SV Werder Bremen verlangt von Schachmagazin 64 Gegendarstellung

19.07.2010 – In ihrer Juli-Ausgabe veröffentlichte das Schach Magazin 64 ein Interview mit GM Georg Meier, in dem der Großmeister über die Turnierlandschaft in Deutschland, die deutschen Meisterschaften und seinen Wechsel vom SV Werder Bremen zur OSG Baden-Baden spricht. Unter Berufung auf das Pressegesetz verlangt die Abteilung Schachsport im SV "Werder" von 1899 e.V. Bremen nun vom Schachmagazin 64 die Veröffentlichung einer Gegendarstellung.Webseite des Schach Magazins 64..., Webseite SV Werder Bremen...Mehr...

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Unter Berufung auf das Pressegesetz verlangt die Abteilung Schachsport im SV "Werder" von 1899 e.V., Bremen die Veröffentlichung folgender Gegendarstellung in Ihrer nächsten Ausgabe:

In der Juli-Ausgabe Ihrer Zeitschrift wird ein Interview mit Georg Meier publiziert, das eine Reihe von Behauptungen enthält, die nicht den Tatsachen entsprechen und geeignet sind, dem Ansehen der Werder-Schachabteilung zu schaden.

1. Falsch ist die Behauptung: "Mit Georg Meier verlässt einer der Topspieler den SV Werder Bremen und schließt sich ausgerechnet dem Erzrivalen OSG Baden-Baden an."

Richtig ist, dass Georg Meier im September 2009/2010 von uns die Freigabe für die SG Trier verlangte und auch erhielt. Seinem Wunsch im Juni 2010 nach einer erneuten Freigabeerklärung, diesmal für die OSG Baden-Baden, konnten wir damit nicht nachkommen und haben ihn an die SG Trier verwiesen. Die SG Trier hat der OSG Baden Baden eine Freigabeerklärung für Georg Meier ausgestellt.

2. Falsch ist die Behauptung: "Die Bremer wollten die vereinbarten Konditionen für meine letzte Saison dort nicht einhalten und teilten mir dies erst nach Ablauf der Wechselfrist mit, so dass keine Möglichkeit mehr bestand, den Verein zu wechseln."

Richtig ist, dass Georg Meier den über drei Jahre laufenden Sponsoring-Vertrag, der ihm Gesamt-Netto-Zuwendungen von 20.2000 € pro Jahr garantierte, nach Ablauf der Saison 2008/2009 mit der einzigen Begründung gekündigt hat, dass die vertraglich festgelegte Beschränkung auf die Teilnahme an nur einer weiteren Liga sein schachliches Fortkommen behindere und er finanziell nunmehr dank der A-Kader-Förderung durch den DSB abgesichert sei. Für den Fall der Kündigung sah der Vertrag vor, dass er noch eine weitere Saison zu den Konditionen für Werder spielen sollte, die vor Beginn des Sponsoring-Vertrages, also für die Saison 07/08, bestanden hatten. Georg Meier hatte jedoch eine andere Vorstellung für sein letztes Vertragsjahr bei Werder Bremen. Auf eine abweichende Regelung konnten wir uns mit ihm nicht einigen, so dass er entschied, in der Saison 2009/2010 keine Partie für Werder Bremen zu spielen.

3. Falsch ist die Behauptung: "Dazu muss ich ergänzen, dass es in meiner Zeit bei Bremen nur eine einzige mündliche Vereinbarung gab: Nach Ende der Förderung -egal ob regulär oder durch Kündigung - sollte ich eine Saison zu den Konditionen meiner ersten Saison spielen"

Richtig ist, wie oben bereits erwähnt, dass es hierüber eine schriftliche Vereinbarung im Sponsoring-Vertrag gab.

4. Falsch ist die Behauptung: "Während mir verboten wurde, in mehr als zwei ausländischen Ligen zu spielen, erfuhr ich - anders als zu Beginn versprochen - keinerlei Unterstützung beim Aufbau eines ausreichenden Wettkampfprogramms."

Richtig ist, dass Georg Meier ein Vertrag vorgelegt wurde, der vorsah, dass außerhalb der Bundesliga nur noch in einer anderen Liga spielen dürfe, da Werder natürlich auch eine sportliche Identifikation Meiers mit dem Verein anstrebte. Diesen Vertrag hat Georg Meier aus völlig freien Stücken unterschrieben und auch im Vorfeld nie versucht, diese Bestimmung abzuändern.

Was Georg Meier alles unter "Aufbau eines ausreichenden Wettkampfprogramms" versteht, entzieht sich unserer Kenntnis, weil er während der Vertragslaufzeit keinerlei Andeutungen in dieser Richtung gemacht hat. Erst nach Kündigung des Fördervertrages äußerte er sich, dass er von Werder zwingend die Organisation eines Matches mit einem hochkarätigen Gegner oder eines Rundenturniers mindestens 1-mal im Jahr erwartet hätte.

5. Falsch ist die Behauptung: "Im Wesentlichen war ich nach wie vor auf mich allein gestellt, der Umzug hatte zudem logistische Nachteile. Und da ich auch noch Zeit aufwendete, um mich am Vereinsleben zu beteiligen, hatte das Ganze nur wenig Vorzüge für mich."

Richtig ist, dass der Trainer des SV Werder Bremen, Claus Dieter Meyer, Georg Meier zur Verfügung stand. Dazu gab es insbesondere vor Beginn der Saison 2008/2009 ein Treffen bei Claus Dieter Meyer zu Hause, bei dem eine Spiel- und Fehleranalyse zu Georg Meiers Spiel diskutiert sowie Vorschläge zum weiteren Training gemacht wurden. Eine weiteres Treffen fand nicht statt, Georg Meier hat es vorgezogen, sein Training mit seinem alten Trainer Vladimir Chuchelov in Belgien und mit Yannick Pelletier in Montpellier zu bestreiten - bezahlt wurde dies von Werder Bremen.

Für seine Turnierteilnahmen half ihm, sofern gewünscht, Werder Bremen auch organisatorisch. Meistens suchte er sich die Turniere jedoch selbst aus und organisierte auch seine Teilnahmen selbst.

Entgegen den Vertragsbestimmungen zog Georg Meier erst nach Ende der Saison 2008/2009 nach Bremen um, für genau 3 Monate. Wie viel Zeit er davon wirklich in Bremen war, entzieht sich unseren Kenntnissen. Insofern konnte kein "logistischer Nachteil" entstanden sein. Der Aufwand, sich am Vereinsleben zu beteiligen, war aus gleichem Grund geringfügig, unterschied sich unwesentlich von dem aller anderen Spieler unserer Bundesligamannschaft.

6. Falsch ist die Behauptung: "Bei Werder bekamen wir jedes Jahr einen Aseri, Ukrainer oder anderen dazu. Die unterhielten sich dann alle untereinander auf Russisch. Ich konnte zum Teil nur mit Laurent Fressinet auf Französisch parlieren, weil Unterhaltungen auf Englisch kaum zu Stande kamen. Ich fühlte mich wie bei einer beliebigen Legionärstruppe."

Richtig ist, dass Georg Meier insgesamt nur 3 Saisons für Werder Bremen gemeldet war, davon hat er nur die ersten beiden gespielt. In seinem ersten Jahr waren er und Leonid Kritz die einzigen Neuzugänge. Die Spieler, die im zweiten Jahr neu in die Mannschaft kamen, sprechen alle so gut Englisch, dass man sich mit ihnen auf Englisch unterhalten kann. Die Mannschaftssprachen sind und waren immer Deutsch und Englisch.

7. Falsch ist die Behauptung: "Der Schritt in die Staaten wie bei Leonid Kritz, der trotz seiner rund 2600 Elo entmutigt in Baltimore ein Finanzwesen-Studium aufnahm […]."

Richtig ist, dass Leonid Kritz den gleichen Vertrag wie Georg Meier unterbreitet bekommen hatte. Wenige Wochen später erhielt er ein Angebot für ein vierjähriges Vollstipendium für die Uni Baltimore in den Fachrichtungen Finanzwesen und Mathematik. Leonid Kritz wollte das Stipendium ablehnen und den Werder-Vertrag annehmen. Nur die Intervention des damaligen Vorsitzenden brachte Leonid Kritz dazu, das US-Stipendium doch zu akzeptieren, wofür er sich inzwischen mehrfach persönlich und auch öffentlich bei uns bedankt hat.

8. Schließlich ist die Zustimmung Meiers zur These des Interviewers "Ohne Zerwürfnis mit Bremer Verantwortlichen wäre nicht Ihr neuer, sondern Ihr alter Verein Meister geworden" reine Spekulation. Mit Georg Meier haben wir in der Saison 08/09 zwei Mannschaftskämpfe verloren und gegen Baden-Baden 4:4 gespielt. Ohne ihn haben wir in der letzten Saison keinen Mannschaftskampf verloren und Baden-Baden geschlagen.

Der Vorstand der Abteilung Schachsport im SV "Werder" von 1899 e.V., Bremen

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