Meine nächsten Igeltermine sind:
7./8.12. Igel III in Hamburg
21./22.12. Igel II in Augsburg
25./26.01. Igel I in Köln
Die Igel-Seminare
Kaum eine Formation ist so geheimnisumwittert wie der Igelaufbau. In seiner scheinbar passiven Stellung bündelt der Igelspieler zumeist unglaubliche Kräfte. Expandiert der Weiße in unbekümmerter Weise, so können diese dann mit verheerender Wirkung freigesetzt werden. Aber auch passives Verhalten des Gegners wird bestraft. Durch den Extra-Bauern im Zentrum verfügt der Igel-Spieler über einen substantiellen Vorteil. Dieser kann durch Anwendung standardisierter Methoden sehr leicht zum bestimmenden Spielelement werden.
Wozu überhaupt ein Seminar besuchen?
Als jüngstes Kind der schachlichen Ideengeschichte gehört der Igel zu den schwierigsten Themen überhaupt. Die Schachliteratur konnte sich dem Igel bislang nur bruchstückhaft nähern. Was fehlt ist eine zusammenhängende Igel-Theorie, die auch hohen didaktischen Ansprüchen gerecht werden kann. Für den Lernerfolg in einem derart komplexen Wissensgebiet bietet das Format „Seminar“ mit seiner Interaktivität den geeigneten Rahmen.
Meine Methode
Der Igel ist keine durch eine bestimmte Zugfolge definierte Eröffnung, sondern vielmehr eine Mittelspielstruktur. Es geht bei den Seminaren darum auch nicht um die Vermittlung konkreter Varianten, sondern um die Aufschlüsselung dieser Struktur. Vertraut mit ihren Gesetzen und Besonderheiten, wird der Teilnehmer nach dem Besuch der Seminare im Stande sein, auch ohne Theoriekenntnis die richtigen Züge logisch herzuleiten.
Warum drei Seminare?
Der Igel ist ein weites Feld. Eine derart anspruchsvolle Thematik in ein einziges Seminar zu zwängen, wäre mir vollkommen unmöglich. Die Seminare sind in sich abgeschlossen. Daher wäre auch der Besuch eines späteren Seminars ratsam, selbst wenn ein früheres verpaßt worden ist. Das Seminar I befähigt schon dazu, den Igel zu spielen. Nach dem Besuch aller Seminare hat man Expertenstatus erreicht.
Der übergeordnete Nutzen
Der Igel ist so etwas wie eine „perfekte Struktur“. Durch seine Modernität und Tiefe nimmt der Igel die gesamte Ideengeschichte des Schachs in sich auf. Neben spielerischen Elementen betrifft dies auch die psychologische Ebene. Wohl keine andere Eröffnung setzt eine derartige psychologische Reife voraus. Hieraus ergibt sich, daß man auf dem Nährboden des Igels sowohl Schachstrategie als auch Schachpsychologie im Allgemeinen trainieren kann. Alle acht Kriterien der Stellungsbewertung werden behandelt, wobei eine teilweise Neubewertung überkommener klassischer Maßstäbe vorgenommen wird. Als Konsequenz gilt: Den Igel lernen heißt Schach lernen!
Inhaltsangabe
Seminar I – Die Grundlagen
Im ersten
Igel-Seminar werden die Grundlagen vermittelt. Mit ein bißchen „Mut zur Lücke“
wird jeder Teilnehmer nach dem Seminar in der Lage sein, das erworbene Wissen in
der Praxis umzusetzen.
Teil 1 behandelt die Standardaufstellung. Vorgestellt werden die
Standard-Bauernformation, die Standard-Figurenentwicklung und die
Standard-Manöver. Alles aus schwarzer Sicht. Durch die Beleuchtung der
Zentrumssituation und die Analyse des weißen Raumvorteils werden die Grundlagen
zum positionellen Verständnis des Igelaufbaus geschaffen.
Im zweiten Abschnitt betrachten wir den Igel in seiner Eigenschaft als
Kontereröffnung. Dabei sind drei Kontertypen zu unterscheiden: der
Befreiungskonter, der Verteidigungskonter und die Mischform.
Der dritte Teil hat das substantielle schwarze Zentrumsübergewicht zu Thema.
Gelingt es Schwarz seine zentrale Bauernmehrheit zu mobilisieren, führt dies oft
zu größerer Figurenaktivität und Stellungsvorteil.
Seminar II – Die Bauern
Im Zentrum des zweiten
Igel-Seminars stehen die Bauern. Laut Philidor sind sie die Seele des
Schachspiels. Wie kein anderes Element bestimmt ihre Struktur die Auswahl
möglicher Pläne und damit den Fortgang der Partie.
Der erste Teil des Seminars beschäftigt sich daher mit den wichtigsten weißen
und schwarzen Bauernformationen in der Anfangsphase.
Im zweiten Teil wird mit dem „Spiel auf Bauernschwächen“ eine der wichtigsten
schwarzen Gewinnideen thematisiert. Die zahlreichen exponierten weißen Bauern
geben für den auf der Lauer liegenden Schwarzen hervorragende Angriffsmarken ab.
Nicht minder bedeutsam ist das Thema des dritten Teils. Durch das „Spiel auf
Felderschwächen“ nutzt Schwarz den zweiten großen Nachteil weißer
Expansionsträume aus.
Seminar III – Schwarz greift an
Eine Grundregel für den Igelspieler lautet: Bloß nicht die Damen tauschen!
Durch den Aufzug des f-Bauern, manchmal auch des g-Bauern, ist die weiße
Königsstellung weitaus gefährdeter als die schwarze. Die Kontersiege des Igels
sind daher zahlreich.
Im ersten Teil werden die verschiedenen Formen des schwarzen Königsangriffs
vorgestellt, e.g. Überfall, Langzeitinitiative, Endspielangriff etc..
Der zweite Teil beinhaltet eine Untersuchung der verschiedenen weißen
Königsflügelbauernstrukturen. Es werden die spezifischen Schwächen und die sich
daraus ergebenen schwarzen Angriffsschablonen herausgearbeitet.
Zum Schluß stehen Sondersituationen zur Debatte: „Der schwarze König bleibt in
der Mitte“, „Schwarz rochiert lang“ oder „Was mache ich gegen die lange weiße
Rochade?“