Talentschmiede Bundesliga

06.02.2013 – Auch in der Schachbundesliga dominiert das Geld. Je finanzstärker ein Verein, desto eher kann er es sich leisten, starke Spieler aus ganz Europa einzusetzen. Das führt zwar dazu, dass weniger deutsche Spieler zum Zuge kommen, aber die haben dafür Gelegenheit, Erfahrung gegen starke internationale Konkurrenz zu sammeln und für junge Talente ist das natürlich reizvoll. Aufregend wird es, wenn sich der Nachwuchs gegen die etablierten Großmeister behaupten kann und besonders schön ist es, wenn ein Spitzengroßmeister eindrucksvoll besiegt wird. Genau das geschah am letzten Bundesligawochenende in zwei Partien. Mehr...

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Am Samstag spielte der Hamburger SK gegen die Solinger SG. Solingen zählt zu den stärksten Mannschaften der Liga und liegt in der Tabelle auf Platz zwei hinter Spitzenreiter OSG Baden Baden. Der HSK bewegt sich am Tabellenende und muss gegen den Abstieg kämpfen. Falls die Hamburger gegen die starken Solinger auf eine Überraschung und einen oder zwei wertvolle Punkte gegen den Abstieg gehofft hatten, so wurden sie enttäuscht. Der Favorit setzte sich durch und Solingen gewann den Kampf 5,5:2,5.

Die spektakulärste Partie des Kampfes gewann jedoch ein Spieler des HSK. Rasmus Svane, einer der viel versprechendsten deutschen Nachwuchstalente, besiegte GM Gawain Jones in einer spektakulären Partie.


Rasmus Svane (Foto: Georgios Souleidis, Archiv)




Am Sonntag kam es dann zu einer weiteren kleinen Sensation. Beim Kampf OSG Baden-Baden gegen Forchheim siegte der Favorit aus Baden zwar deutlich mit 6,5:1,5, aber dafür gewann der 17-jährige Leon Mons gegen Deutschlands Nummer eins, Arkadij Naiditsch, der kurz zuvor das B-Turnier in Wijk aan Zee gewonnen hatte.


Leon Mons beim LGA-Cup 2012 in Nürnberg (Foto: Georgios Souleidis)

Für Aufsehen sorgte auch die Eröffnung dieser Partie, denn Mons griff zum selten gespielten Morra-Gambit. Offensichtlich eine gute Wahl. Denn wie IM Laurence Trent, der eine ChessBase-DVD über diese gefährliche Geheimwaffe erstellt hat, meint "ist das Morra-Gambit (1.e4 c5 2.d4 cxd4 3.c3) ist eines der am seltensten gespielten, aber meist unterschätzten Anti-Sizilianer. Mit Hilfe eines Bauernopfers strebt Weiß schnellstmögliche Entwicklung seiner Figuren an, um danach das unvorbereitete schwarze Lager in einem Angriff zu zerschlagen. Viele Schwarzspieler stehen in der Praxis vor dem Problem, von Beginn der Partie an mit unbekannten Stellungen konfrontiert zu werden. Es ist deshalb nicht überraschend, dass sich ca. 50% aller Spieler mit Schwarz dafür entscheiden, das Gambit erst gar nicht anzunehmen. Aber auch dann gibt es eine Menge trickreicher Ideen, die Weiß eine Partie mit großartigen Angriffsperspektiven ermöglicht."


Mehr über Morra...

Wie recht Trent mit dieser Einschätzung hat, zeigte die Partie:








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