Die Abschaffung der Damenturniere in Spanien stößt auf Ablehnung und
Polemik
Die Spanische Schachvereinigung "Federación Española de Ajedrez"
(FEDA) hat durch Ihren Ombudsmann die offiziellen Damenturniere abschaffen zu
lassen. Ab 2002 werden alle Turniere gemischt gespielt. Das Motiv ist es, das
Spielniveau der Damen anzuheben, viele behaupten aber, es würde genau das
Gegenteil passieren, wegen des fehlenden Anreizes. Fast keine hat einen Rang,
der es ihr erlaubt, mit Herren um die Prämien zu konkurrieren. Beim Europa
Turnier der Nationen, das heute in León beginnt, gibt es je einen Wettkampf
für Herren und einen für Damen.
"Ich denke ernsthaft daran, damit aufzuhören, bei den Turnieren der
Professionals mitzuspielen und meiner Jura-Karriere den Vorrang zu geben. Mit
dieser Entscheidung der FEDA werde ich nicht mehr vom Schach leben
können", sagte gestern Yudania Hernández zu "EL PAÍS",
aktuelle Meisterin von Spanien, die ab morgen das erste Brett der europäischen
Auswahl verteidigen wird.
Hernández spiegelt eine doppelte Befürchtung wieder: "Kurz bis
mittelfristig werden viele Schachspielerinnen den Anreiz verlieren weiter zu
spielen. Und die besten von Spanien werden unsere Einkünfte dahinschmelzen
sehen. Unter anderem weil die Organisatoren daran interessiert sind, dass die
Schachmeisterin ihr Turnier mitspielt und es wird keine Schachmeisterinnen mehr
geben."
Dieser Konflikt erzeugt ein offensichtliches Problem: Seit dem Mittelalter
spielen die Frauen schlechter Schach als die Männer. "Das ist nun mal so,
auch wenn ich nicht genau weiß warum, auch wenn es klar scheint, dass da
erzieherische und soziologische Gründe mit hineinspielen. Es könnte
interessant sein, versuchsweise die weiblichen U 10 Turniere abzuschaffen, dann
die U 12, und so sugzessive alle, um die Ergebnisse auswerten zu können. Aber
alle Turniere auf einen Streich abzuschaffen, ist absurd."
Mónica Calzetta, weiblicher, spanischer Ex-Champion und Brett zwei der
Auswahl stimmt allem zu was gesagt wurde un fügt hinzu: "Im Gegensatz zu
dem, was de Ombudsmann sagt, ist die einzige Diskriminierung, die es im Schach
gibt eine Positive; die Frauen können in Turnieren gegen Männer antreten, aber
diese können nicht ein den Damenturnieren mitspielen." Trotzdem, die FEDA
argumentiert in Ihrer Erklärung, dass die aktuelle Situation endogam ist:
"Die aktuelle Dynamik wird von der Mehrheit unserer Spielerinnen als
negativ angesehen, da sie am Ende einer Saison 80 % ihrer Partien untereinander
ausgespielt haben, in verschiedenen Meisterschaften von Spanien, begründet von
der FEDA". Calzetta meinte, diese Prozentzahl erschiene ihr "etwas
übertrieben" und sie erwägt auf jeden Fall "die Teilnahme der
Spieler an nationalen und internationalen Turnieren zu intensivieren".
Die Befürchtungen von Calzetta lassen sich wie folgt zusammenfassen:
"Die FEDA sagt nichts darüber, ob sie Prämien in Bargeld für die besten
Frauen beizubehalten gedenkt, die sich in gemischten Turnieren klassifizieren.
Und sie hat auch nicht gemerkt, dass die Subventionen, die wir bisher von
unseren Bezirksverwaltungen bekamen, nun gefährdet scheinen."
Alles das und noch viel mehr drückt sich in einem Schreiben aus, bis gestern
unterzeichnet von vierzig spanischen Schachspielern, in der Mehrheit Frauen.
Darin wird unterstrichen, dass die Spielerinnen nicht befragt wurden, bevor
dieser polemische Entschluss gefasst wurde.
Leontxo Garcia
Spanische
Version in El Pais...