Trainingszentrum ChessBase

18.12.2012 – Das ChessBase-Büro in Hamburg ist nicht nur ein Büro, sondern auch ein Schachtrainingszentrum, in dem Großmeister und Trainer aus aller Welt unterrichten. Virtuell. Im ChessBase-Studio nehmen sie DVDs auf und zeigen, welche Eröffnungen gut sind, wie man Mittelspiel und Endspiel behandelt und wie man im Schach besser wird. Auch 2012 kamen wieder zahlreiche Gäste nach Hamburg, unter anderem Garry Kasparov. Welche Schachspieler sonst noch in Hamburg waren und was sie dort gemacht haben, verrät der ChessBase-Newsletter. Zum Schachbrief...

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ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

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Bei ChessBase zu Gast...
Von André Schulz



Nicht nur in den Turniersälen, auch im ChessBase-Studio wurde 2012 viel gearbeitet. Schauen wir mal, wer in diesem Jahre alles in Hamburg zu Besuch war:

Der deutsche Großmeister Leonid Kritz studiert in den USA, nimmt aber bei seinen regelmäßigen Besuchen in Deutschland immer den Weg über Hamburg. Henrik Danielsen lebt als Däne in Island. Auch er war zu Besuch und zeigte ein paar interessante Geheimwaffen (2.Lf4!). Nicht so weit wie diese beiden hat es Martin Breutigam, der in der Nähe von Bremen wohnt. Nach anfänglicher Scheu hat der Sport-Journalist (Süddeutsche Zeitung) nun auch das gesprochene Wort für sich entdeckt. Ganz besonders haben wir uns über eine DVD von Wolfgang Uhlmann gefreut. Die Dresdner Schachlegende, ehemaliger WM-Kandidat, zeigte seine besten Partien. Der US-amerikanische IM John Watson empfiehlt die DVD auch solchen Schachfreunden, die kein Deutsch können.

Weitere deutschsprachige Autoren waren Stefan Kindermann, Schachpsychologie-Experte aus München, und Michael Richter, Schachtrainer aus Berlin. Auch Dr. Helmut Pfleger lebt in München und hat einen dritten Band der schönsten Partien der Schachgeschichte aufgenommen. GM Thomas Luther und Schachjournalist Jürgen Jordan inszenierten für ihre DVD zur Französischen Verteidigung eine typische Lernsituation: Amateur fragt Meister.

Nachdem wir nun so viele deutsche Meister vorgestellt haben, wird es Zeit für unsere internationalen Autoren, z.B. Garry Kasparov. Ja, der 13.Weltmeister zeigte selbst Glanzpartien aus dem Beginn seiner Karriere (bis 1985).


Garry Kasparov, assistiert von Pascal Simon

Da wir gerade bei Weltmeistern sind: Rustam Kasimdhzanov, FIDE-Weltmeister von 2004, hat schon viele DVDs produziert - meist stellt er Repertoires gegen bestimme Eröffnungen vor, die er als Sekundant von Vishy Anand bestens kennt. Auch in diesem Jahr, kurz nach der WM, war er wieder zu Besuch. Ein Studioneuling ist Sabrina Chevannes aus London. Sie betreibt in der englischen Hauptstadt eine Schachschule und nahm eine DVD für Einsteiger auf, die nun die ersten Tricks lernen wollen.

Häufiger zu Gast war schon Lawrence Trent, ebenfalls aus London. Sein zweites Hobby ist Salsa-Tanzen - inzwischen hat er sich auch schon bei den Damen in den Tanzclubs in Hamburg einen Namen gemacht. Für Daniel King ist Hamburg sogar schon fast zur zweiten Heimat geworden.


Der englische GM spricht fließend deutsch und nimmt alle seine DVDs der Reihe "Powerplay" in Englisch und Deutsch auf.

Zu den regelmäßigen Gästen im ChessBase-Studio gehört Alexej Shirov. Auch er ist in Hamburg schon so gut wie zuhause. Das gilt inzwischen auch für seinen einstigen Trainingskollegen Viktor Bologan, der jüngst zum Super-GM aufstieg - wenn das mal nicht an seiner Autorenarbeit liegt. Adrian Mikhalchishin gilt als einer der besten Schachtrainer überhaupt. In jungen Jahren hat er u.a. für Anatoly Karpov gearbeitet. Regelmäßiger Studiogast ist auch Dejan Bojkov aus Bulgarien, allerdings auch ständig in der Welt unterwegs.

Sam Collins reklamiert für sich, der stärkste Ire mit irischen Wurzeln zu sein. Eine Zeit lang lebte er in Japan und entdeckte seine Liebe zum asiatischen Essen. Er kennt inzwischen auch die besten Asien-Restaurants in Hamburg. Einen niederländischen Brückenkopf in Hamburg bildet Merijn van Delft. Wo ein Niederländer ist, kommen schnell zehn weitere hinzu und bilden eine Fußball-Mannschaft - oder nehmen Schachlektionen auf wie Loek van Wely und Robert Rijs.

Im Herbst kam erstmals Alejandro Ramirez aus Costa Rica nach Hamburg. Er ist eines jener "Schachwunderkinder", die ohne Trainer allein mit Computerhilfe Meisterstärke erreicht haben. Allerdings entschied sich der junge Großmeister, erst einmal in den USA zu studieren. Seine DVD zum Benkö-Gambit erscheint Anfang 2013.

Eine Reihe von Autoren nehmen in regelmäßigen Abständen Videos für das ChessBase Magaziin auf. Dazu gehören Rainer Knaak, der aber auch noch eine Fallen-DVD produziert hat, Oliver Reeh, genannt der Taktik-Fuchs, Karsten Müller, dessen Name untrennbar mit den Endspielen verbunden ist und Dorian Rogozenco.

Ein besonderer Gast war Jörg Hilbert. Er ist nämlich eigentlich Zeichner und Geschichtenerzähler und in Deutschland berühmt für seine Kinderbücher, z.B. Ritter Rost. Er ist allerdings auch zusammen mit Björn Lengwenus der Autor von Fritz&Fertig. In einem Special zur Jubiläumsedition von Fritz&Fertig befragte Schachtrainer Björn Lengwenus seinen Co-Autor, was er denn nun mit Hilfe seines Programms vom Schach gelernt hat.

Wenn er in Hamburg einen Auftritt als Kabarettist hat, dann schaut auch Matthias Deutschmann immer bei ChessBase vorbei. Manchmal muss er dort auch arbeiten und zum Beispiel die besten Patzer zeigen. Ansonsten schaut er aber auch gerne den Schachspielern über die Schulter...


Ben Bartels, Rainer Woisin, André Schulz, Matthias Deutschmann staunen. Kasparov spielt

Weltmeisterschach Garry Kasparov: How I became World Champion



Den Weltmeistertitel holte er gleich im ersten Anlauf - wenn man den abgebrochenen Titelkampf von 1984 einmal außer Acht lässt. Er war damit der jüngste Weltmeister aller Zeiten. Von 1985 bis 2000 hielt Kasparov den Titel - 15 Jahre lang -, verteidigte ihn mehrfach gegen Anatoly Karpov, gegen Nigel Short, gegen Viswanathan Anand, bis er ihn schließlich gegen Vladimir Kramnik verlor. Aber auch danach dominierte Kasparov das internationale Schach und blieb bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2005 Erster der FIDE-Weltrangliste. (In englischer Sprache.)

Schach für Schnelle: neue "... in 60 Minuten"

Robert Ris: Kampf um Inititative mit dem Fajarowicz Gambit



Wer gerne auch mit Schwarz gleich auf Angriff spielen möchte, dem sei das Fajarowicz Gambit empfohlen. Nach 1.d4 Sf6 2.c4 e5 3.dxe5 Se4 will Schwarz nicht wie im Budapester Gambit (3...Sg4) den Bauern zurückgewinnen, sondern den weißen König überfallartig angreifen und am liebsten gleich Matt setzten. Gegen einen nicht gut vorbereiteten Gegner führt diese Spielweise oft zum Erfolg. Der niederländische IM Robert Ris zeigt die Varianten, Ideen und typischen taktischen Manöver dieses romantischen Gambits. (In englischer Sprache)

Henrik Danielsen: Wie man 6.Se5-Slawisch effektiv bekämpft



Nach den Zügen 1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 dxc4 5.a4 Lf5 wird 6.Se5 am zweithäufigsten gespielt (nach 6.e3) und ist insbesondere unter starken Spielern sehr beliebt. Danielsen empfiehlt in seinem Repertoirevorschlag 6...Sbd7, und auf 7.Sxc4 soll 7...Sb6 folgen (statt des klassischen 7...Dc7). Nach 8.Se5 a5 ist eine wichtige Ausgangsstellung auf dem Brett. Weiß besitzt nun die Alternativen 9.e3, 9.Lg5, 9.g3 und 9.f3, aber wie vor allem die chinesischen Topspieler Wang Yue, Bu Xingzhi und Ni Hua gezeigt haben, kann sich Schwarz jeweils gut behaupten. (In englischer Sprache)

Lawrence Trent: Winning with the Fantasy-Variation



Die Fantasy-Variante (1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3) ist ein raffinierter Versuch von Weiß, die Partie von Beginn an in trübes Fahrwasser zu steuern und damit Schwarz von den soliden Stellungen wegzulocken, die er aus den Hauptabspielen von Caro-Kann gewohnt ist. Dank einer Welle frischer Ideen und Neuerungen, hat die Variante zuletzt große Beliebtheit erlangt und findet sich nun sogar im Repertoire einiger der weltbesten Spieler. In diesem 60-minütigen Video stellt IM Lawrence Trent die 5 Hauptvarianten vor, die Schwarz zu Verfügung stehen, bei denen aber Weiß jeweils eine Reihe von Möglichkeiten hat, um die Stellung voller Spiel und Dynamik zu halten. (In englischer Sprache)


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