Starker Endspurt: Krishnan Sasikiran gewinnt das Karel Janecek Open in Prag

von Johannes Fischer
10.03.2026 – Das Karel Janecek Open ist Teil des Prager Schachfestivals, der Sieger darf im Jahr darauf im Challengers spielen. Dieses Privileg sicherte sich 2026 der indische Großmeister Krishnan Sasikiran. Nach sechs Runden lag er mit 5 aus 6 auf dem geteilten 6. bis 14. Platz, aber dann gewann er die drei restlichen Partien und war am Ende mit 8 aus 9 alleiniger Erster. Bei seinem Schlussspurt gelang ihm in Runde 6 eine Glanzpartie mit verblüffenden taktischen Motiven. | Foto: Nils Rohde

In diesem Videokurs veranschaulicht Sasikran anhand verschiedener Beispiele aus seiner Karriere, welche Opfer für Initiative, einen Angriff, eine bessere Bauernstruktur und vieles mehr erforderlich sind.
Das perfekte Opfer ist der Traum eines jeden Schachspielers. Man gibt dem Gegner Material, erhält dafür jedoch eine überwältigende Figurenaktivität, die zusammen mit kreativen Ideen zu einer unvergesslichen Partie führen kann. Opfer können jedoch auch zu einem Albtraum werden, wenn die Kompensation nicht ausreicht oder die Kombination nicht funktioniert. Aus diesem Grund hat es sich der indische Spitzenspieler und elfmalige Olympiateilnehmer Krishnan Sasikiran zur Aufgabe gemacht, Opfer in all ihren Facetten aufzuzeigen.
Kostenloses Videobeispiel: Introduction
Kostenloses Videobeispiel: Sacrificing a Pawn for Initiative

In dieser Glanzpartie nutzte Krishnan Sasikiran Ablenkungsmotive und die geschwächte Grundreihe seines Gegners aus, um seinen Vorteil in einen Sieg zu verwandeln.

In der achten Runde traf der indische Großmeister auf den tschechischen IM Richard Stalmach, der mit 6,5 aus 7 alleine an der Spitze des Feldes lag. In dieser wichtigen Partie kam Sasikiran mit Weiß zu einem unerwartet schnellen und leichten Sieg - und profitierte einmal mehr von seinen taktischen Fähigkeiten.

In diesem aufschlussreichen Videokurs gibt Großmeister David Navara praktische Tipps, wann man in einer Stellung Varianten berechnen sollte – und, was ebenso wichtig ist, wann man es nicht tun sollte.
In diesem aufschlussreichen Videokurs gibt Großmeister David Navara praktische Tipps, wann man in einer Stellung Varianten berechnen sollte – und, was ebenso wichtig ist, wann man es nicht tun sollte.
Kostenloses Beispielvideo: Introduction
Kostenloses Beispielvideo: Invisible moves

Nach diesem Sieg lag Sasikiran vor der neunten und letzten Runde mit 7 aus 8 alleine in Führung. Dahinter folgten allerdings nicht weniger als zehn Spieler mit 6,5 aus 8. So konnte Sasikiran das Turnier zwar aus eigener Kraft für sich entscheiden, aber dafür brauchte er in der Schlussrunde einen Sieg mit Schwarz. Der gelang ihm - und er konnte das Turnier sogar mit einem hübschen Damenopfer beenden.

In diesem Videokurs veranschaulicht Sasikran anhand verschiedener Beispiele aus seiner Karriere, welche Opfer für Initiative, einen Angriff, eine bessere Bauernstruktur und vieles mehr erforderlich sind.
Das perfekte Opfer ist der Traum eines jeden Schachspielers. Man gibt dem Gegner Material, erhält dafür jedoch eine überwältigende Figurenaktivität, die zusammen mit kreativen Ideen zu einer unvergesslichen Partie führen kann. Opfer können jedoch auch zu einem Albtraum werden, wenn die Kompensation nicht ausreicht oder die Kombination nicht funktioniert. Aus diesem Grund hat es sich der indische Spitzenspieler und elfmalige Olympiateilnehmer Krishnan Sasikiran zur Aufgabe gemacht, Opfer in all ihren Facetten aufzuzeigen.
Kostenloses Videobeispiel: Introduction
Kostenloses Videobeispiel: Sacrificing a Pawn for Initiative

Platz zwei ging an den 14-jährigen deutschen IM Christian Glöckler. Genau wie der rumänische FM Vladimir-Alexandru Cnejev holte er 7,5 Punkte aus 9 Partien, aber hatte die deutlich bessere Feinwertung. Den Frauenpreis holte Irina Bulmaga, die mit 7 aus 9 nach Wertung auf Platz acht landete.

Schlussstand nach neun Runden

Rk. SNo Name sex FED Rtg Pts.  TB1  rtg+/-
1 3
GM Sasikiran, Krishnan IND 2538 8 51 14,3
2 14
IM Gloeckler, Christian GER 2446 7,5 50,5 15,6
3 20
FM Cnejev, Vladimir-Alexandru ROU 2414 7,5 45 14,8
4 8
GM Ioannidis, Evgenios GRE 2469 7 50,5 9,2
5 4
GM Zhao, Jun CHN 2533 7 49,5 3,1
6 7
IM Mayank, Chakraborty IND 2473 7 49,5 8,5
7 12
GM Haring, Filip SVK 2461 7 49 5,1
8 21
FM Haug, Havard NOR 2412 7 47 10,2
9 27
IM Bulmaga, Irina w ROU 2395 7 46 6,6
10 18
IM Gkoumas, Georgios GRE 2433 7 45,5 3,7
11 36
WGM Nurman, Alua w KAZ 2363 7 45,5 26,4
12 22
IM Risteski, Emil MKD 2410 7 45 5,1
13 23
IM Stalmach, Richard CZE 2408 6,5 52,5 13
14 5
IM Sahidi, Samir SVK 2522 6,5 51,5 -2,1
15 30
FM Ostensen, Nicolai Maxime NOR 2380 6,5 48,5 19,2
16 35
FM Vardanyan, Aras LTU 2366 6,5 48,5 23,2
17 6
GM Krzyzanowski, Marcin POL 2494 6,5 48,5 -1,6
18 28
IM Eren, Ataberk TUR 2391 6,5 47,5 4,7
19 44
FM Winter, Ondrej CZE 2321 6,5 46,5 22,6
20 56
FM Golis, Wiktor POL 2288 6,5 46,5 33,2
21 34
IM Svanda, Ondrej CZE 2366 6,5 46 11,1
22 60
FM Orujov, Farid AZE 2282 6,5 46 24,6
23 37
IM Atalik, Ekaterina w TUR 2348 6,5 45,5 2,9
24 1
GM Moroni, Luca Jr ITA 2563 6,5 45,5 -12,3
25 33
FM Hulka, Valentyn UKR 2368 6,5 45 4
26 10
IM Yaniv, Yuval ISR 2467 6,5 43,5 -7,4
27 19
GM Ftacnik, Lubomir SVK 2422 6,5 43,5 -5,7
28 32
FM Stinka, Jakub CZE 2375 6,5 43,5 10,6
29 15
IM Isik, Alparslan TUR 2443 6,5 41,5 -8,4
30 13
GM Popovic, Dusan SRB 2452 6,5 41,5 -9,5
31 16
GM Nevednichy, Vladislav ROU 2437 6,5 41 -8,3
32 17
IM Shagbazyan, Taron CZE 2435 6,5 40 -9,2
33 58
FM Dovgaliuk, Oleksandr UKR 2284 6,5 39 -2,6
34 295
Vardanyan, Armen Art. ARM 1849 6,5 36,5 130,8
35 11
IM Zhao, Yuanhe CHN 2466 6 48,5 -5,4

Partien 

Turnierseite


Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
Diskussion und Feedback Senden Sie Ihr Feedback an die Redakteure