18.01.2023 – Anish Giri gelang in der vierten Runde des Tata Steel Turniers ein Sieg gegen Magnus Carlsen. Der Niederländer schlug den Weltmeister mit dessen eigenen Waffen. Für eine weitere Überraschung sorgte Praggnanandhaa, der Ding Liren besiegen konnte. Vincent Keymer kam gegen Arjun Erigaisi zu einem ungefährdeten Remis und Alexander Donchenko holte im Challengers seinen zweiten Sieg. | Fotos: Lennart Ootes/ Tata Steel Chess
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Mit Anish Giri verbindet Magnus Carlsen eine besondere Beziehung. Die beiden Topspieler kennen sich von vielen Turnieren sehr gut und sind wohl auch befreundet. Auf Twitter liefern Giri und Carlsen sich gelegentlich spitzzüngige Frotzeleien. Am Brett liegt Carlsen in der Gesamtwertung vorne, aber Giri ist ein stets gefährlicher Gegner, der immer eine Überraschung parat hat. Und im Heimspiel in Wijk aan Zee ist Giri ein ganz besonders unangenehmer Gegner. 2011 verlor Magnus Carlsen bei seiner Premiere im A-Turnier und es dauerte tatsächlich mehr als zehn Jahre bevor Carlsen hier seine erste klassische Partie gegen Giri für sich entscheiden konnte. Erst bei seinem Turniersiegim letzten Jahr gelang dem Weltmeister dieser Erfolg.
In der 4. Runde des Tata Steel Masters stand das spannungsgeladene Duell erneut auf dem Programm, mit Giri als Führer der weißen Steine. In seiner Vorbereitung auf die Partie nahm sich Giri einen erstklassigen Berater - und zwar seinen Gegner. Carlsen antwortete auf Giris 1.d4 mit der Damenindischen Verteidigung und nun folgte Giri einfach den Fußstapfen, die der Weltmeister im Laufe der Jahre in dieser Eröffnung hinterlassen hatte. Im 18. Zug war Giri immer noch auf Carlsens Spuren. So wie Giri hatte Carlsen schon in Biel gegen Yannick Pelletier gespielt, vor fast 15 Jahren (!), im Jahr 2008. Giri wählte nun eine andere Fortsetzung, die etwas andere Probleme stellte. Würde Carlsen sich noch an seine alten Partien und Analysen erinnern?
Damenindisch gehört sowohl bei Spitzenspielern als auch im Amateurbereich zu den Lieblingseröffnugnen gegen 1.d4. Spitzenspielern gefällt die solide schwarze Struktur, die viel Spielraum für interessantes Spiel und neue Ideen bietet.
Keine einfache Partie hatte auch Ding Liren gegen Praggnanandhaa. Im Italienischen Giuoco Piano mündete die Partie in ein Endspiel mit Turm und Springer auf beiden Seiten, in der der junge Inder die Führung übernahm und einen Bauern gewann.
Seinen kleinen materiellen Vorteil verdichtete der junge Großmeister dann systematisch und geduldig zum Sieg.
Spanisch ist eine der ältesten Eröffnungen überhaupt und genießt von Clubebene bis hin zur Weltspitze unvermindert hohe Popularität. In dieser DVD-Reihe präsentiert der amerikanische Super-GM Fabiano Caruana im Gespräch mit Oliver Reeh ein komplettes Repertoire.
Zu einem ganzen Punkt kam auch Nodirbek Abdusattorov gegen Parham Maghsoodloo. Nach spanischem Beginn setzte sich der junge Usbeke dank der besseren Königsstellung in einem langen Schwerfigurenendspiel durch.
Nodirbek Abdusattorov im Interview
Das Endspiel Turm und Springer gegen Turm und Springer stand am Schluss auch in der Partie von Vincent Keymer gegen Arjun Erigaisi auf dem Brett. Mit je vier Bauern am gleichen Flügel wurde aber bald die Punkteteilung vereinbart.
In der Begegnung zwischen Richard Rapport und Fabiano Caruana spielte der US-Großmeister mit Schwarz in der Ragozin-Verteidigung auf Königsangriff und kam zu einiger Initiative. Rapport schaffte es aber, dem Angriff standzuhalten und auch hier endete die Partie in einem Endspiel mit Türmen und Springern remis.
Wesley So und Levon Aronian lieferten sich ihre Partie auf dem Gebiet der Englischen Eröffnung, Nach frühem Damentausch verflachte die Partie rasch und endete in einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern ohne Sieger.
Einen originellen Vortrag zeigte Gukesh gegen Jorden van Foreest. Gukesh bot das Sizilianische Zweispringerspiel an, aber van Foreest ließ sich auf keine Spezialvarianten ein. Später rochierte Gukesh lang, aber "zu Fuß", mit Ke8-d7-c8. Die Partie endete bald nach dem 30sten Zug ebenfalls remis.
Tabelle Masters
Partien Master
Challengers
Alexander Donchenko feierte in der 4. Runde des Challengers gegen Jergus Pechac einen schönen Erfolg. In der Sizilianischen Alapin-Variante stiftete der deutsche Nationalspieler mit seiner Dame Unruhe in der gegnerischen Stellung und nutzte dann ein paar Ungenauigkeiten seines Gegners in giftiger Stellung eiskalt aus.
Alexander Donchenko im Interview
In die Gewinnerliste trug sich auch Mustafa Yilmaz ein, nachdem er seine Partie gegen Max Warmerdam gewinnen konnte. Auch Velimir Ivic holte gegen Vaishali einen ganzen Punkt.
Viele neue Fans hat bereits Eline Roebers gewonnen. Die 16-Jährige spielt als Elo-schwächste Teilnehmerin im Challengers munter mit, hat auf imposante Weise Erwin l'Ami besiegt und holte gegen M.Amin Tabatabaei in Runde einen weiteren halben Punkt. Mit 50% liegt sie im Mitteldfeld des Turniers, mit einer Performance von 2622 Elo.
Remis trennten sich auch Luis Paulo Supi und Thomas Beerdsen sowie Adhiban und Sindarov.
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Der Nimzo-Inder hat sich seit über einem Jahrhundert bewährt: Bis heute ist er eine erste Wahl der Weltelite, von Magnus Carlsen bis Praggnanandhaa, und er bleibt eine der zuverlässigsten Möglichkeiten für Schwarz, nach 1.d4 2.c4 3.Sc3 um echte Chancen zu
Italian Game Powerbase 2026 ist eine Datenbank und enthält 8571 hochklassige Partien aus der Mega 2027 bzw. der Correspondence Database 2026, davon sind 479 kommentiert.
Videos: Nico Zwirs zeigt Sizilianisch mit 2…e6 3.d4 cxd4 4.Dxd4 Sc6 5.De3 Sf6 6.Sc3, Mihail Marin prüft Sindarovs 6.Se5 im Damenbauernspiel. Dazu die „Wundertüte“ mit 41 Analysen von Berg, Ftacnik, Gupta u.v.a.
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