Sinquefield Cup: Wesley So baut Führung aus

von André Schulz
09.09.2022 – Drei der vier Partien beim Sinquefield Cup endeten gestern mit einer Entscheidung. Firouzja gewann gegen Mamedyarov, Aronian gegen Vachier-Lagrave und So besiegte Niemann. Zu den Vorwürfen gegen Hans Niemann hat die Plattform chess.com nun eine Erklärung ebgegeben. Fotos: GTC/ Lennart Ootes

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Nach dem Ruhetag, den einige Organisatoren und Spieler auf dem Tennisplatz verbracht haben, brachte die sechste Runde des Sinquefield Cups in drei der vier Partien Entscheidungen.

Alireza Firouzja und Shakhriyar Mamedyarov lieferten sich ein kurzes knackiges Duell in einer Variante der Englischen Eröffnung, in der sie sich schon beim Saint Louis Rapid & Blitz ausgetauscht hatten. Firouzja verlor einen Bauern und das Rochaderecht, erhielt aber einiges an Kompensation. Es entwickelte sich eine intensive spannende Partie mit dem besseren Ende für den Franzosen.

 

 

 

Zu einem vollen Punkt kam auch Levon Aronian gegen Maxime Vachier-Lagraves Najdorf Verteidigung. Im Englischen Angriff war 16.Thf1 (statt dem üblichen 16.The1) eine neue Idee von Aronian, die dem französischen Topspieler einiges Kopfzerbrechen bereitete. Vachier-Lagrave kam mit Zeitnachteil in ein schwieriges Endspiel, das er nicht halten konnte.

Wegen der bekannten äußeren Umstände wurde die Partie zwischen Hans Niemann und Wesley So mit besonderem Interesse verfolgt. Mit den schwarzen Steinen überspielte So seinen Gegner in der Russischen Verteidigung nach und nach und fuhr den ganzen Punkt ein. Es ist Niemanns erste Niederlage im Turnier.

Die Partie zwischen Ian Nepomniachtchi und Fabiano Caruana endete remis. Leinier Dominguez war diesmal spielfrei.

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Über Magnus Carlsens Rückzug aus dem Turnier, verbunden mit einer vielsagenden Erklärung auf Twitter, wurde viel diskutiert und gegen Niemann der Verdacht des Computer-Cheatings ausgesprochen. Niemann hat sich in einem lebhaften Interview in Saint Louis dazu geäußert und alle Vorwürfe zurückgewiesen. Er hat aber eingeräumt, dass er in der Vergangenheit auf der Plattform chess.com gelegentlich mit Computerhilfe gespielt habe, ein Fehler in jungen Jahren, den er im Nachhinein sehr bereue. Die "drei Großen im Schach", so Niemann, nämlich Carlsen, Nakamura und chess.com hätte es auf ihn abgesehen.

Chess.com hat auf Niemanns Interview gestern Abend mit eine Erklärung auf Twitter geantwortet. Darin widerspricht Chess.com der Darstellung von Niemann, was Umfang und Intensität seiner Computerhilfe bei Onlineturnieren betrifft.

 

 

Wesley So führt nun mit einem ganzen Punkt Vorsprung und hat gute Chancen, zum zweiten Mal den Sinquefield Cup zu gewinnen.

In der Gesamtwertung der Grand Chess Tour 2022 ist Alireza Firouzja bis auf einen Punkt an den führenden Maxime Vachier-Lagrave herangerückt.

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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