Shirov gestoppt

22.01.2010 – Nigel Short gelang es heute als erstem Spieler, den Shirov-Express zumindest zu verlangsamen. In einem Spanier waren nach einer Abtauschfolge nur noch Dame, Bauern und ungleiche Läufer auf dem Brett, was selbst Shirov zum Remis mangels Angriffsmasse bewegte. Auch einige andere Partien der A-Gruppe endeten recht schnell mit einem Unentschieden. So trennten sich Ivanchuk und Nakamura und auch Anand und Carlsen teilten die Punkte. Keinen Sieger gab es zudem in Karjakin gegen Smeets. Zu vollen Punkten kamen Kramnik im Königsinder gegen den glücklosen Van Wely, Leko in einer wilden Partie gegen Caruana und Dominguez im Katalaner gegen Tiviakov. Shirov bleibt in der A-Gruppe mit 1,5 Punkten Vorsprung in Führung. Kramnik rückte zu Nakamura und Carlsen auf. In der B-Gruppe führt Anish Giri nach seinem Sieg über Nybäck. Auch in der C-Gruppe liegt mit Ray Robson einer der jüngsten Spieler vorne.Turnierseite...Bericht, Bilder, Partien, etc....

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Shirov gestoppt!
Bilder: Galina Tiviakova, Jeroen van den Belt, Nadja Wittmann
Text: André Schulz


Eingang zum Turniersaal


Das "Fußvolk"



Alexej Shirov ist einer der aktivsten Profis überhaupt. In der Liste der Spieler mit den meisten Partien nimmt Shirov Platz 21 ein (2759 Partien gemäß Mega 2010). Nur wenig der aktiven Spieler haben mehr Partien gespielt als der Mann aus Riga, der seit geraumer Zeit unter spanischer Flagge spielt. Seine Erinnerungen an Wijk aan Zee sind allerdings gemischter Natur. Seiner letzte Teilnahme 2007 geriet zu einem Desaster. Nach einem Auftaktremis verlor er fünf Partien in Folge. Am Ende kam er auf gerade einmal 4,5 Punkte und wurde Letzter.



In diesem Jahr läuft es allerdings sehr viel besser. Nach den ersten fünf Runden hat Shirov schon mehr Punkte eingefahren, als 2007 im ganzen Turnier. Er gewann alle fünf Partien, z.T. in begeisterndem Stil, und hat zwischen sich und dem Rest des Feldes bereits 1,5 Punkte Abstand geschoben. Heute erwies sich jedoch Nigel Short als Spaßbremse für den Shirov-Express. In einem Spanier kam es im Mittelspiel zu einer Abtauschserie, an dessen Ende nur noch Damen, ungleichfarbige Läufer und ein paar Bauern auf dem Brett standen -zuwenig Schmierstoff für die Shirov'sche Taktikmaschine. Remis.



Zu diesem Zeitpunkten waren schon zwei weitere Partien mit einem Unentschieden beendet worden. Ivanchuk und Nakamura hatte schon in der Eröffnung in einer der Hauptvarianten des Slawischen Damengambits eine Stellungswiederholung forciert. Anand und Carlsen erklärten dann ihre Drachenpartie - jenseits der kritischen Variante - mangels Masse ebenfalls für unentscheidbar.



Bald danach hatten Karjakin und Smeets ermittelt, dass es in der Hauptvariante der Russischen Verteidigung keine neuen Erkenntnisse gibt. Auch hier wurde die Punkteteilung bald amtlich.



Für mehr Spannung sorgten die drei restlichen Partien. In Dominguez gegen Tiviakov hatte der Kubaner mit den weißen Steinen in der Katalanischen Eröffnung den üblichen Minusbauern mit der üblichen Kompensation. Diese mutierte schließlich zu einem wieselflinken Freibauern, der den vollen Punkt für Weiß einbrachte, als er die siebte Reihe erreichte.



Kramnik und Van Wely lieferten sich ein Duell auf königsindischem Terrain. Einst hatte Kramnik sogar Kasparov die Königsindische Verteidigung mit der Variante 9.b4 verleidet, aber inzwischen spielt der Russe etwas weniger prinzipiell 7.Le3 statt 7.0-0. Trotzdem kam es zu dem in dieser Eröffnung typischen schwarzen Bajonettangriff mit dem Manöver g6-g5-g4, allerdings mit verändertem Akzent, da dabei im Sinne von Weiß auch die Damen getauscht wurden.

Später kam Kramnik zum in dieser Struktur typischen Figuren"Opfer" auf c5, das ihm zwei verbundene Freibauern einbrachte.


Es folgte 40.Lxc5

Danach konnte Van Wely dem Druck nicht mehr standhalten und musste bald aufgeben.


Gute Laune bei Kramnik


Van Wely ohne Fortune

Eine wilde Position stand in Leko gegen Caruana auf dem Brett. Der Italiener hatte die Archangelsk-Variante gewählt, einen Bauern geopfert und dafür die weiße Königstellung demoliert.




Der Ungar behielt jedoch kühlen Kopf und führte die Partie zu einer Position, in der er schließlich eine Figur für zwei Bauern hatte. Mit der von ihm gewohnten sauberen Technik führte er den Materialvorteil zum Sieg.

A-Gruppe - Runde 6

Anand, Viswanathan 1/2 Carlsen, Magnus
Dominguez Perez, Leinier 1-0 Tiviakov, Sergei
Ivanchuk, Vassily 1/2 Nakamura, Hikaru
Karjakin, Sergey 1/2 Smeets, Jan
Kramnik, Vladimir 1-0 Van Wely, Loek
Leko, Peter 1-0 Caruana, Fabiano
Shirov, Alexei 1/2 Short, Nigel D





Für ungewohnte Stellungsbilder sorgte in der B-Gruppe das Duell Tomi Nybäck gegen Anish Giri.



Der Finne hatte dem Holländer im Slawischen Damengambit die Rochade vermasselt und der jüngere der beiden jungen Großmeister versuchte dann, aus der Not eine Tugend zu machen und setzte den König als Blockadefigur gegen ein weißes Freibauernpaar im Zentrum ein - im Prinzip keine schlechte Idee, allerdings waren noch Damen und Türme auf dem Brett. Doch Giri kam selbst schnell zum Angriff gegen den finnischen König und entschied die Partie für sich,



Giri zeigt seine "Perle"

In Nisipeanu gegen So schnappte der Philippine einen Bauern und verteidigte diesen mit Turm und Springerpaar gegen Turm und Läuferpaar bis zum Sieg.


Nisipeanu und So bei der Analyse

Lange mühte sich Arkadij Naiditsch gegen Dimitri Reindermann um den Sieg. Doch im Verlauf der Partie gelang es ihm zunächst nicht, in Vorteil zu kommen. Erst im Doppelturm-Endspiel gewann Naiditsch einen Bauern, doch zum ganzen Punkt reichte es nicht.


Arkadi Naiditsch

Die längste Partie des Tages spielten Sutovsky gegen Howell. Nach interessantem Verlauf in der Spanischen Hauptvariante setzte sich Sutovsky im 81. Zug durch.

B-Gruppe - Runde 6

Ni Hua 1-0  Muzychuk, Anna
L'Ami, Erwin 1-0  Negi, Parimarjan
Harikrishna, P 1/2  Akobian, Varuzhan
Nyback, Tomi 0-1  Giri, Anish
Nisipeanu, Liviu-Dieter 0-1  So, Wesley
Sutovsky, Emil 1-0  Howell, David W L
Reinderman, Dimitri 1/2 - Naiditsch, Arkadij



 

In der C-Gruppe gab es sechs Entscheidungen. Einzig die Partie Swinkels gegen Peng Zhaoquin endete remis. Zu vollen Punkten kamen Robson gegen Bok, Gupta gegen Vocaturo, Lie gegen Li Chao, Grandelius gegen Plukkel, Kuipers gegen M. Muzychuk und van Kampen gegen Soumya.

 C-Gruppe - Runde 6
Robson, Ray 1-0 - Bok, Benjamin
Gupta, Abhijeet 1-0 - Vocaturo, Daniele
Swinkels, Robin ½-½ - Peng Zhaoqin
Lie, Kjetil A 0-1 - Li Chao2
Grandelius, Nils 1-0 - Plukkel, Sjoerd
Muzychuk, Mariya 0-1 - Kuipers, Stefan
Soumya, Swaminathan 0-1 - Van Kampen, Robin



 


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