Spiel ohne Grenze

12.02.2010 – Im Dreiländereck bei Aachen hat sich unter den niederländischen, belgischen und deutschen Schachfreunden eine vitale länderübergreifende Schachszene gebildet. Dort wie anderswo im EU-Binnenraum sind die früheren Grenzen nicht mehr sichtbar und somit auch die Zollhäuser an den einstigen Grenzenübergängen nun überflüssig bzw. können anderweitig genutzt werden. Jetzt hat hier der belgisch-deutsche Kulturverein KuKuk seinen Sitz genommen und fördert Kulturprojekte, z.B. auch Schach. Am Dienstag organisierten die befreundeten Schachvereine KSK Eynatten 47 (Belgien) und DJK Aufwärts Aachen 1920 (Deutschland) im ehemaligen deutschen Zollhaus eine Simultanveranstaltung mit dem ukrainischen Spitzenspieler Yuri Drozdowskij. Peter Jansen berichtet. Bericht, Bilder, Partien...

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Spiel ohne Grenzen auf Köpfchen
Von Peter Jansen

Raeren/Aachen. Ein Simultan-Schach der besonderen Art veranstalteten die beiden befreundeten Schachvereine KSK Eynatten 47 aus Belgien und DJK Aufwärts Aachen 1920 aus Deutschland zusammen mit dem Kunst- und Kulturverein KuKuk V.o.G./e.V am letzten Dienstag (09.02.2010).


Begrüßung


Nun geht es los!











Dabei erspielte der 25-jährige Großmeister Yuri Drozdowskij in der rekordverdächtigen Zeit von nur 92 Minuten gegen jeweils 10 deutsche und 10 belgische Spieler souverän 18 Siege, 1 Remis und verlor nur 1 Partie. Ein weiteres Remis wäre für FIDE-Meister Christian Braun durchaus möglich gewesen. Da er aber der letzte Kämpfer in der Runde war, stand er im Endspiel zu sehr unter Zeitdruck, um die Partie unentschieden zu halten.




Ältester Teilnehmer war der 86-jährige Deutsche Richard Kukla, der zusammen mit seinen anderen Mitstreitern die außergewöhnliche Gelegenheit genoss, einmal gegen einen hochrangigen Schachmeister anzutreten.

Yuri Drozdowskij, der auch den Master auf Psychologie hat, konnte allein in 2009 eines der weltweit stärksten Schachturniere im indischen Bhubaneshwar und auch die Scandinavian Open für sich entscheiden.

Neben der spielerischen Herausforderung stand auch der historische Austragungsort im Blickpunkt, denn gespielt wurde im alten Zollhaus der deutsch-belgischen Grenze – einem Ort, dessen Bestimmung es ursprünglich war, Menschen voneinander zu trennen. Das „Köpfchen“, wie die Grenzstation auch genannt wird, hat sich aber Dank des Vereins KuKuk zu einer außergewöhnlichen Begegnungsstätte für Kunst, Kultur und grenzüberschreitende Kooperationen entwickelt.

Viele internationale Künstler, wie z. B. Joan Miró, Marcel Duchamp oder Max Ernst waren auch passionierte Schachspieler. Was lag da näher, als gerade auf dieser Grenze Kunst und Kultur einmal länderübergreifend zu verbinden. Als Zeichen der Offenheit für die Zukunft und als spielerische Möglichkeit des Miteinanders statt des kontrollierten Gegeneinanders aus früheren Grenzzeiten.

Alice Loo vom Verein KuKuk und die beiden Schachclub-Präsidenten, Werner Paulus und Heinrich Kerres, freuten sich über viel positive Resonanz.

Ähnliche Projekte, die den europäischen Gemeinschaftsgedanken weiterhin verstärkt beleben sollen, sind bereits in Planung.

Mehr Informationen finden Sie unter www.djk-aufwaerts-aachen.de
(Peter Jansen – DJK Aufwärts Aachen)

 

 

 



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