Spieler - und Gerüchtebörse Aeroflot-Open

14.02.2006 – Die besten Jobs für einen Schachprofi bieten die europäischen Topligen. Erste Wahl sind die Russische Erste Liga, Die Bundesliga und die ECL. Während man beim Open sieben der neun Gegener schlagen muss, um an die Preisgelder zu kommen, gibt es in den Ligen schon Geld allein fürs Spielen. Bei guten Leistungen bekommt obendrauf noch eine Prämie. Obwohl die Russischen Teams allesamt schon stark besetzt sind, kann man dennoch versuchen weiter zu optimieren und so sind beim Aeroflot Open viele Klubmanager zu sehen, die Spieler für ihre Mannschaften suchen. Auch der russische Nationaltrainer Sergey Dolmatov ist immer auf der Suche nach besseren Spielern für das Nationalteam, was zunehmend schwerer wird. Schließlich werden beim Open auch noch die neuesten Gerüchte gehandelt. Misha Savinov kennt sie. Mehr...

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Aeroflot: Spieler- und Gerüchtebörse
Von Misha Savinov

Das Aeroflot Open ist auch ein riesiges Schachforum und ein großer Schachmarkt. Man trifft Leute, lernt neue Freunde kennen, hängt herum, spielt Blitz, analysiert. Außerdem kann man wirklich alles kaufen, was mit Schach zu tun hat. Figuren, CDs und DVDs, diverse Handbücher, Partiesammlungen, Eröffnungsenzyklopädien, Anstecknadeln, Postkarten, eben alles. Gerüchte und Neuigkeiten verbreiten sich mit Lichtgeschwindigkeit. Wussten Sie z.B., dass Kasparovs Sekundant Juri Dochojan seit Dezember mit den Kosintseeva-Schwestern arbeitet? Und falls man Profi ist, kann man sich selbst verkaufen - an eine Mannschaft.

Bundesliga, Französische Liga, ECL- das sind die ergiebigsten Einkunftsquellen für einen Schachspieler. Dort muss man nicht 7 von 9 Spielern schlagen, um einen Preis zu bekommen. Tatsächlich erhält man eine feste Summe nur fürs Spielen, und etwas Geld extra für gute Resultate.

In letzter Zeit ist die Russische Erste Liga zur stärksten von allen geworden. Die Spitzenbretter in der Bundesliga sind wohl genauso stark, aber insgesamt ist die Russische Liga gleichmäßig über alle Bretter besser besetzt. Aber wie man z.B. bei dem englischen Superclub Chelsea FC sieht, lässt sich ja alles noch mehr verbessern. Und das Aeroflotturnier ist sicher die größte Börse überhaupt. Vereinsmanager kommen gerne vorbei, um neue Spieler zu rekrutieren.

Das Gespräch zwischen GM Darmen Sadvakasov und dem russischen Top Schachmanager Dr, Alexander Khasin konnte ich nicht hören, aber man kann es fast erraten...


Wie viel willst du?


Mehr als du dir leisten kannst. J

Und natürlich ist das Turnier nicht nur für die Clubmanager interessant. Der russische Nationaltrainer Sergey Domatov schaut auch gelegentlich vorbei.


Dolmatov
mit GM Zlochevsky.

Ersatz für Leute wie Kramnik, Dreev und Bareev zu finden, ist keine leichte Aufgabe. Die russischen Nachwuchsspieler sind nicht besser als ihre Kollegen in anderen Ländern. Im Gegenteil: Die besten Jugendlichen kommen aus Norwegen und Frankreich, nicht aus Russland. Jene, die einst viel versprechend waren, wie Pavel Smirnov, haben sich nicht so weiter entwickelt, dass sie die letzte sowjetische Generation ersetzen könnten.


Pavel Smirnov (r
e.) analysiert mit Tigran Petrosian (li.).

In den Neunzigern florierte das russische Schach rund um die Russian Cup Serie mit Schweizer System Turnieren. Spieler wie Kotsur, Fedorov und selbst Morozevich haben sich hier entwickelt. Heutzutage nutzen die Chinesen das Aeroflot Open als erstklassiges Trainingsturnier. Tatsächlich sind alle chinesischen Top-Nationalspieler der Männer und Frauen in Moskau anwesend.


Der neue Nachwuchsstar der Chinesen, Wang Hao im Kegelraum

Das Analysezimmer, eigentlich ein Flur, um genau zu sein, ist ein Platz wahrer Demokratie. Hier sitzen Großmeister (den ACP-Präsidenten eingeschlossen) neben dem gewöhnlichen Schachfreund.

Das Verhalten der Spieler in den letzten Minuten bevor die Uhr angeschaltet wird, ist ganz unterschiedlich. Einige lachen und unterhalten sich bis zur letzten Sekunde. Andere sitzen in stummer Konzentration. Wenn zwei Spieler unterschiedlichen Typs aufeinander treffen, ist das ganz lustig anzusehen.



Alexandra Kosteniuk
erklärt ihrer Mutter, wie man Bilder macht, während Bu Xiangzhi versucht, seine Konzentration zu bewahren und etwas genervt wirkt, angesichts der  Lebhaftigkeit seiner Gegnerin. Die Partie endete übrigens remis.

Die Kleidung zu wechseln ist eine Option, wenn man eine schlechte Phase hat. Nach 5 Remisen hintereinander entschied sich Alexander Khalifman, sein Outfit zu ändern. Leider blieb Andrei Shchekachev unbeeindruckt und die Partie endete nach 23 Zügen pünktlich remis.


Keine entschiedene Partie für den Ex-Champion.

Khalifmans Finalgegener in Las Vegas ist der einzige, der es bisher wagte die kommende Generation herauszufordern. Alle anderen Spieler sind unter 30, außer Vachier-Lagrave, der unter 20 Jahre ist. Und einer dieser Spieler ist nahe dran, das Turnier zu gewinnen. Eljanovs Chancen sind ziemlich gut, da er in der ersten Runde Schwarz hatte und noch drei Runden zu spielen sind.


Mamedyarov, Sasikiran, Eljanov, Vachier Lagrave
(linke Reihe), Akopian, Malakhov, Kempinski. (rechte Reihe)


Typische Pose von Vladimir Akopian


Eugeny Shaposhnikov
aus Russland


Zhang Pengxiang
, China


Der einzige titellose Spieler im Feld der A1-Gruppe: Nikita Vitiugov aus St. Petersburg


Blick in den Spielsaal


Pavel Eljanov
und Evgeny Alekseev nach ihrer Partie. Links steht Vladimir Eljanov, IM und erfolgreicher Schach Publizist, Pavels Vater.


Kurzinterview für den Sportkanal

Runde 7

Knapp eine halbe Stunde nach dem Start gibt es an Tisch 7 bereist ein remis. Valery Popov brauchte gerade fünf Züge, um sein Angebot an Karen Asrian zu machen. In Georgiev gegen Eljanov, in dem Weiß den üblichen Raumvorteil hat. Diese Partie könnte dauern. Am zweiten Tisch trifft Vachier-Lagrave auf Shakhriyar Mamedyarov. Der Franzose hat zum zweiten mal hintereinander Weiß und seine Position sieht stabil genug aus, um die Partie remis zu gestalten. Akopian-Sasikiran sieht im Moment von allen Partien an den vorderen Brettern am kompliziertesten aus.


Winternachmittag in Moskau, Eingang zum Terrrain des Izmailovo-Hotel


Das 30-Stockwerkegebäude, in dem die Spieler untergebracht sind und spielen, und eine Konzerthalle


Eine ukrainische Geschichte: Areshchenko (2,5/6) aus dem A1-Turnier erklärt dem A2-Spitzenreiter Drozdovsky (5/6) was bei ihm schief lief.


Pavel Eljanov
führt


Der aufsteigende Maxime


Dreev
und Bologan, beide mit +1 score


Kiril Georgiev
geht Eljanov mit 1.d4 an

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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