Shredder und Fritz nun gleichauf

26.11.2003 – Der Spitzenkampf der siebten Runde der Computer-WM zwischen Junior und Shredder endete früh remis, nachdem ein bekanntes und forciertes Remisabspiel der Najdorfvariante auf dem Brett entstanden war. Diesen Umstand konnte sich Verfolger Fritz zu Nutze machen, der gegen Green Light einen ganzen Punkt einfuhr. Fritz schloss damit zum führenden Shredder auf (beide 5,5, P.) Brutus musste erneut einen Rückschlag hinnehmen, nachdem er List nicht bezwingen konnte, und verlor einen weiteren halben Punkt auf die Spitze. Dennoch liegen die Spitzenprogramme noch eng beieinander und alle haben noch Chancen auf den Titel. Nein, im Foto sehen wir GM Alterman nicht beim "Aufladen" seiner Spielstärke, sondern beim Messen seiner Hirnströme. Alterman verfügt über "außergewöhnliche Fähigkeiten zur kortikalen Entspannung". Was das heißt, erklärt Peter Schreiner in seinem Bericht. Video-Trailer zur Computer-WM von Imagewerk... Terminplan bei chess003.... Offizielle Turnierseite der Computerschach-WM... Graz 2003...Partien, Fotos, Bericht...

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Graz, 22. bis 30.November 2003

Die Partien der ersten Runde zum Nachspielen...

Die Partien der zweiten Runde zum Nachspielen...

Die Partien der dritten Runde zum Nachspielen...

Die Partien der vierten Runde zum Nachspielen...

Die Partien der fünften Runde zum Nachspielen...

Die Partien der sechsten Runde zum Nachspielen...

Die Partien der siebten Runde zum Nachspielen...

 

Tabelle nach sieben Runden:

 

Graz 7.Runde
Peter Schreiner


Peter Schreiner in Graz

Was machen Schachspieler nach den Turnierrunden ? Natürlich Schach spielen.

Hier in Graz gibt es für Schachspieler die Möglichkeit, täglich ihrem Hobby zu frönen. Mitten in der City gibt es den Spielertreff "Brot + Spiele", in dem man jederzeit Schachpartner findet. In dem Lokal werden alle möglichen Spiele gepflegt. Billard, Backgammon, Go, Kartenspiele und natürlich auch Schach.


Turnierteilnehmer in entspannter Atmosphäre


Mayer (re.) gegen Wells

Durch Zufall ist der Berichterstatter bei einem nächtlichen Rundgang durch Graz auf das Lokal gestoßen. Prompt wurde der Abend noch länger. Mittlerweile hat sich der "Zockertreff" zu einem beliebten Treff der Teilnehmer entwickelt. GM Wells war ebenfalls anwesend und demonstrierte den Teilnehmern nachhaltig, wo Barthel den Most hernimmt.


Boris Alterman, immer für ein Experiment zu haben

Nach dem frühen Remis von Junior hatte GM Alterman entsprechend Zeit und unterzog sich einer Hirnmessung am Stand der Universität Graz. Die Hirnstrommessung fand während einer Blitzpartie (5 Minuten) gegen Junior statt. Die Partie wurde von Junior nach Zeitüberschreitung gewonnen. Die Messung ergab, dass GM Alterman über eine außergewöhnliche Fähigkeit zur kortikalen Entspannung (Reduktion der Gehirnaktivierung) verfügt. Des Weiteren fand man heraus, dass die rechte Hirnhälfte während des Spiels leicht stärker aktiv war als die linke Hirnhälfte. Über das Ergebnis bei der Messung am eigenen Hirn schweigt sich der Berichterstatter lieber aus .......

Für Insider war es etwas überraschend, Quark-Programmierer und Mr. Winboard Thomas Mayer in einem ChessBase T-Shirt anzutreffen. Die Spekulationen waren sofort angeheizt. Soll dies etwa bedeuten, dass Quark in Kürze Fritz, Shredder, Hiarcs und Junior firmenintern Konkurrenz macht ??? Wir beantworten diese Frage noch nicht und lassen damit Raum für die in der Szene so beliebten Spekulationen ....


Thomas Mayer in ChessBase-Wear

Nun zum Turniergeschehen. Die mit Spannung erwartete Spitzenpaarung Junior - Shredder verlief für die Zuschauer enttäuschend. Shredder spielte fast die komplette Partie aus dem Buch, während Junior immerhin 10 Züge lang die theoretisch korrekte Variante berechnete. Fazit: Die Programme landeten in einer Remisstellung.


Junior gegen Shredder

Für Shredder als Nachziehender war das sicher ein günstiges Ergebnis gegen einen Mitfavoriten. Nachdem Shredder gegen alle Mitfavoriten gespielt hat, wird sich zeigen, wie sicher Shredder seine Punkte gegen die vermeintlich schwächeren Teilnehmer holt.

Fritz demonstrierte in seiner Partie ein überlegenes positionelles Spielverständnis. Nachdem beide Programme mit einer relativ ausgeglichenen Stellung aus dem Buch kamen, überspielte Fritz seiner Gegner souverän und strich ungefährdet den Punkt ein.

Nach dem guten Turnierstart kommt ist die Maschine Brutus ins Stocken gekommen. Gegen das deutsche Amateurprogramm List wurde allgemein ein deutlicher Sieg erwartet.


List gegen Brutus

Gut, dass List nicht  wusste gegen wen er da antreten musste. List kam mit einer ausgeglichenen Stellung ausgezeichnet ins Mittelspiel. Sicher ein Verdienst von Erdogan Günes, der mir im Vorfeld erklärte, das man gegen Brutus unbedingt scharfe forcierte Systeme vermeiden muss. Obwohl erwartet wurde, dass Brutus List ausmanövriert, konnte List seinen geringen Vorteil festhalten und im weiteren Partieverlauf nach einigen merkwürdigen Manövern von Brutus ausbauen. Letztendlich gab die Position nicht mehr als ein Remis her und Brutus verlor im Titelrennen einen wertvollen halben Punkt.

Fritz und Shredder führen momentan das Turnier ungefährdet an und es läuft wohl auf ein direktes Duell zwischen den beiden Programmen hinaus. Entscheidend wird für den Turnierausgang sein, wer am sichersten die Punkte gegen die vermeintlich schwächeren Programme macht.

Fritz-Autor Frans Morsch stand mir freundlicherweise für ein kurzes Interview zur Verfügung.

Frage: Frans. Wie gefällt es Dir hier in Graz ?

Antwort: Graz ist wunderschön. Bisher hatten wir tolles Wetter, am meisten fasziniert mich aber die hervorragende steirische Küche.


Die gute Küche

Frage: Du nimmst seit 1986 in Köln regelmässig an Weltmeisterschaften teil und kannst Dir ein Urteil über die Organisation erlauben. Wie findest Du die Ausrichtung des Turniers in Graz ?

Antwort: Ich habe noch nie ein solch gut durchorganisiertes Turnier erlebt. Es gibt keinen Grund, etwas zu bemängeln. Die Spielbedingungen sind so hervorragend, daß ich mich als Teil von der Weltkulturstadt Graz 2003 fühle.

Frage: Nach dieser Runde liegst Du zusammen mit Shredder in Führung und es sieht danach aus, dass der Titel zwischen Euch beiden ausgespielt wird. Wie beurteilst Du den Turnierverlauf für Fritz ?

Antwort: In den vergangenen Jahren haben wir immer versucht, die Amateurprogramme mit taktischen Mitteln zu schlagen. Diese Strategie war uns für dieses Jahr zu gefährlich, weil man damit erhebliche Risiken eingeht. In den vergangenen Turnieren hat uns diese Methode einige Punkte gekostet. Die neue Version spielt jetzt hervorragendes positionelles Schach, wie z.B. der konsequent umgesetzte Sieg gegen Shredder bewiesen hat.

Frage: Resultieren die offensichtlich deutlich verbesserten strategischen Leistungen auch aus der Vorbereitung von dem Match gegen Kasparov ?

Antwort: Ja, das ist richtig. Ich strebe jetzt konsequent danach, das Programm in strategischer Hinsicht auf das gleiche Niveau wie im taktischen Bereich zu bringen. Ich bin davon überzeugt, daß nur über Verbesserungen im positionellen Spiel weitere Leistungssteigerungen möglich sind.  Mit den beim Turnier gezeigten Leistungen bin ich sehr zufrieden.

Frage: Welches Gefühl ist es für einen Schachprogrammierer, wenn das eigene Geisteskind gegen den stärksten Schachspieler der Welt, eben Kasparov, antritt ?

Antwort: Was soll ich sagen ? Gegen Kasparov zu spielen war einfach das Größte !!!


Zuschauer im Dom im Berg

 

 

 

 

 

 


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