Sigeman&Co: Van Foreest vergrößert Führung, Keymer schlägt Nihal

von André Schulz
28.09.2021 – In der 5. Runde des Sigeman-Turniers kam es zum Vergleich von Vincent Kemyer und Nihal Sarin. Nach spannendem und langem Kampf ging der Punkt an den Deutschen. Jorden van Foreest besiegte Etienne Bacrot und vergrößerte seinen Vorsprung an der Tabellenspitze. | Fotos: Lars OA Hedlund

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Von den weltbesten Spielern des Jahrgangs 2004 sind beim TePe Sigeman&Co Turnier drei im Einsatz: Nihal Sarin, Vincent Keymer und Jonas Bjerre. Zu diesem Jahrgang gehören sonst auch noch die Usbeken Nodirbek Abdusattorov und Javokhir Sindarov, Und natürlich Praggnanandhaa. Besonders Nihal und Praggnanandhaa haben in der Zeit vor Ausbruch der Corona-Pandemie mit ihren Erfolgen für viele Schlagzeilen gesorgt. Im Unterschied zu den beiden Indern geht der jüngste deutsche Großmeister Vincent Keymer auch noch zur Schule und will sein Abitur machen, bevor er - und auch das ist erklärtes Ziel - sich auf seine Karriere als Schachprofi konzentrieren will.

Den Kollegen Praggnanandhaa hat Vincent Keymer zuletzt beim Hou-Yifan Online-Challenge besiegen können. In der Runde fünf stand nun der direkte Vergleich mit Nihal Sarin auf dem Programm.

Den Gegner im Blick

Vincent Keymer führte die weißen Steine. Die Partie begann mit einer Bogoindischen Verteiidgung gegen Keymers 1.d4. Nach der Eröffnung übernahm Nihal nach und nach das Kommando und erhielt schließlich eine komfortable Druckstellung. Im Versuch, die Partie zum Gewinn zu führen, erlaubt der Inder seinem Gegner jedoch Gegenspiel und schließlich ergab sich ein Endspiel, das gute Rechenarbeit erforderte. Vincent Keymer hatte besser gerechnet.

 

Schwarz steht gut. Er kann sich am Damenflügel einen Freibauern machen und hat auch die bessere Leichtfigur. Zunächst hat er aber die falsche Idee.

28...Db2? [Kein guter Ausflug. 28...a4!?]

29.T1e2?! [Präziser war 29.e5 was den Rückzug für die Dame sperrt, mit  Verwicklungen. 29...Txe5 (29...Dxa2 30.T3e2 Da3 31.exd6 (31.Te3 Txe5) 31...Txe2 32.Txe2=) 30.T1e2 Dd4 31.Td2 Txe3 32.Txd4 Te1 33.Dc2 cxd4 mit Chancen für beide Seiten.]

29...Dd4 30.Td2 Dg7 [Die Dame ist von ihrem  Abenteuer heil zurückgekommen.]

31.Ld3 a4 32.Dc2 a3 33.Tde2 Dd4 34.h4 Sd7 35.Td2 Dg7 36.Tde2

 

[Weiß steht passiv und kann nur warten.]

36...Dd4 37.Td2 Dg7 38.Tde2 Se5 39.Te1 h5 40.T3e2 Df6 [Nun ist die Zeitkontrolle geschafft.]

41.Te3 Sg4 42.T3e2 Kg7 [Schwarz steht zwar überlegen, findet aber keinen überzeugenden  Gewinnplan.]

43.Td2 Tb8 44.f3 Sh6 45.Tde2 Tbe8 46.Db3

 

46... g5? [Der Zug  öffnet Schwarz die h-Linie für Gegenspiel. Besser war es wohl, denn f-Bauern zu  mobilisieren.]

47.hxg5 Dxg5 48.f4 Df6 49.Th1 [Weiß ist wieder im Spiel.]

49...Dd4 [49...Dg6 50.e5 Sf5 51.Lxf5 Dxf5 52.Df3=]

50.Txh5 f5 [50...Txe4!? 51.Lxe4 Txe4 52.Df3 Txe2+ 53.Dxe2 Da1 54.g4 Dc1 mit Kompensation für die  Qualität.]

51.Tg5+ [51.e5!? dxe5 52.Lxf5]

 

51...Kf8? [Richtig war 51...Kf6 z.B.: 52.Lc2 Txe4 53.Lxe4 Txe4 54.Df3 Dxc4 55.Txf5+ Sxf5 56.Dxe4 Dxe4+ 57.Txe4 Sd4 mit Gewinn]

52.Lc2? [Nach 52.e5 dxe5 53.Lxf5 exf4 54.Le6 hält sich Weiß.]

52...Txe4 53.Lxe4 Txe4 54.Df3

 

54...Txe2+? [Die kritische Stellung: 54...Dxc4–+]

55.Dxe2 De4+? [Schwarz setzt auf den Bauerndurchbruch b4–b3,  aber das reicht nicht zum Gewinn. 55...Db2 56.Kf3 Dxe2+ (56...Db1=) 57.Kxe2 b3 58.Th5 (58.axb3 a2–+) 58...b2 59.Th1 mit spannender Stellung  und etwas besseren Aussichten für Weiß.]

56.Dxe4 fxe4 57.Tg6 Sf7 58.Te6 b3 59.Txe4 b2 60.Te1 Sh6 61.g4 [Um den Springer den Weg nach f5 zu  versperren. 61.Kf3 war aber auch möglich: 61...Sf5 62.Tb1 Sd4+ 63.Ke4 Sc2 64.Kd3 Sb4+ 65.Kc3 Sxa2+ 66.Kb3 Sc1+ 67.Kxa3 Se2 68.Kxb2 Sxg3 69.Te1 und gewinnt.]

61...Sxg4 62.Kf3 Sh6 63.Ke4 Kf7 64.Kd3 Sf5 65.Kc2 Kf6 66.Kb1 Sg3 67.Te3 Sf1 68.Txa3 Sd2+ 69.Kxb2 Sxc4+ 70.Kb3

 

70... Se3 [Ein letzter  Versuch, aber die Sache ist entschieden. 70...Sxa3 71.Kxa3 Kf5 72.Kb3 Kxf4 73.a4+–]

71.Ta7 Sxd5 72.a4 Sxf4 73.a5 Ke5 74.a6 Kd4 75.Tb7 1–0

Sponsor Johan Sigeman mit Vincent Keymer

Der Spitzenreiter des Turniers ist Jorden van Foreest. Er konnte in den vier Runden zuvor zweimal gewinnen, gegen Nigel Short und gegen Vincent Keymer, und blieb ohne Niederlage. Gegen Etienne Bacrot holte der Niederländer mit Weiß in der Klassischen Variante der Französischen Partie einen weiteren vollen Punkt und hat seinen Vorsprung nun auf einen Punkt vergrößert. 

Auch Nils Grandelius kam zu einem vollen Zähler. Er gewann den skandinavischen Vergleich gegen Jonas Bjerre.

Im englischen Derby spielten Gawain Jones und Nigel Short nach langem Kampf remis.

Stand nach 5 Runden

 

Partien

 


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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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