07.08.2017 – Zwei weltmeisterliche Siege in St. Louis: Magnus Carlsen und sein Vorgänger als Weltmeister, Viswanthan Anand, kamen in der 5. Runde des Sinquefield Cups beide zu einem ganzen Punkt und rücken damit Maxime Vachier-Lagrave auf die Fersen. Der Franzose führt mit einem halben Punkt Vorsprung.
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Weltmeisterliche Siege
Magnus Carlsen wurde in der gestrigen 5. Runde des Sinquefiled Cups von Wesley So mit der Schottischen Partie überrascht. Der Weltmeister hatte keinerlei Interesse an einer theoretischen Diskussion und wählte mit dem Manöver Lf8-b4-e7 eine weniger gebräuchliche Variante. Nach der Eröffnung stand er etwas etwas schlechter, meinte der Norweger im Interview, aber "nicht so schlecht, wie es auf den ersten Blick aussieht." Wesley So suchte sein Spiel im Zentrum, verbunden mit dem ehrgeizigen Bauernvorstoß e4-e5 und einem Bauernopfer auf b2, muss sich aber bei der Berechnung der Verwicklungen irgendwo verrechnet haben.
Magnus Carlsen bei Maurice Ashley
Nicht nur der 16., auch der 15. Weltmeister kam in dieser Runde zu einem vollen Punkt.
Anand und Caruana bei der Analyse
Gegen Fabiano Caruana spielte Viswanathan Anand die Sizilianische Drachenvariante - allerdings mit vertauschen Farben. Der US-Großmeister verfolgte ein in dieser Farbverteilung eher selten gespieltes Konzept, indem er den schwarzfeldrigen Läufer nach c5 entwickelte. In der Original-Drachenvariante sieht man den analogen Zug Lc4 ziemlich häufig, in der Version mit vertuschten Farben, der Englischen Eröffnung, eher selten. Die Partie war in der Folge lange ausgeglichen, doch dann spielte Caruana zu ehrgeizig und lief schließlich in einen tödlichen Konter:
Vishy Anand gilt als eines der größten Schachtalente aller Zeiten. Er ist der 15. Weltmeister der Schachgeschichte und war auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn auch im Schnell- und Blitzschach kaum zu besiegen. Auf dieser DVD spricht er über seine Laufbahn und präsentiert und analysiert die besten Partien seiner Schachkarriere bis zum Gewinn des Weltmeistertitels 2007 (in englischer Sprache).
Die Partie zwischen Hikaru Nakamura und Peter Svidler begann mit der Spansichen Eröffnung und mündete dann in ein Endspiel mit Turm und Springer gegen Turm und Springer, plus Bauern:
Im 53. Zug endete die Partie remis.
Maxime Vachier-Lagrave und Levon Aronin betätigten sich auf dem Feld des Giuoco Pianissimo - in der Interpretation der modernen Großmeister bei Weitem nicht mehr so "piano" wie zu Zeiten der Namensgebung.
Maxime Vachier-Lagrave konzentriert
Derzeit wird die ruhige Variante der Italienischen Partie völlig neu erforscht und bei vielen Zugumstellungen ist es selbst für die Spezialisten schwierig, die Übersicht zu behalten. Maxime Vachier-Lagrave und Levon Aronian behielten diese alleridngs:
Am Ende wurde der Punkt geteilt.
Sergey Karjakin brachte gegen Ian Nepomnaichtchi in einer viel gespielten Variante der Pirc-Verteidigung, dem Dreibauern-Angriff mit Ld3, eine frühe und etwas verblüffende Neuerung, indem der den Läufer zurück nach e2 entwickelte.
Damit erschwert Weiß das übliche schwarze Gegenspiel im Zentrum mit e7-e5 oder bereichert es zumindest durch neue Nuancen. Später fand die Partie aber durch Zugumstellung wieder zu bekannten Vorbildern zurück. Im weitern Verlauf der Partie verlor Karjakin jedoch den roten Faden und geriet in ein klar schlechteres Endspiel, das er aber dank seiner bekannt guten Defensivkünste remis halten konnte.
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Der Hyper-Accelerated Dragon ist schnell und scharf. Schwarz entwickelt seinen Läufer sofort nach g7 und kann oftmals d5 in einem Zug spielen und ein Tempo sparen.
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