Taktiktraining: Spaß haben und besser werden

von Matthias Wüllenweber
12.06.2019 – Warum macht es Spaß, Taktikaufgaben zu lösen? Der erste Grund hat nichts mit Schach zu tun: Die Lösung eines interessanten Problems bringt ein Erfolgserlebnis. Dadurch wird eine Menge Dopamin im Gehirn freigesetzt. Dopamin ist ein komplexer Neurotransmitter und gehört zum neurochemischen Motivations- und Belohnungsmechanismus des Gehirns und wird in der Popkultur oft als "Glückshormon" bezeichnet. Auch wenn man sich verliebt, dann ist der Kopf voller Dopamin.

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Der zweite Grund, warum Taktiktraining Spaß macht, liegt an unserem Verständnis von Schönheit im Schach. Schachaufgaben sind interessant, wenn die Lösungen Opfer, überraschende Manöver, Abweichungen vom Gewöhnlichen enthalten.
Der dritte Grund ist eher pragmatischer Natur, aber mit Sicherheit der wichtigste: um die Spielstärke im Schach zu steigern, gibt es für alle Amateure keinen schnelleren Weg als die Verbesserung der Rechenfähigkeiten. Die meisten Partien werden durch taktische Ungenauigkeiten entschieden. Taktikaufgaben zu lösen ist der leichteste Weg, um die Rechenfähigkeiten zu trainieren und besser zu werden.

Grund genug, um unsere Trainingsseite mit Taktikaufgaben auszubauen: https://tactics.chessbase.com. Dort können Sie in drei verschiedenen Disziplinen antreten: Klassisch, indem Sie Aufgaben lösen, beim Fight gegen einen anderen Spieler und beim Taktiksprint.

Taktik lösen

Beim klassischen Lösen von Taktikaufgaben bekommen Sie Stellungen vorgelegt, die Ihrer Spielstärke entsprechen. Wenn Sie angemeldet sind, dann berechnet das System Ihre Taktik-Elo und wählt dementsprechend Stellungen aus. Sie können die Stellungen ohne Zeitdruck in Ihrem eigenen Tempo lösen. Hier kommt es vor allem darauf an, die Varianten richtig zu rechnen. Manche der Aufgaben werden vom Schwierigkeitsgrad über Ihrer Taktik-Elo liegen. Aber zu jeder Stellung gibt es Hilfestellungen. Hilfestellungen können Hinweise wie "Finde das Matt", "Abzugsangriff" oder "Opfere etwas" sein. Je mehr Hilfestellungen Sie brauchen, desto weniger Elo-Punkte bekommen Sie. Aber unter dem Strich bleibt das Endergebnis positiv, wenn die Stellung schwer ist.

Die erste Hilfestellung für diese Stellung lautet "Ablenkung".

Für den Relaunch von https://tactics.chessbase.com haben wir vier Dinge verbessert:

  • Alle 90.000 Stellungen in der Datenbank wurden noch einmal überprüft, damit die Lösungen eindeutig sind. Außerdem waren die Lösungen bei einer ganzen Reihe der vorhandenen Taktikaufgaben ein wenig kurz. Diese Lösungen wurden erweitert. Nach dem Lösen können User eine Stellung mit "Gefällt mir" bewerten oder mit "Stellung bemängeln" kritisieren. Wir haben sämtliche Kritiken ausgewertet und die Lösungen der Aufgaben entweder klarer gemacht oder die Stellung einfach aus der Datenbank entfernt.
  • Alle Stellungen wurden mit deutlich klareren Hinweisen versehen als oben erwähnt. Die meisten Stellungen enthalten jetzt Hinweise, die das taktische Motiv beschreiben (z.B. "Gabel"). Ein guter Hinweis hilft, ohne zu viel zu verraten.
  • Die Datenbank wird beinahe täglich um neue Stellungen aus der aktuellen Praxis ergänzt. Deshalb stossen Sie immer auf frisches Material. Folgen Sie dem Link oben links auf der Taktikseite, um die Stellung zu sehen, die aktuell hinzugefügt wurde.

Das Taktiktraining https://tactics.chessbase.com bietet schon seit geraumer Zeit eine starke Engine, mit der man nach dem Lösen der Aufgabe analysieren kann. Wenn Sie Zweifel an der offiziellen Lösung haben, dann können Sie die Stellung hinterher analysieren.
Klicken Sie auf "Taktik Lösen", um das Training zu starten. Wenn Sie eine Stellung gelöst und analysiert haben und weitermachen wollen, klicken Sie auf "Nächste Stellung". Machen Sie eine Pause und hören Sie auf, wenn Sie keine Lust mehr haben. Es spielt keine Rolle, wie viele Stellungen Sie am Stück lösen.

YouTube Video Intro

Fight gegen einen anderen Spieler

Während es bei "Taktik Lösen" vor allem auf genaues und präzises Rechnen ankommt, geht es beim "Fight gegen einen anderen Spieler" direkter zur Sache. Sie kämpfen gegen einen anderen Spieler. Wer eine leichte Stellung als Erster löst, bekommt einen Punkt und beide erhalten eine neue Stellung. Wenn Sie einen falschen Zug eingeben, dann bekommt Ihr Gegner den Punkt. Wer als Erster 13 Punkte erreicht, gewinnt. Es reicht, den ersten Zug einzugeben, Sie müssen nicht die ganze Variante eingeben. Taucht eine neue Stellung auf, dann müssen Sie sich konzentrieren. Manchmal lohnt es sich tatsächlich, einen Zug zu raten, anstatt alle Varianten auszurechnen. Hier kann man ein wenig zocken. Durch die Schnelligkeit der Taktik-Fights und durch das Adrenalin, das dabei ausgeschüttet wird, erinnern die Taktik-Fights an "Bullet", das Ein-Minuten-Blitz.
Wenn Sie Taktik-Fights üben wollen, ohne gegen jemanden anzutreten, dann können Sie bei einem "Fight kiebitzen". Dabei verfolgen Sie den Kampf zweier anderer Spieler und können Züge ausführen, auf die Sie Feedback bekommen. Die Spieler, deren Kampf Sie verfolgen, sehen das nicht, und die nächste Stellung wird erst gezeigt, wenn einer der beiden Spieler, denen Sie folgen, einen Zug eingibt.

Um die Arena zu betreten, klicken Sie "Klick startet Fight". Wenn Sie kampfbereit sind, klicken Sie auf "Fight starten". Wenn Sie anderen Spielern beim Taktik-Kampf zusehen wollen, klicken Sie "Fight kiebitzen". Mit "Spieler herausfordern" können Sie Freunde herausfordern. Oder Sie warten, bis ein Spieler Sie herausfordert. Dabei lohnt es sich, gegen schwächere Spieler zu kämpfen: Wenn Sie 13-0 gewinnen, lockt ein großer Elo-Bonus.

Taktik-Fights erfordern hohe Konzentration und sind deshalb hervorragend als Training geeignet. Das funktioniert wie das High Intensity Training (HIIT) bei Bewegungssportarten: zehn Minuten starker Anstrengung können den gleichen Trainingseffekt haben wie eine Stunde sanften Trainings.

Taktiksprint

Ist der "Taktik-Fight" das Bullet der Taktikaufgaben, dann ist der neue "Taktiksprint" das Blitzen mit mehr Bedenkzeit. Schnelligkeit ist wichtig, aber Genauigkeit zählt. Beim Taktiksprint spielen Sie gegen die Uhr und versuchen, innerhalb einer vorgegebenen möglichst viele Aufgaben zu lösen.
Am Anfang haben Sie ein Zeitpolster von vier Minuten. Dabei müssen Sie Lösungen bestätigen, das heißt, gegen eine plausible Verteidigung spielen. Für jeden korrekten Zug bekommt man einen Punkt. Am Anfang hat man drei "Leben". Jeder falsche Zug kostet ein Leben. Der Sprint endet, wenn die Zeit abgelaufen ist oder man alle drei Leben verloren hat. Gezählt wird dann die Anzahl der korrekten Züge, die man bis dahin geschafft hat.
Die Übungsaufgaben starten mit einfachen Mattstellungen und Gabeln, aber werden dann schwerer und schwerer. Doch Ihre Fortschritte werden belohnt. Und zwar mit drei Dingen, die Ihnen dabei helfen, im Spiel zu bleiben:

  • Wenn Sie 20 richtige Züge gemacht haben, dann bekommen Sie fünf Sekunden Zeitgutschrift für jeden Zug, den Sie eingeben. Das funktioniert wie der Zeitzuschlag beim Blitz.
  • Für jede 30 Punkte erhalten Sie ein Extra-"Leben".
  • Für alle 10 Punkte, die Sie erreichen, bekommen Sie eine kostenlose Hilfe. Hilfestellungen sind sehr hilfreich, wenn man die schwereren Stellungen am Ende angeht. Die Hilfestellungen zu nutzen kann eine Menge Zeit sparen und dabei helfen, bei schwierigen Stellungen eine Menge zusätzlicher Punkte zu bekommen.

Ein Klick auf "Klick startet Sprint" startet den Taktiksprint: aber Achtung, die Uhr läuft sofort! Aber raten Sie bei den Lösungen nicht, ein paar Sekunden auf der Uhr sind das Risiko nicht wert, ein Leben zu verlieren. Wenn Sie nicht weiterkommen, dann können Sie auch mehrere Hilfestellungen schnell hintereinander nutzen.

Ein typischer Sprint: man hat noch zwei Leben und fünf Hilfestellungen, die man nutzen kann.

YouTube Video Taktiksprint

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Matthias Wüllenweber, Gesellschafter und Chefprogrammierer ChessBase
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