Snowdrops vs Oldhands: Knapper Sieg der Damen

07.12.2009 – Am Samstag endete in Marienbad (Marianske Lazne) der Vergleich der jungen Damen ("Snowdrops") gegen Schachlegenden (Oldhands), der vom Vorsitzenden der Prager Schachgesellschaft Pavel Marocha organisiert und von Czech Coal als Hauptsponsor unterstützt wurde. Das Frauenteam rettete seinen zu Anfang erworbenen Vorsprung bis ins Ziel, allerdings nur knapp, denn die Veteranen machten zum Ende des Vergleichs deutlich Boden gut. Am Ende hieß es 16,5:15,5 für die "Snowdrops". Viktor Kortschnoj überschritt im Verlauf des Wettkampfes zweimal in Remisstellung die Zeit, weil er die Uhr vergessen hatte. "Eigähntlich, wir wahrän bässär. Na, sagän wir, wir wahrän gleichwärtig. Wir konntähn gähwinnen. Weißt du, wir alten Hährren, am Anfang sind immähr ähtwahs vährrostet", erläuterte Vlastimil Hort das Endergebnis. Zwischen den Runden bleib Zeit für einen besuch im Stift Tepl, das eine mehr als 800-jährige und sehr bewegte Geschichte hinter sich hat.Turnierseite...Partien, Ergebnisse, Bilder...

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Bilder: Turnierseite

Einzelergebnisse:

Round I Round II Round III Round IV
Timman - Koneru 1/2 Muzychuk - Timman 1/2 Timman - Lahno 1/2 Jacková - Timman 0-1
Hort - Muzychuk 1/2 Koneru - Hort 1-0 Hort - Jacková 1/2 Lahno - Hort 1/2
Hübner - Lahno 1/2 Jacková - Hübner 0-1 Hübner - Koneru 1/2 Muzychuk - Hübner 1-0
Korchnoi - Jacková 0-1 Lahno - Korchnoi 1/2 Korchnoi - Muzychuk 0-1 Koneru - Korchnoi 1-0
Round V Round VI Round VII Round VIII
Koneru - Timman 1-0 Timman - Muzychuk 1-0 Lahno - Timman 1/2 Timman - Jacková 1/2
Muzychuk - Hort 1/2 Hort - Koneru 0-1 Jacková - Hort 0-1 Hort - Lahno 1/2
Lahno - Hübner 1/2 Hübner - Jacková 1/2 Koneru - Hübner 1/2 Hübner - Muzychuk 1/2
Jacková - Korchnoi 0-1 Korchnoi - Lahno 1/2 Muzychuk - Korchnoi 1/2 Korchnoi - Koneru 1-0

Mannschaftsergbnisse:

Snowdrops 2 1/2 2 2 1/2 2 1/2 2 2 1 1/2 1 1/2
Old-hands 1 1/2 2 1 1/2 1 1/2 2 2 2 1/2 2 1/2
Total Snowdrops 2 1/2 4 1/2 7 9 1/2 11 1/2 13 1/2 15 16 1/2
Total Old-hands 1 1/2 3 1/2 5 6 1/2 8 1/2 10 1/2 13 15 1/2


Bilder der siebten Runde:


Anna Muzychuk




Vlastimil Hort denkt nach




Analyse: Timman und Dvoretzky gegen Lahno


Moment: Spassky hat noch eine Idee

Bilder der achten Runde:


Aufmarsch der TV-Teams zur Schlussrunde


Organisator Pavel Matocha gibt Interviews


Kateryna Lahno


Timman und Jackova


Humpy Koneru


Kortschnoj schaut, wie es steht


Anna Muzychuk


 

Besuch in der Prämonstratenser- Klosteranlage Tepl (gegründet 1193) bei Marienbad

Bilder: Tschechische Schachgesellschaft und Stift Tepl




Robert Hübner und Fridrik Olafsson


Die Kloster"kapelle"


In der Bibliothek


Dem Altphilologe Robert Hübner dürfte die Sprache des Buches vertraut sein


Der Stift Tepl wurde im 12. Jh. vom westböhmischen Gaugrafen Hroznata von Ovenec (als Ersatz für einen Kreuzzug Heinrichs VI) in der gleichnamigen Stadt gegründet und im Laufe seiner Geschichte mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. 1380 wurde das bis dahin blühende Kloster durch die Pest fast völlig entvölkert. Ab 1381 wurde es auch durch den Einzug von deutschen Kolonisten nach Böhmen wiederbelebt. In der Umgebung entstanden zahlreiche deutsche Dörfer.

Die Äbte des Stifts Tepl spielten bis zum Zweiten Weltkrieg immer eine wichtige Rolle in der Geschichte Böhmens und nahmen oft Schlüsselpositionen in Theologie und Politik des Landes ein. Nach der Besetzung Tschechiens durch die Nazis wurden Klostermitglieder in die Wehrmacht gezwungen. Der Prior und spätere Abt Herman Josef Tyl (1914-1993) wurde in das KZ Auschwitz, später in das KZ Buchenwald verschleppt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die deutschstämmigen Klosterbrüder inhaftiert oder aus dem Kloster und der Tschechoslowakei vertrieben.

Tyl, der das KZ überlebt hatte, setzte sich für die deutschstämmigen Brüder und die Wiederbelebung des Klosters ein und wurde deshalb 1948 von den Kommunisten in ein Lager gesteckt. Die Prämonstratenser wurden wie andere Kirchenvertreter auch politisch verfolgt. Im Jahr 1988 wählten die im Untergrund noch existierenden Ordensmitgliedern Tyl heimlich zum Abt. 1990 erhielt der Orden die Gebäude der Anlage zurück. Besondere Bedeutung hat die Bibliothek mit ca. 100.000 Bänden, die bis ins 10 Jh, zurückreichen.

Der Prämonstratenser-Orden wurde im Jahre 1120 von Norbert von Xanten mit 13 Gefährten in Prémontré bei Laon, auf Fernbesitz der Abtei Prüm, gegründet. Vor allem in Belgien und den Niederlanden werden die Prämonstratenser nach ihrem Gründer auch „Norbertijnen“ (Norbertiner) genannt. Die Prämonstratenser sind eine Gemeinschaft von Priestern mit Ordensgelübde, keine Mönche. Sie übten also neben dem Ordensleben auch pfarramtliche Seelsorge aus. Nach der Anerkennung des Ordens durch den Papst 1126 und nur sechs Jahre nach der Gründung gab es bald zahlreiche Neugründungen. Im 14 Jh. Soll es 1300 Männer- und 400 Frauenklöster gegeben haben. Heute existieren noch 100 Klöster auf allen Kontinenten. Ein bekannter Prämonstratenser war Augustinus Heinrich Henckel von Donnersmarck (1935-2005), der 1953 dem Orden beitrat. Der studierte Theologe gründete auch die Unternehmensberatung Unicorn Consultants GmbH und war als Geschäftsführer Berater von Firmen wie BMW, Dresdner Bank und der Deutschen Bundesbank.
 

Zur Klosterwebseite...

Stift Tepl bei Wikipedia...

Siegerehrung


Zum Schluss Harfenklänge


Kölner unter sich: Hübner und Hort im Gespräch


Ehreung der Legenden


Die jungen Damen mit ihrem Kapitän


Königin Humpy


Einen Holzkopf für die beste Spielerin


Viktor Kortschnoj: Versöhnlicher Abschluss


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