Talk mit Magnus Carlsen

26.04.2013 –  Charlie Rose ist einer der renommiertesten Talkmaster der USA und am 24. April war Magnus Carlsen bei ihm zu Gast. Die Nummer eins der Schachwelt sprach über seine Karriere, verriet, wie er sich auf seinen Wettkampf gegen Anand vorbereitet, wen er für den besten Schachspieler aller Zeiten hält und warum Optimismus im Schach so wichtig ist. Auszüge aus einem interessanten Interview...

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Magnus Carlsen zu Gast bei Charlie Rose

Magnus Carlsen war schon häufiger in Talkshows zu Gast und überzeugt immer wieder mit ruhigem, souveränem Auftreten und trockenem Witz. Das tat Carlsen auch bei Charlie Rose. Zugleich verriet der Norweger im Laufe des etwa 25 Minuten dauernden Interviews viel über sich, seine Karriere und seine Einstellung zum Schach.

Nach einem kurzen Trailer zur Einleitung begann Moderator Charlie Rose das Gespräch mit der Frage: "Was glauben Sie, warum sind Sie so gut?"

Antwort Carlsen: "Das würde ich wirklich, wirklich gerne wissen. Vielleicht weiß ich das in 20 oder 30 Jahren, wenn ich älter und klüger bin.

Natürlich habe ich viel Zeit in das Schach investiert, ich habe ein Gefühl für das Spiel entwickelt, ich rechne gut, etc., aber andere haben ebenfalls viel Zeit in das Schach investiert und spielen mit der gleichen Hingabe.

Allerdings weiß ich, dass mir das Spiel leicht fällt und ich einen natürliche Begabung dafür habe. ... Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich rasche Fortschritte mache, schneller als andere. Und Schach hat mir immer Spaß gemacht. ... Ich versuche einfach gut zu spielen und hoffe, das inspiriert andere, ebenfalls gut zu spielen. ...

Ich habe nie gerne verloren, und ich glaube, wenn man erfolgreich sein will, dann muss das so sein. ... Jemanden Matt zu setzen ist zwar befriedigend, aber noch mehr gibt mir der Kampf, der zu dem Punkt führt, an dem man in Vorteil kommt."

Zum Etikett, der "Mozart des Schachs" zu sein, meinte Carlsen: "Nun, es gibt schlechtere Personen, mit denen man verglichen werden kann. ... Ich glaube, genau wie ich hatte Mozart ein natürliches Talent und hat viel geübt und gearbeitet. ... Erst lernt man alles, was zu lernen ist, dann fängt man an, die Dinge eigenständig zu tun."



Charlie Rose überraschte mit originellen Fragen

Natürlich war auch der kommende Weltmeisterschaftskampf gegen Vishy Anand ein Thema. Auf die Frage, wie er sich auf den Kampf vorbereitet, meinte Carlsen:

"Mit kleinen Verbesserungen. Die Eröffnungen ein wenig schärfer spielen. Körperlich vorbereitet sein. Bei allem ein bisschen besser sein. Und ich versuche auch, es mit der Konzentration auf den Wettkampf nicht zu übertreiben."

Dann fügte Carlsen lächelnd hinzu: "Anand wird das Gleiche tun. Der einzige Unterschied besteht darin, dass das nicht reichen wird."


Souverän, ruhig, optimistisch: Magnus Carlsen

Zur Sprache kam auch das Verhältnis Carlsens zu Garry Kasparov.

"Ganz sicher werde ich Garry um Rat fragen - tatsächlich habe ich das schon getan -, denn er verfügt einfach über enorm viel Erfahrung. Er ist einfach ein phantastischer Spieler. ... Was die Frage nach dem größten Spieler aller Zeiten betrifft, so besteht für mich überhaupt kein Zweifel, dass Garry der Beste ist. ... Es ist schon ein paar Jahre her, als ich das letzte Mal gegen ihn gespielt habe, aber ich kann Ihnen sagen, auch fünf Jahre nach seinem Rückzug vom Turnierschach war er noch ziemlich stark.

Gegen Ende der Sendung betonte Carlsen, wie wichtig, Selbstvertrauen und Optimismus sind, um Erfolg zu haben.

"Man muss unbedingt an sich glauben. Es ist besser, zu optimistisch als pessimistisch zu sein, denn wenn man nicht nach Chancen sucht, dann übersieht man Möglichkeiten. ... Pessimisten sehen Gefahren, die es nicht gibt. ... Man braucht diese Zuversicht, den Glauben an sich selbst. ... Bei mir kam das nicht von allein. Aber mit 16 habe ich erkannt, dass ich einmal einer der besten Spieler der Welt sein werde. Und das verlangt eine andere Einstellung. Am Anfang führte meine geänderte Einstellung zu katastrophalen Ergebnissen. Aber als ich endlich so gut wie spielte, wie es meine Einstellung verlangte, änderte sich das."

Aufzeichnung des vollständigen Interviews


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