Stavanger: Carlsen und Aronian punkten

von André Schulz
27.04.2016 – Heute traf Magnus Carlsen auf einen seinen Verfolger im Turnier und Vorgänger im Amt des Weltmeisters - Vladimir Kramnik. Der offenbar gut vorbereitete Norweger demonstrierte in dieser Partie ein Lehrstück zum Thema "schwaches Feld f5". Levon Aronian besaß gegen Pavel Eljanov deutlichen Raumvorteil. Sein Gewinnmotiv war "der Pfahl im Fleische". Mehr...

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In der Partie zwischen Magnus Carlsen und Vladimir Kramnik stand wie schon beim Eröffnungsblitzturnier das Abgelehnte Damengambit auf dem Brett. Diesmal nahm der 14. Weltmeister jedoch nach dem Tausch 4.cxd5 nach kurzem Nachdenken mit dem Bauern zurück und nicht mit dem Springer wie in der Blitzpartie, die der 14. Weltmeister recht chancenlos verloren hatte. Kramnik wählte dann eine Variante mit frühem 6...Lf5, in der es auf Kosten einer zerstörten Bauernstruktur zum schnellen Damentausch kommt. Dort hatte Carlsen allerdings eine neuen Idee zur Ausbeutung des Feldes f5 vorbereitet, die er mit brutaler Beharrlichkeit umsetzte und zum Sieg führte.

Carlsen-Kramnik

 

 

Gegen Pavel Eljanov begann Levon Aronian mit der Reti-Eröffnung. Es schien als sei nach der Eröffnung alles in Ordnung für Schwarz, doch Weiß konnte seine Position systematisch verbessern, während es Schwarz - nachdem er eine gute Chance dazu verpasste - an Gegenspiel mangelte. Nach ein paar Ungenauigkeiten kippte die Partie überraschend deutlich zugunsten von Weiß.

Aronian-Eljanov

 

 

Gegen die Grünfeld-Verteidigung ist offenbar kein Kraut gewachsen, jedenfalls im Gewinnsinne, und so greifen immer mehr Spieler zur Anti-Grünfeld-Waffe 3.f3, so auch Pentala Harikrishna in seiner Partie gegen Maxime Vachier-Lagrave. Der Franzose wählte den Übergang in die Benoni-Verteidigung und Harikrishna sah keinen Grund, von seinem Entwicklungsplan aus der Partie gegen Li Chao in der 5. Runde des Turniers abzuweichen, das heißt, den Königspringer über e2 nach c3 zu entwickeln. Maxime Vachier-Lagrave hatte danach ein paar originelle Ideen und es entwickelte sich eine muntere Partie, die am Ende durch Dauerschach endete.

Veselin Topalov und Anish Giri spielten eine Variante der Englischen Eröffnung, die Drachenvariante mit vertauschten Farben. Giri kam mit Schwarz zu recht bequemem Ausgleich. Im Verlauf des Mittelspiels erarbeitete der Bulgare sich etwas Vorteil, konnte diesen aber nicht festhalten. Remis auch hier.

Eine im Spitzenschach nur noch selten gespielte Variante in der Caro-Kann-Verteidigung kam in der Partie zwischen Nils Grandelius und Li Chao zur Anwendung – die Variante mit 5…Sf6 6.Sxf6 gxf6. Der schwedische Großmeister erhielt deutlichen Raumvorteil und bemühte sich nach Kräfte, diesen auch in materiellen Vorteil zu verwandeln, doch ohne Erfolg. In der bei Weitem längsten Partie des Tages (93 Züge) verteidigte Li Chao sich zäh und führte die Partie ins Remis.

 

Ergebnisse der 7. Runde

Br. Tit Name Coun ELO Ergebnis Titel Name Coun ELO
1 GM Veselin Topalov
 
2780 ½ - ½ GM Anish Giri
 
2793
2 GM Penteala Harikrishna
 
2753 ½ - ½ GM Maxime Vachier Lagrave
 
2785
3 GM Levon Aronian
 
2786 1 - 0 GM Pavel Eljanov
 
2760
4 GM Nils Grandelius
 
2637 ½ - ½ GM Chao B Li
 
2751
5 GM Magnus Carlsen
 
2844 1 - 0 GM Vladimir Kramnik
 
2801

 

Partien der Runden 1 bis 7

 

 

Stand nach sieben Runden

 

Fotos: Altibox Norway Chess

Turnierseite...

 


André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.

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