Ullrich Krause im Amt bestätigt

von André Schulz
03.06.2019 – Am Rahmen des Meisterschaftsgipfels fand in Magdeburg auch der Kongress des Deutschen Schachbundes statt. Dort wurde das Präsidium neu gewählt. Ullrich Krause wurde für weitere zwei Jahre zum Präsidenten des Deutschen Schachbundes gewählt.

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Ullrich Krause zum Präsidenten des Deutschen Schachbundes wiedergewählt

Vor zwei Jahren wurde der Ullrich Krause zum Präsidenten des Deutschen Schachbundes gewählt. Bis dahin war er Präsident des Schachverbandes von Schleswig-Holstein. Der Lübecker löste Herbert Bastian ab und führte den "Meisterschaftsgipfel" ein, ein großes Schachfestival mit mehreren Deutschen Titelturnieren, den Masterturnieren und Rahmenturnieren. Der Event erinnert nicht zufällig an die glanzvollen Kongresse des Deutschen Schachbundes in den Jahren vor den Kriegen. Auch beim Meisterschaftsgipfel 2019, der in Magdeburg durchgeführt wurde, stand im Anschluss an die sportlichen Ereignisse ein DSB-Kongress, die Versammlung der Delegierten der Mitgliedsverbände des Schachbundes auf dem Programm, bei dem das Präsidium und die Referenten für die verschiedenen Aufgabenbereiche zur Wahl standen.

Das Präsidium und die Geschäftsführung des Deutschen Schachbundes waren in den letzten Monaten mit einer großen Baustelle beschäftigt, die mit dem Schachorganisator Dirk Jordan in Verbindung steht. Jordan hat über viele Jahre mit seinem Team für den Deutschen Schachbund auch die Deutschen Amateurmeisterschaften organisiert. Die Turniere fanden in den Häusern einer Hotelkette in verschiedenen Orten in Deutschland statt und erfreuten sich großer Beliebtheit. 

Die neue Führung des Schachbundes stolperte dann aber über finanzielle Ungereimtheiten bei der Durchführung und warf Jordan vor, mit den gastgebenden Hotels Nebenabsprachen über Provisionen getroffen zu haben, deren Erlöse nicht dem Deutschen Schachbund zugeführt wurden, sondern Vereinen, in denen Dirk Jordan zum Vorstand gehöre. Die DSB-Führung  trennte sich von ihrem Kooperationspartner und verklagte ihn auf Schadensersatz. Das Verfahren läuft noch.

Der Vorgang schlug hohe Wellen und viele deutschen Schachfreunde befürchteten, dass die beliebte Deutsche Amateurmeisterschaften nun nicht mehr durchgeführt würden. Die Geschäftsführung des DSB schaffte es aber, die Amateurmeisterschaft in gleichem Rahmen oder sogar besser organisiert fortzusetzen.

Trotzdem gab es Kritik an der Entscheidung des Deutschen Schachbundes, die Zusammenarbeit mit Dirk Jordan zu beenden. Aus dieser Kritik entwickelte sich eine Opposition gegen das Präsidium und so ist zu verstehen, dass der durchaus aktive Ullrich Krause nicht einfach im Amt bestätigt wurde, sondern dass es mit Uwe Pfenning (Präsident des Badischen Schachverbandes) einen Gegenkandidaten gab. Uwe Pfenning hatte von 2015 bis 2017 bereits das Amt des Vizepräsident des Deutschen Schachbundes inne und war für Verbandsentwicklung zuständig. Er war damals auch an den Verträgen des Deutschen Schachbundes mit Dirk Jordan beteiligt und nun mit der Entscheidung des neuen Präsidiums, die Zusammenarbeit mit Jordan zu beenden, nicht einverstanden. 

Aus dieser Gemengelage heraus gab es vor dem DSB-Kongress dann einen Wahlkampf, der mit einer gewissen Schärfe und zum Teil auch mit juristischen Werkzeugen geführt wurde, und Teile des Schachbundes beschäftige. 

Der Bundeskongress des Deutschen Schachbundes | Foto: Deutsche Schachjugend

Während die Turniere alle in der Festung Mark gespielt wurden, fand der Kongress am vergangenen Samstag aus Platzgründen im Hotel Maritim statt. Nach Durcharbeitung der Tagesordnungspunkte wurde am Ende des Tages schließlich gewählt.

Die Delegierten wählten Ullrich Krause erneut zum Präsidenten des Deutschen Schachbundes. Er erhielt 131 der 216 Stimmen. Sein Gegenkandidat Uwe Pfenning war der erste Gratulant

Uwe Pfenning gratuliert Ullrich Krause

Der bisherige Vizepräsident Sport Klaus Deventer wurde in einer Kampfabstimmung gegen Olga Birkholz ebenfalls wiedergewählt. Nachdem der zweite Wahlgang mit 99 zu 98 Stimmen für Deventer denkbar knapp ausfiel, konnte sich der Amtsinhaber im 3. Wahlgang dann erneut knapp durchsetzen.

Boris Bruhn wurde zum Vizepräsidenten Verbandsentwicklung gewählt. Zum Vizepräsidenten Finanzen wurde Hans-Jügen Weyer gewählt. Für beide Ämter gab es jeweils nur einen Bewerber.

Im Anschluss wurden die Referenten für die verschiedenen Aufgabengebiete im Schachbund gewählt. Die neuen Referenten sind:

Referent für Leistungssport: Andreas Jagodzinsky
Referent für Öffentlichkeitsarbeit: Thomas Cieslik
Bundesturnierdirektor: Gregor Johann
Referent für Frauenschach: Dan-Peter Poetke
Schiedsrichter-Obmann: Jürgen Kohlstädt
Referent für Seniorenschach: Wolfgang Block
Referent für Breitenschach: Hugo Schulz
Referentin für Ausbildung: Olga Birkholz
Referent für Wertungen: Rainer Blanquett
Referent für Datenverarbeitung: Rainer Blanquett
Bundesrechtsberater: Thomas Strobl
Referent für Inklusion: Gert Schulz

Die Delegierten des Deutschen Schachbundes erklärten schließlich Robert Hübner, Vlastimil Hort, Helmut Pfleger und Ralph Alt aufgrund ihrer Verdienste um das Schach zu Ehrenmitgliedern.

Die Deutsche Schachjugend hat am Samstag auf ihrem Twitter-Account den Kongress mit einem kleinen, aber aktuellen Live-Ticker begleitet und dort über die Ergebnisse der Wahlen berichtet.

Schachjugend auf Twitter...

Webseite des Deutschen Schachbundes...

 

 




André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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knightmare14 knightmare14 03.06.2019 11:41
Peinlich, peinlich. Ein reiner Männerverein. Nicht mal fürs Frauenschach ist eine Frau gewählt worden. Jetzt kann ich Elisabeth Pähtz umso mehr verstehen... So soll also das Frauenschach vorangebracht werden?!
RevTiberius RevTiberius 03.06.2019 05:28
Glueckwunsch an Ullrich Krause und sein Team. Man kann dem Schachbund nur wuenschen, dass jetzt ein bisschen Ruhe einkehrt, und zielorientiert Sacharbeit geleistet werden kann.
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