19.01.2026 – Das Streamer-Match zwischen IM Levy Rozman und IM Julien Song in Madrid begann mit zwei Auftaktremisen im klassischen Schach. Nach Rapid und Blitz gab es aber einen klaren Sieger: Der als Gotham Chess bekannte US-Streamer gewann von den vier Schnellschachpartien zwei, eine endete Remis und eine gewann Song. Im Blitzen gab es gar sechs Rozman- und nur zwei Songsiege. Nach dem Rechenschema des Turniers lautete das Endergebnis 14:8. | Fotos: David Martinez/Chess.com
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Die Protagonisten
Julien Song (links)
Julien Song (*1. März 1993 in Paris) ist ein französischer Schachspieler und seit 2013 Internationaler Meister (höchste Elo: 2422). Song begann seine Karriere wie viele Profis im klassischen Turnierschach, bevor er sich in den letzten Jahren zusätzlich als einer der größten französischsprachigen Schach-Content-Creator etablierte, insbesondere über seinen YouTube-Kanal mit etwa 800.000 Abonnenten und soziale Medien. Parallel zu seiner Schachlaufbahn arbeitete er zunächst als Strategie-Consultant, bis er 2020 entschied, sich ganz auf Schach und Online-Kommunikation zu konzentrieren. Auf seinem Kanal kombiniert Song unterhaltende Inhalte, Lehrvideos und Community-Events und baute sich damit eine große Fangemeinde auf. Er organisiert Online-Turniere, betreibt einen eigenen Schachclub und nutzt sein Profil, um Schach einer breiteren Öffentlichkeit nahe zu bringen.
Levy Rozman (rechts)
Levy Rozman (*5. Dezember 1995 in Brooklyn, New York) ist ein US-amerikanischer Internationaler Meister (seit 2018, höchste Elo: 2421). Er ist vor allem als Online-Content-Creator bekannt – mit seinem Kanal GothamChess zählt er zu den größten Schach-YouTubern (über 7 Millionen Abonnenten) und Streamern weltweit mit mehreren Millionen Abonnenten auf YouTube und Twitch. Rozman hat sich durch lehrreiche Partien-Analysen, Einsteiger-Guides und unterhaltsame Erklärvideos ein internationales Publikum aufgebaut. Er arbeitete auch als Kommentator für Schach-Events und wurde 2025 mit dem Tartakower-Preis der Emanuel Lasker Gesellschaft für seine Verdienste um die Popularisierung des Spiels ausgezeichnet. Trotz seines Fokus auf Online-Medien tritt er weiterhin aktiv im Turnierschach an und mischt auch in klassischen Formaten mit.
Zwei Remis im Klassik-Duell
Nach einem hitzigen Auftakt in der ersten Partie ihres Wettkampfs spielten die Internationalen Meister Levy Rozman und Julien Song in ihrer zweiten klassischen Partie ein sehr präzises und ruhiges Remis. Rozman spielte eine seiner Lieblingseröffnungen, das Angenommene Damengambit, und glich die Partie schnell aus. Song suchte nach Möglichkeiten, Druck auszuüben und gewann im 41. Zug einen Bauern, doch Rozmans Figuren waren aktiver, und die Partie endete mit Rozmans Remis durch Zugwiederholung im 53. Zug. GM Felix Blohberger und WCM Katharina Reinecke, die das Spiel auf Rozmans Twitch-Kanal kommentierten, wiesen darauf hin, dass die Spieler in dieser Partie deutlich schneller spielten und so den Zeitdruck vermieden, der in der ersten Partie zu so vielen Fehlern und Wendepunkten in der Partie geführt hatte.
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Schnellschach: Rozman mit mehr Überblick in Zeitnot
Nach den drei Punkten je Klassik-Partie, gab es im Schnellschach nur noch zwei Punkte pro Sieg. Rozman zeigte schnell, dass er in der schnelleren Disziplin offenbar etwas mehr Überblick bewahrt. Dies sah der als Gotham Chess streamend Spieler sehr ähnlich: „Ich glaube, meine größte Stärke ist es, auch unter Zeitdruck irgendwie den Sieg zu erringen.“ Diese Stärke nutzte Rozman gleich mehrfach, denn Song stand in den Schnellschachpartien durchweg gut und zum Teil sogar deutlich besser. Aber er verlor sowohl die sehr wilde erste und die nicht minder spannende zweite Schnellschachpartie. In Runde 4 dieses dritten Spieltags gelang es Song dann endlich seinen Vorteil in einen vollen Punkt (bzw. zwei Punkte) umzumünzen. Die letzte Rapidpartie dieses Matches konnte Rozman dann aus einer erneut schlechteren Stellung heraus in ein Remis abwickeln.
Blitz: Rozman mit klarem Sieg
Nach den ersten beiden Tagen lag Song also quasi zwei Blitzpartien zurück. Doch er konnte sich schnell von seinen Hoffnungen auf Ausgleich verabschieden. Rozman zeigte sich, wie im Rapid, auch im Blitzen als der gedanklich schnellere Spieler und gewann die drei ersten Blitzpartien. Womit Song die nächsten fünf hätte gewinnen müssen, um noch ein Unentschieden zu erreichen. Doch er gewann erstmal nur die vierte Blitzpartie, um dann gleich wieder dreimal zu unterliegen. Wenigstens aber konnte er die allerletzte Partie des Matches zu seinen Gunsten entscheiden. So stand Levy Rozman als 14:8-Sieger dieses Showmatches fest.
Rozmans Analysen auf Youtube:
Blitzpartien und O-Töne der beiden Spieler auf dem französischen Youtube-Kanal von Song:
Und was sagen die Fans?
Das Showmatch zwischen IM Levy Rozman und IM Julien Song hat in der Schach-Community überwiegend positiven Anklang gefunden. Rozmans Spielweise, insbesondere im Blitzteil, wurde in Fan-Kreisen gelobt, insbesondere seine kreativen, taktischen Manöver und sein anschließend klarer 14-8-Sieg über Song. Die Übertragung wurde natürlich aktiv über Livestreams begleitet. Bekannte Kommentatoren wie Dina Belenkaya und Relaxrobby (franzöisch) und sowie GM Felix Blohberger und Katharina Reinecke verliehen der Veranstaltung den passenden Rahmen. Insgesamt wird die Veranstaltung von vielen als gelungene, unterhaltsame und publikumsnahe Begegnung von zwei bekannten Schach-Influencern bewertet.
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Stefan LiebigStefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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Nach 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Dxd4 Sc6 5.Lb5 Ld7 6.Dd3 umgeht Weiß die Hauptvarianten und lenkt die Partie in weniger erforschte, strategisch gehaltvolle Stellungen.
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