Sinquefield Cup: Carlsen erzwingt Stichkampf gegen Ding Liren

von Klaus Besenthal
29.08.2019 – Mit zwei aufeinander folgenden Glanzpartien hat Magnus Carlsen es beim Sinquefield Cup schließlich doch noch an die Tabellenspitze geschafft. Nachdem er in der Vorschlussrunde schon Wesley So bezwungen hatte, hat der Weltmeister gestern Abend auch gegen Maxime Vachier-Lagrave gewonnen: Ein zunächst seltsam aussehender Leichtfigurentausch ließ die Stellung des Franzosen auf wundersame Weise in sich zusammenbrechen. Jetzt ist ein "Playoff" um den Turniersieg zwischen Carlsen und Ding Liren fällig, Beginn ist heute um 17.00 Uhr. | Foto: Crystal Fuller / Grand Chess Tour™

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2019 Sinquefield Cup

Ding Liren ½-½ Mamedyarov

Mit einem Sieg hätte Ding Liren den Angriff von Magnus Carlsen im Fernduell kontern können, doch der Chinese entschied sich lieber für ein sicheres Remis (für das er dann aber doch noch ziemlich lange konzentriert arbeiten musste):

 

Ding Liren: Kann er den Stichkampf gegen den Weltmeister für sich entscheiden? | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour™

Vachier-Lagrave 0-1 Carlsen

Nach einem eigentlich natürlich aussehenden Zug von Vachier-Lagrave (der tatsächlich aber schlecht war), entdeckte Carlsen eine phantastische Replik, mit der er die weiße Stellung von hier auf jetzt förmlich aus den Angeln hob:

 

Es ist etwas Wahres dran: Wer zuletzt lacht, lacht am besten! | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour™

Caruana ½-½ Karjakin

Sergey Karjakin stand in dieser Partie längere Zeit besser, konnte aber die Chance zu Ding Liren aufzuschließen am Ende nicht nutzen:

 

Sergey Karjakin hätte das Turnier auch gewinnen können - ohne eine Niederlage ist er einen halben Punkt hinter der Spitze ins Ziel gelangt | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour™

Anand ½-½ Nakamura

Mit einem Sieg hätte Anand es noch ganz an die Spitze der Tabelle schaffen können, doch den Ehrgeiz hatte er offensichtlich nicht. Der Exweltmeister wählte eine bekannte Variante, in der frühzeitig nichts mehr drin war. Nakamura seinerseits hatte auch nichts gegen einen frühen Friedensschluss einzuwenden:

 

Viswanathan Anand hätte das Turnier vielleicht sogar gewinnen müssen, denn er ließ sich eine Reihe guter Gelegenheiten entgehen | Foto: Justin Kellar / Grand Chess Tour™

Giri 1-0 Nepomniachtchi

Mit einem Sieg in dieser Partie hätte Nepomniachtchi aus dem Stichkampf um den Turniersieg einen Dreikampf machen können. Es kam aber anders. Zunächst verlor "Nepo" einen Bauern, was ihn zum Verteidiger in einem quälend langen Turmendspiel werden ließ, dann folgte gar noch ein grober Fehler mit baldigem Partieverlust.

 

Auch Ian Nepomniachtchi hätte das Turnier gewinnen können - wenn er nicht verschiedene Male zu überhastet agiert hätte | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour™

So ½-½ Aronian

Dieses "Kellerduell" der letzten Runde hatte irgendwie keine Relevanz mehr, und entsprechend hatten die Spieler die Partie von Anfang an auch angelegt:

 

Diese beiden waren wohl froh, dass das Turnier endlich zu Ende war: Levon Aronian und Wesley So | Foto: Crystal Fuller / Grand Chess Tour™

Ergebnisse der 11. Runde

 

Abschlusstabelle nach 11 Runden

 

Partien

 

Round-up Show mit Lawrence Trent

Video-Kommentar der Grand Chess Tour

Turnierseite




Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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Krennwurzn Krennwurzn 29.08.2019 04:27
'I made my own luck' - Vachier-Lagrave vs Carlsen
Krennwurzn Krennwurzn 29.08.2019 02:20
Druck könnte als Fehlerursache ausscheiden, denn MVL hat 2:20 über den Zug Sf3 nachgedacht und noch 1h30 auf der Uhr - um die 25 Minuten als Magnus zu diesem Zeitpunkt. Unter Druck hätte er wohl mehr Zeit investiert … also bleibt doch der banale Fehler über ;-)
Matrose Matrose 29.08.2019 02:15
In der TA scheint die Partie MVL-Carlsen nicht richtig wiedergegeben worden zu sein.
rubato rubato 29.08.2019 01:57
es fragt sich, w a r u m ein Spieler wie MVL solch einen "Fehler" macht; vermutlich, weil er sich subjektiv unter Druck gesetzt fühlte und Carlsen weiß, wie man das macht, egal wie die Stellung "objektiv" zu bewerten ist; und das ist "glänzend" gemacht; es ist ja nicht so, das KI "modern" ist und "der Mensch" "veraltet"
Krennwurzn Krennwurzn 29.08.2019 12:42
Es geht nicht um +x sondern um die Tatsache, dass eine normale Partie durch einen Fehler vorentschieden wurde.
Ohne Fehler kann es wohl keinen Gewinner geben, daher ist der Terminus "Glanzpartie" schlicht veraltet und gehört in die Kategorie "Verklärung".
rubato rubato 29.08.2019 12:34
+1.73 ist aber nicht unbedingt gleichbedeutend mit "guter Stellung"
Krennwurzn Krennwurzn 29.08.2019 10:26
Ist es eine Glanzpartie, wenn ein Missgriff des Gegners dessen gute Stellung zum Einsturz bringt? Um die Worte des Artikelschreibers zu verwenden.
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