Tata Steel Chess Runde 7: Tabellenführer Abdusattorov und Donchenko

von Klaus Besenthal
22.01.2023 – In der am Samstag gespielten 7. Runde des Masters hat Nodirbek Abdusattorov gegen Erigaisi Arjun gewonnen und dadurch seinen Vorsprung an der Tabellenspitze auf einen ganzen Punkt ausgebaut. Die erste Verfolgergruppe besteht aus Praggnanandhaa, Anish Giri, Fabiano Caruana und Wesley So. Einen halben Punkt hinter den Verfolgern ist Levon Aronian Sechster. Zur Halbzeit des Turniers sind diese sechs Spieler allesamt noch ohne Niederlage. - Vincent Keymer stand gegen Ding Liren auf Gewinn, musste sich aber letztlich mit einem Remis begnügen, während Magnus Carlsen gegen Richard Rapport gewonnen hat. - Im Challengers ist nach der 7. Runde mit Alexander Donchenko ein Deutscher alleiniger Tabellenführer. | Fotos: © Jurriaan Hoefsmit – Tata Steel Chess Tournament 2023

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Tata Steel Chess Tournament 2023 - Masters

Sollte Anish Giri in diesem Turnier noch einmal einen Angriff auf die Tabellenspitze planen, dann war der richtige Zeitpunkt dafür in Runde sieben noch nicht gekommen. In der Schwarzpartie gegen Levon Aronian ging für Giri im Gewinnsinne gar nichts - für Aronian allerdings auch nicht:

 

 

Zu den Vorteilen eines schnellen Unentschiedens gehört der frühe Feierabend

Der womöglich also nie erfolgende Angriff von Giri auf die Tabellenspitze ist ohnehin noch einmal schwieriger geworden, denn dort, an der Spitze, hat sich Nodirbek Abdusattorov weiter abgesetzt. In Runde sieben kam für den Usbeken ein erneuter Partiegewinn hinzu, und wenn man seine souveräne Art zu spielen verfolgt, dann liegt der Gedanke, dass er irgendwann auch in der Weltrangliste bis ganz nach oben gelangen könnte, durchaus nahe.

 

 

Eine Geste der Verzweiflung war dies wohl nicht, denn Nodirbek Abdusattorov gelingt in Wijk zurzeit ja eigentlich alles

Nach oben in der Tabelle orientiert sich auch Wesley So, doch ganz so souverän wie Abdusattorov sah der amerikanische Großmeister bei seinem Sieg gegen Gukesh nicht aus:

 

 

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Endgültig wieder in der Spur ist Magnus Carlsen nach seinem Sieg gegen Richard Rapport. Dieser Partiegewinn war für den Weltmeister wohl keine allzu schwere Arbeit, denn Rapport überdehnte seine Möglichkeiten in fahrlässiger Art und Weise:

 

 

Auch wenn er jetzt noch ein paar Partien gewinnen sollte, dürfte es für Magnus Carlsen schwierig werden, noch einmal an die Tabellenspitze zu gelangen - der Abstand ist bereits sehr groß

Vincent Keymer hatte Ding Liren am Rande der Niederlage, doch leider reichte es am Ende nur zum Remis:

 

 

Vincent Keymer scheint der Spaß am Turnier noch nicht vergangen zu sein

Praggnanandhaa hat es mit seinem Sieg gegen Jorden van Foreest in die erste Verfolgergruppe hinter Abdusattorov geschafft. Der Inder erlangte erheblichen Vorteil, als van Foreest einen Fehler beging, wie man ihn von ihm eigentlich nicht erwartet hätte:

 

 

Zur Halbzeit des Turniers liegt Pragg auf Platz zwei

Fabiano Caruana gehört auch der ersten Verfolgergruppe an. Theoretisch hätte er auch alleiniger Zweiter sein können, aber es gibt Aufgaben, die selbst die besten Schachspieler der Welt nicht lösen können - zumal wenn jenseits des 90.Zugs die Bedenkzeitreserven aufgebraucht sind:

 

 

Als Profi wird Fabiano Caruana dem verlorenen halben Punkt wohl nicht lange nachtrauern

Ergebnisse der 7. Runde

 

Tabelle nach Runde 7

 

Partien

 

 

Challengers

In der Partie zwischen den beiden nach der 6. Runde Co-Führenden Alexander Donchenko und Mustafa Yilmaz geriet der Türke auf die Verliererstraße, als er in der kritischen Situation nicht den richtigen Defensivzug fand:

 

 

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Alexander Donchenko geht als alleiniger Tabellenführer in die zweite Turnierhälfte des Challengers

Ergebnisse der 7. Runde

 

Tabelle nach Runde 7

 

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Turnierseite


Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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