In der ersten Runde des Sinquefield Cups musste Gukesh eine bittere Niederlage gegen Praggnanandhaa hinnehmen, und diese Scharte wollte er in Runde zwei gegen Nodirbek Abdusattorov unbedingt auswetzen. In einer modernen Variante des Offenen Spaniers brachte Gukesh früh ein Bauernopfer, das ihm gute Chancen gab. Aber in komplizierter Stellung unterliefen ihm eine Reihe von Ungenauigkeiten und er konnte seinen Vorteil nicht nutzen.
Doch auch Abdusattorov verlor in der Stellung die Übersicht und so gewann Gukesh eine dramatische Partie voller interessanter Momente.
Nach der Partie verriet Gukesh, was er gesehen und nicht gesehen hat.

Gukesh während der Partie | Foto: Lennart Ootes
Dramatisch und abwechslungsreich verlief auch die Partie zwischen Firouzja und Duda. Firouzja verwechselte in einer scharfen Variante die Züge und stand schnell mit dem Rücken zur Wand. Doch dann konnte er das Ruder herumreißen und am Ende nach 100 Zügen doch noch gewinnen.
"It's hard not to be greedy" - Firouzja bei der nachträglichen Analyse seiner Partie
Die drei restlichen Partien endeten Remis. Levon Aronian überraschte Samuel Sevian - und das Publikum - in einer bekannten Variante des Steinitz-Franzosen (1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Sf6 4.e5 Sfd7 5.f4 c5 6.Sf3 Sc6) mit dem ungewöhnlichen Zug 7.Ld3!?. In der Regel zieht Weiß hier 7.Le3, und diese Varianten sind gut und gründlich erforscht. Aronians Konzept ging auf und er konnte sich in der Eröffnung einen kleinen Vorteil sichern. Aber Sevian verteidigte sich umsichtig und so endete die Partie schließlich mit Remis.

Foto: Lennart Ootes
Caruana, der mit Schwarz gegen Praggnanandhaa spielte, konnte seinen Gegner in der Eröffnung ebenfalls überraschen, aber fand dann keine überzeugende Fortsetzung und so endete auch diese Partie Remis.
Wenig Überraschungen gab es hingegen in der Partie zwischen Wesley So und Maxime Vachier-Lagrave. So entschied sich dafür, die theoretischen Kenntnisse Vachier-Lagraves in der Grünfeld-Verteidigung zu testen, aber die erwiesen sich als solide und zuverlässig und so kam Vachier-Lagrave zu einem mühelosen Remis mit Schwarz.

Maxime Vachier-Lagrave auf der Suche nach dem richtigen Zug | Foto: Lennart Ootes
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