Sinquefield Cup: Caruana schlägt Nakamura

von André Schulz
22.08.2018 – Fabiano Caruana gewann in der gestrigen Runde das US-Derby gegen Hikaru Nakamura, zog damit an der Spitze gleich und vergrößerte die Führungsgruppe auf fünf Spieler. Carlsen bemühte sich um einen Sieg gegen Anand, doch ohne Erfolg. Auch die übrigen Partien endeten ohne Sieger. | Fotos: Saint Louis Chess Club/ Lennart Ootes

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Die 4. Runde des Sinquefield Cups sah das US-Derby zwischen Fabiano Caruana und Hikaru Nakamura. Caruana war im Abgelehnten Damengambit mit 5.g3 zur Katalanischen Eröffnung gewechselt, wobei sein Damenspringer schon auf c3 stand, was der Katalanischen Idee hier eine etwas andere Note verleiht. Nakamura folgte einem Abspiel, das er zuvor schon zweimal gespielt hatte. Im 14. Zug brachte Caruana dann eine neue Idee ins Spiel.

 

Caruana probierte hier mit 14.0-0-0 einen neuen Zug. Eine große Veränderung in der Bewertung brachte das nicht. Die Stellung ist gehaltvoll und objektiv ausgeglichen. Nach dem späteren Übergang ins Endspiel hatte Weiß dann angesichts der schwarzen Bauernschwächen am Damenflügel etwas Vorteil, den Caruana durch geduldiges Manövrieren nach und nach ausbauen konnte. Schließlich wurde folgende Position erreicht.

 

Die weißen Türme sind aktiver. Der Springer ist die deutlich bessere Leichtfigur. Mit 44.g4! beleuchtet Weiß die Probleme in der schwarzen Stellung. Nach 44...Th8 verschwinden die Königsflügelbauern und ein Turmpaar wird getauscht. Danach kann Weiß mit kd4 den schwarzen c4 erobern. Auch die anderen schwarzen Bauern bleiben schwach. Spielt Schwarz 44...hxg4, folgt 45...Th6 und Schwarz wird Matt oder verliert viel Material. Nakamura spielte 44...Le8 und gab damit den Bauern e4 auf. Danach stand er auf Verlust und musste bald danach aufgeben.

The Catalan: A complete repertoire for White!

Katalanisch ist zweifellos eine der solidesten Eröffnungssysteme für Weiß überhaupt. Es gehört zu der großen und starken Fianchettofamilie, in der Weiß seine Strategie hauptsächlich um den Läufer auf g2 herum aufbaut. Dieser neue Trainingskurs von Viktor Bologan deckt alle schwarzen Erwiderungen gegen Katalanisch ab, also auch mögliche Übergänge zu anderen Eröffnungen wie der Tarrasch-Verteidigung oder zu Damenindisch.

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Shakriyar Mamedyarov und Levon Aronian folgten einer viel Variante im Lf4-Damengambit und erreichten im 17. Zug eine Position, in der es noch mehrere Vorgänger gab und die auch schon vom langjährigen Aronian-Sekundanten Gabriel Sargissian einmal gespielt wurde. 

Mamedyarov-Aronian beim Partiezitat

 

Ein paar Züge später wurde die Punkteteilung amtlich.

Wesley So und Sergey Karjakin übten sich auf dem Gebiet der e3-Variante im Englischen Vierspringerspiel mit 1...e5 und erreichten dort, nachdem So sehr früh im Zentrum mit d4 vorgegangen war, eine bislang nicht so oft gespielte Variante. 

 

Nach 10...Db4 verlor Weiß das Rochaderecht. Beide Seiten rangen noch lange um einen Vorteil, schließlich mündete die Partie in ein Läuferendspiel mit ungleichfarbigen Läufern und endete remis.

In der Partie zwischen Alexander Grischuk und Maxime Vachier-Lagrave eröffnete Weiß mit 1.e4 und es kam nicht 1...e5. "Ich spiele so lange Najdorf, bis mein Arzt mir es mir verbietet", hatte der Franzose kürzlich noch erklärt. In der modernen Bauernraubvariante (mit 7...h6) war "MVL" noch bis zum 17. Zug "im Buch" - erfolgte einer eigenen Partie, die er im letzten Jahr gegen Giri gespielt hatte.

 

Mit 17...Db6 statt 17...g6 wich Vachier-Lagrave von seinem eigenen Vorgänger ab. Kurze Zeit später wurde in einer an sich noch spannenden Stellung das Remis per Stellungswiederholung forciert.

In einer Neuauflage der WM-Kämpfe von 2003 und 2004 wählte Carlsen gegen Anands 1.e4 die Sizilianische Verteidigung mit 2...Sc6. Anand wollte nicht wissen, welche Variante Carlsen im Offenen Sizilianer vorbereitet hatte und antwortete mit der Rossolimo-Variante 3...Lb5. Sein Zug 12...a4 statt 12.0-0 war ein bislang selten gespieltes Abspiel.

Nach der Eröffnung entstand eine sehr verschachtelte Stellung mit blockierten Bauernreihen.

 

Mit 22...c4 begann Carlsen die verkrustete Struktur aufzubrechen.

Magnus Carlsen

Nach und nach fiel das Bauerngerüst auseinander. Carlsen hatte etwas mehr vom Spiel, doch zum vollen Punkt reichte es nicht.

Ergebnisse

 

Tabelle

 

Partien

 

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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