Sinqufield Cup: Vier Remis in Runde 5

von André Schulz
07.09.2022 – Nach dem skandalträchtigen Rückzug von Magnus Carlsen versuchen die Spieler in Saint Louis, sich wieder aufs Schach zu konzentrieren, was nicht einfach ist. Die vier Partien am Dienstag endeten Remis. In einem lebhaften Interview nahm Hans Niemann zu den Vorwürfen gegen sich ausführlich Stellung. | Fotos: Lennart Ootes

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Auch zwei Tag nach dem Rückzug von Magnus Carlsen befindet sich der Sinquefield Cup 2022 in Schockstarre. Der Vorwurf des Cheatings steht gegen Hans Niemann im Raum. Magnus Carlsen hat das so nicht gesagt, aber in der Interpretation seines Tweets, mit dem er den Rückzug bekannt gab, und mit den darauf folgenden Kommentaren auf den verschiedenen Kanälen ist klar, worum es hier geht. Unter diesen Umständen ist es für alle Beteiligten schwierig, sich noch auf das Geschehen auf dem Brett zu konzentrieren. Aber die Spieler haben es im großen Getöse drumherum versucht.

Mit dem Rückzug von Magnus Carlsen sind es nun nur noch vier Partien pro Runde, ein Spieler bleibt spielfrei. In der fünften Runde war das Alireza Firouzja. Der Vergleich zwischen dem noch amtierenden Weltmeister und dem von ihm gewünschten Herausforderer - beim Kandidatenturnier in Madrid hat es für den Franzosen bekanntlich nicht funktioniert - wäre spannend gewesen. Nun ist er ausgefallen.

Der "Skandal von Saint Louis" wird die Teilnehmer beeindrucken und besonders den Spieler, der nun gegen Niemann spielen muss. Wie kann man unbeschwert gegen einen Gegner spielen, gegen den es Betrugsvorwürfe gibt - zurecht oder zu Unrecht. 

In Runde fünf spielte Leinier Dominguez gegen Hans Niemann. In der Italienischen Partie kam der für den US-Verband spielende gebürtige Kubaner im Endspiel zu großem Vorteil, vergab diesen dann aber einzügig.

 

 

 

Auch die übrigen Partien endeten remis, zum Teil nach lebhaftem Verlauf.

Fabiano Caruana und Shakhriyar Mamedyarov leiferten sich in der Ragozin-Verteidigung ein Theorieduell. Caruana hatte sich hier gut vorbereitet und im Laufe der Partie einen Zeitvorteil von 50 Minuten erreicht. "Sehr gute Vorbereitung von Caruana, sehr gute Verteidigung von Mamedyarov", sagte Mamedyarov nach der Partie augenzwinkernd. An der kritischen Stelle im 22. Zug wählte Mamedyarov den Übergang in ein Endspiel mit Minusbauern, das er remis halten konnte.

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Maxime Vachier-Lagrave und Ian Nepomniachtchi tauschten ihre Kenntnisse in einer bekannten Variante der Russischen Verteidigung aus und teilten am Ende ebenfalls den Punkt. Im Interview nach der Partie bezeichnete MVL die Beschuldigungen gegen Niemann als "Hexenjagd".

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Schließlich endete auch die Partie zwischen Wesley So und Levon Aronian, auf dem Gelände der Katalanischen Eröffnung geführt, mit dem Friedensschluss.

Wesley So bleibt damit in Führung.

In einem sehr emotionalen Interview nahm Hans Niemann zu den Vorwürfen gegen sich ausführlich Stellung. Niemann räumte ein, in der Vergangenheit beim Online-Schach gechatet zu haben, meint aber, dass er seine Lektion gelernt habe und noch nie in einer Partie am Brett mit unlauteren Mitteln gespielt hätte. Niemann beschuldigte dann Carlsen, Nakamura und Chess.com, es auf ihn abgesehen zu haben. Er erzählte, dass er inzwischen von den Global Chess Championships bei Chess.com ausgeladen wurde.
 

Am Mittwoch ist Ruhetag in Saint Louis. Am Donnerstag geht es mit Runde 6 weiter.

Ergebnisse

Tabelle

Partien

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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