Sizilianisch mit 2.c3: Positionell aggressiv mit viel Potential 

07.06.2006 – Das Alapin-System (Sizilianisch mit 2.c3) ist ein solides Mittel für Weiß, um als 1.e4-Spieler gegen Sizilianisch auf Gewinn zu spielen. Das sagt einer, der es wissen muss: Der rumänische Großmeister Dorian Rogozenko genießt seit geraumer Zeit den Ruf eines exzellenten Eröffnungstheoretikers. Bei ChessBase hat er bereits eine umfassende CD über Slawisch und zwei CDs über die Sizilianische Drachenvariante veröffentlicht. Darüber hinaus kommentiert Rogozenko seit ca. 10 Jahren regelmäßig die wichtigsten Partien und aktuellen Entwicklungen im Sizilianer mit 2.c3 für ChessBase Magazin. Zu genau dieser Eröffnung legt er nun eine weitere umfangreiche Trainings CD vor, die Sizilianischfreunde kennen sollten. In einem Interview äußert sich Rogozenko u.a. über den generellen Charakter und die spezifischen Vorzüge dieser Eröffnung.Sizilianisch mit 2.c3 im Shop kaufen... Mehr...

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Was für eine Art von Eröffnung ist Alapin überhaupt? Ist es eine ambitionierte Eröffnung, und für welchen Spielertyp ist sie am besten geeignet?

Alapin ist eine positionell aggressive Eröffnung. Im Gegensatz zum Offenen Sizilianer und generell den meisten anderen Eröffnungen ist Alapin ein sehr solides Instrument, um auf Gewinn zu spielen. Es gibt viele scheinbar einfache Stellungen, die ausgeglichen aussehen aber in Wirklichkeit für Weiß viele versteckte Resourcen bieten, etwa für starke Initiative oder sogar eine tödliche Attacke (siehe die Partien Godena-Antunes 1997 oder Nisipeanu-Chuchelov 2003). Darüber hinaus ist Alapin eine universelle Eröffnung, die von jedermann gespielt werden kann. Auch fast alle Spitzengroßmeister haben irgendwann schon einmal Alapin gespielt. Meiner Meinung nach ist diese Eröffnung am besten für positionelle Spieler geeignet, die zugleich Varianten gut berechnen können und ein Gespür für versteckte taktische Ideen haben.


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Wie fällt Ihre generelle Einschätzung von Silziliansich mit 2.c3 aus? Wie lautet Ihr Fazit?

Ich würde sagen, dass Alapin – bei gutem Spiel von beiden Seiten – zu einem “für Weiß etwas besseren Ausgleich” führt… Während meiner Arbeit an dieser CD musste ich feststellen, dass viele Varianten, die ich zuvor als für Schwarz ungefährlich betrachtet hatte, tatsächlich sehr giftig sind und Weiß interessante Perspektiven bieten.

Was macht Ihre neue CD für Ihre Leser  besonders wertvoll, z.B. im Vergleich zu Büchern, die derzeit auf dem Markt verfügbar sind? 

Ich glaube, dass auch jedes Buch etwas Wertvolles für den Leser bereithält. Meine CD gibt den aktuellen Stand der Eröffnungstheorie wieder und zeigt für jede Variante die kritischen Stellungen auf. Außerdem gebe ich Einschätzungen über viele Varianten, die in der gegenwärtigen Turnierpraxis sehr beliebt sind. Für den Leser ist es leicht, sich zurechtzufinden und festzustellen, ob eine konkrete Variante den eigenen Stil und Geschmack trifft oder nicht. Alles was man als Anwender tun muss, ist, eines der Kapitel aufzurufen, sich die Diagramme anzusehen und, wenn die Stellungstypen gefallen, direkt die wichtigen Partien aufzurufen, um die Stellungen besser zu verstehen und sich die typischen Ideen einzuprägen. 



Darüber hinaus liefert die CD auch einige ganz neue Aspekte, denn ich stimme in meinen Analysen nicht überall mit der vorherrschenden Eröffnungstheorie überein.

Gibt es Musterpartien, an denen sich die Charakteristika des Alapin-Systems besonders gut  ablesen lassen?

Bei Alapin gibt es viele verschiedne Charakteristika und typische Stellungen. Praktisch jeder Großmeister, der diese Eröffnung als Hauptwaffe einsetzt, hat damit auch Partien gespielt, aus denen ganz typische Spielweisen in den Hauptvarianten abzulesen sind. Dazu zählen z.B. Kharlov-Gallagher 2001, Rublevsky-Topalov 2004, Nisipeanu-Ramirez 2003, Sveshnikov-Brkic 2004 und noch viele mehr.

Wie sehen Ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit oder gegen Sizilianisch mit 2.c3 aus?

Ich habe nie mit Weiß Alapin gespielt, und zwar aus dem ganz einfachen Grund, weil ich 1.d4 spiele. Mit Schwarz bin ich Alapin oft begegnet, und mein Gesamtergebnis ist positiv. Aber nur, weil meine Gegner in der Regel schwächer und auf ein Remis aus gewesen sind. Für Alapin ist das aber eine völlig falsche Einstellung. Als Weißer sollte man damit auf Gewinn spielen, wie im Grund bei jeder anderen Eröffnung auch.


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