die schwarze Scheindrohung – die Dame auf d7 kann im nächsten Zug vom Springer genommen werden (nach 23. …Kxf8 nimmt der Springer mit Schach und im nächsten Zug folgt Lxe2; nach 23. …Txf8 fehlt nach 24. Sxd7 eine Überdeckung für c1). Short spielte 22. a3! statt 22. Sb6!! und gewann die Partie weniger spektakulär.

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