Shirov besiegt Sveshnikov in Rapidmatch

von André Schulz
01.10.2014 – Anfang der Woche wurde in Riga ein Schnellschach-Wettkampf der Generationen zwischen Alexey Shirov und Evgenij Sveshnikov ausgetragen. Gespielt wurden an drei Tagen insgesamt sechs Partien mit einer Bedenkzeit von 50 Minuten plus 10 Sekunden pro Spieler und Partien. Shirov gewann klar mit 5,5:0,5. Mehr...

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Schnellschachwettkampf Shirov-Sveshnikov

In Riga wurde ein Schnellschach-Wettkampf der Generationen ausgetragen, bei dem Schachlegende Evgeny Sveshnikov auf Alexey Shirov traf. Die Bedenkzeit betrug 50 Minuten plus 10 Sekunden Zeitzugabe für jeden Zug pro Partie und Spieler. Vom 26. bis 28. September wurden je zwei Partien pro Tag gespielt und per Kamera und DGT-Brett ins Internet übertragen.

Evgeny Sveshnikov wurde 1950 in Tscheljabinsk, einer Stadt im Südural geboren. Schach lernte er im Alter von fünf Jahren von seinem Vater und erhielt dann im örtlichen Pionierpalast eine Schachausbildung. Nach dem Abschluss der Schule schloss Sweshnikov zunächst ein Studium im Maschinenbau ab, bevor er sich dem Turnierschachschach zuwandte. Zusammen seinem Freund Gennadij Timoscenko belebte er mit vielen neuen Ideen die früher so genannte Lasker-Pelikan-Variante. Lasker hatte als erster Spitzenspieler die dynamischen Möglichkeiten des Vorstoßes e7-e5 in der Sizilianischen Variante erkannt und diese Idee bei der Weltmeisterschaft 1910 gegen Schlechter angewandt. Viele Nachahmer fand die Idee allerdings erst einmal nicht. Auch Lasker beließ es bei diesem einmaligen Experiment. 

Schlechter-Lasker, Weltmeisterschaft 1910

 


Später, seit den 1950er Jahren, versuchte der Argentinier Jorge Pelikan das System zu reanimieren, aber ebenfalls ohne allzu großen Nachhall in der Schachwelt.

Rosetto-Pelikan, Buenos Aires 1954

 


1972/73 begann dann zunächst Timocenko, regelmäßig diese Variante in ihrer modernen Form anzuwenden, und zwar ausgesprochen erfolgreich. Sveshnikov hatte tatsächlich schon in den 1960er Jahren damit experimentiert, bevor er dann ab 1975 die nun zumeist nach ihm benannte Variante ebenfalls regelmäßig spielte. Gelegentlich wird dieses Abspiel auch Tscheljabinsker Variante genannt, was eigentlich korrekter ist, da damit auch die Leistung von Timocenko berücksichtigt wird.


Levchenkov-Sveshnikov, UdSSR 1969
 

 

 

Seit 2002 lebt Evgeny Sveshnikov in Lettland.

 

Ein Markt in Riga in der Nähe des Spielortes

Alexey Shirov wird 1972 in Riga in einer russischen Familie geboren. Er verzeichnete einen kometenhaften Aufstieg in die Weltspitze und war als 17-Jähriger damals der fünftjüngste Großmeister aller Zeiten. In seinem taktisch geprägten Stil erinnerte er viel an de jungen Michail Tal. 1995 übersiedelte Shirov nach Spanien und besiegte 1998 in einem Ausscheidungswettkampf Kramnik womit er sich als Herausforderer von Kasparov qualifizierte. Der WM-Kampf Kasparov gegen Shirov kam dann aber nie zustande. 2000 wurde Shirov FIDE-Vizeweltmeister. Inzwischen lebt Shirov wieder in Lettland und spielt auch wieder unter lettischer Flagge.

Alexey Shirov und Evgeny Sveshnikov

Der Wettkampf zwischen Shrirov und Sveshnikov war eine im Ergebnis einseitige Angelegenheit. Shriov gewann klar mit 5,5:0,5. Dennoch boten die Partien eine Menge Unterhaltung und abwechslungsreiches Schach.

Partien:

 

 

Die Uhr wird in Gang gesetzt

Eine Kamera überträgt ein Video der Spieler

Fotos: Vladimir Barsky

 

Offizielle Seite...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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