Unterwegs mit Aronian, Shirov & Co.

18.11.2008 – Im Sommer erschien der von Grund auf neu entwickelte Fritz für Pocket PCs, kurz Pocket Fritz 3 genannt. Zu den großen Pluspunkten der neuen Version zählt der Zugriff auf die ChessBase Online-Datenbank mit über 4 Mio. Partien und auf das große Online-Eröffnungsbuch. Ganz neu ist zudem die Möglichkeit, Fritz-Trainer in Form von Audio-Files auch unterwegs auf dem Pocket PC laufen zu lassen. So sind 12 Stunden Trainingslektionen mit Daniel King, Karsten Müller u.a. bereits im Lieferumfang von Pocket Fritz 3 enthlaten. Seit dem Erscheinen von Pocket Fritz 3 ist allerdings schon wieder eine ganze Menge passiert. Zum einen steht auf der Download-Seite ein Update für Pocket Fritz 3 bereit, das z.B. erweiterte Kommentierungsmöglichkeiten oder die Auswahl zwischen verschiedenen Eröffnungsbüchern bietet. Zugleich wartet auch das ChessBase Magazin seit der Oktober-Ausgabe mit einer Neuheit auf, die für  Pocket Fritz 3-Anwender maßgeschneidert ist: ChessBase Magazin lässt sich von nun an auch mit Pocket Fritz 3 voll benutzen. Denn auf der DVD liegen alle Fritz-Trainer nun auch fix und fertig für Pocket Fritz 3 als Audio-Files vor. Und natürlich lassen sich auch alle anderen Highlights und die beliebten Eröffnungsübersichten vom CBM komplett mit Pocket Fritz anschauen. Jens Zeh stellt Ihnen in seiner Rezension den neuen Taschengroßmeister und Trainingspartner vor. Pocket Fritz 3 im Shop kaufen. ChessBase Magazin 126 im Shop kaufen.Zur Rezension (Auszüge).

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ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

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Pocket Fritz 3 - Der Schachgroßmeister in der Hosentasche

Rezension von Jens Zeh


Der neue Pocket Fritz in voller Schönheit

Schachprogramme auf dem PocketPC haben eine lange Tradition. Auf moderner Hardware mit ihrer Spielstärke auf Großmeisterniveau angekommen, bieten sie den allermeisten Benutzern einen mehr als ebenbürtigen Gegner. Da es aber sicher niemand mag, einfach nur eine Partie nach der anderen zu verlieren, verschiebt sich das Interesse an diesen Programmen zunehmend weg von der reinen Spielstärke hin zu anderen nützlichen Programmfunktionen. So ist etwa die Möglichkeit, auf Datenbanken mit Partien zuzugreifen inzwischen Standard für alle ernstzunehmenden Programme. Doch mit den Möglichkeiten aktueller Geräte steigen auch die Erwartungen an Schachprogramme: Jenseits des Einsatzes der Rechenkraft für immer tiefere Variantenberechnungen wünschen sich viele Gelegenheits- und Mittelklassespieler nicht nur den Gegner auf adäquatem Level, sondern vor allem auch Funktionen, um die eigene Spielstärke zu verbessern.

Layout / Grafik / Figurendesign

Pocket Fritz 3 hat von seinem Vorfahren ein kleines aber feines Schmankerl geerbt: Statt einfach alle Brettfelder mit der gleichen Farbe auszustatten, bekommt jedes einzelne Feld eine eigene Maserung spendiert (wahlweise im Holz-, Marmor- oder Eisenlook). Das verstärkt das Realitätsgefühl deutlich und sieht richtig schick aus. Leider ist von den installierten Figurensätzen nur einer wirklich brauchbar (der Standarsatz „Diagramm“), und selbst bei diesem wünschte ich mir die Figuren von Pocketfritz 2 zurück, die wirkten einfach stimmiger. Auf die einfache „Lesbarkeit“ der Stellung hat das allerdings keinen Einluss, alle Figuren unterscheiden sich klar voneinander.

Der Notwendigkeit, so viel wie möglich Informationen auf dem begrenzten Raum eines Displays von 240x320 Punkten unterzubringen, begegnen die Programmierer mt einem Schwung vordefinierter Fensterlayouts.


Fensterln mit Fritz - schöne Aussichten!

Je nach Erfordernis kann per Knopfdruck zwischen bildschirmfüllendem Brett mit wenig Zusatzinformation und kleinerem Brett und mehr Platz für Engine-, Eröffnungsbuch- oder Notationsausgabe umgeschaltet werden. Auch eine reine Ansicht der Partienotation ist möglich, was die eigene Kommentierung von Parien erheblich vereinfacht.

Pocket Fritz 3 passt sich der gewählten Bildschirmausrichtung automatisch an, sowohl im Portrait- als auch im Landscapemodus ist es problemlos zu bedienen. Sehr praktisch ist, dass dieser Wechsel auch im laufenden Betrieb des Programms erfolgen kann, beim HTC Touch Diamond mit installiertem GSen reicht dazu die einfache Drehung des Geräts - so kann man die jeweiligen Vorteile der Ausrichtungen voll ausnutzen!


Im Querformat passt mehr Information auf den Screen 

Die Engine

Pocket Fritz 3 wird mit zwei vorinstallierten Engines ausgeliefert. Als Highlight, und für so manchen sicher als Kaufargument schlechthin, verrichtet das vom PC hinlänglich bekannte und extrem spielstarke Hiarcs 12.1 seine Arbeit als Motor im Schachprogramm. Zum anderen ist das allseits beliebte Crafty in der Version 22 mit an Bord, und dank seiner Schnittstelle zu den Engines kann Pocket Fritz 3 in näherer Zukunft vielleicht auch noch mit weiteren Stars der Szene zusammenarbeiten.

Folgende verschiedene Methoden bietet Pocket Fritz 3 um die Spielstärke der Engine einzustellen:

  • Zeit pro Zug: Hier kann die Rechenzeit der Engine pro Zug in Sekundenschritten vorgegeben werden.

  • Einfache Stufe: Die Rechentiefe der Engine in Halbzügen wird hier eingestellt

  • Blitz: Angabe einer Gesamtbedenkzeit pro Partie in Minuten mit evtl. Aufschlag pro Zug

  • Zeitkontrollen: Wie in echten Turnierpartien kann hier eine bestimmte Zeitvorgabe für eine bestimmte Zuganzahl gemacht werden, pro Partie sind bis zu drei Zeitkontrollen möglich.

Auch den Spielstil der eingesetzten Engines kann man nach verschieden Vorgaben ändern. Für die Hiarcs-Engine stehen dabei „Aktiv“, „Aggressiv“ und „Solide“ zur Auswahl. Darüber hinaus lässt sich das Suchverhalten der Engine mit einigen weiteren Parametern verändern (Selektivität, Abschneiden, Kombinationen, Erweiterte Suche).

Die Extras

Wie schon eingangs angedeutet wird es für meinen Geschmack hier erst so richtig interessant. Das ein vernünftig programmiertes Schachprogramm stärker spielt als ich ist mir klar. Was also bringt es dann mit, um mir zu helfen, mein Schach zu verbessern und/oder einfach ein ein wenig Spaß zu haben!? Pocket Fritz 3 hat hier so Einiges zu bieten. 

  • Die Online-Datenbank

 
Nach der Suche in der Onlinedatenbank

Eines der besten Features seines Vorgängers hat es auch wieder in die neue Version geschafft: Die Online-Datenbank. ChessBase hält auf einem Server eine sehr große Sammlung von Partien bereit (im Moment wohl um die 3 Millionen Partien, Tendenz steigend), die mit dem kleinen Pocket Fritz angezapft werden kann. Einfach in der Suchmaske die interessierenden Spielernamen, Turniere, Eröffnungsvarianten oder auch die aktuelle Brettstellung auswählen und schon stehen bis zu hundert, möglichst aktuelle (es sei denn die ausgeführte Suchanfrage verhindert das) Partien zum Nachspielen auf dem Gerät bereit. Auch gemischte Suchanfragen wie „zeige mir alle Partien von Kasparov gegen Karpov, bei denen Kasparov als Schwarzer gewann“ sind problemlos möglich.

  • Das Online-Buch


Das Online-Eröffnungsbuch

Schachprogramme errechnen sich Ihre Eröffnungsbehandlung einer Schachpartie nicht selber sonder greifen auf sogenannte Eröffnungsbücher zu. In diesen digitalen Büchern (man sollte hier wohl eher von (Such)-Bäumen sprechen) ist viel statistisches Wissen enthalten („Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Weiss mit dieser Variante gewinnt?“). Pocket Fritz macht nun dieses Wissen auch für den Benutzer zugänglich. In der Ansicht des Online-Buches lassen sich die bekannten Fortsetzungen der aktuellen Stellung erkennen, sowie die Anzahl der dafür ausgewerteten Partien (N) die Erfolgsquote (%) und die durchschnittliche ELO-Stärke der Spieler. Per Klick auf eine Variante wird diese gleich in die aktuelle Partie übernommen und das Online-Buch aktualisiert sich mit der neuen Stellung. Auch hier bietet sich wieder, auch für den Nicht-Profispieler, eine ausgezeichnete Möglichkeit, das eigene Spiel zu verbessern und Lücken in der Eröffnungsvorbereitung auszubessern.

Fazit: Beide Online-Extras sind in der Welt des PocketPC-Schachs einzigartig. Einfach immer und überall Zugriff auf zwei mächtige Datenbanken zu haben, eröffnet sicher Vielen neue Möglichkeiten der Beschäftigung mit Schach.

  • Chess-Media Unterstützung

Mit seiner Fritztrainer-Serie produziert ChessBase seit Jahren sehr erfolgreich multimediale Schachlektionen zu allen denkbaren Facetten des Schachs. Neu in Pocket Fritz 3 ist nun die Unterstützung dieses Formats in einer „abgespeckten“ Form. Während die Originale für den Desktop-PC als Videos mit synchroner Darstellung des Inhalts auf dem Brett daherkommen, bietet der PDA nun die Möglichkeit, mit Ton und entsprechender Brettdarstellung eine der geringeren Rechenleistung und Speicherausstattung der Taschencomputer angepasste Variante des Fritztrainers. Der fehlende Videoanteil ist dabei schmerzlos zu verkraften, zeigt er doch im Normalfall nur die Ansicht des gerade sprechenden Schachexperten, es geht also kein Informationsgehalt bei der nur Ton/Brettdarstellung verloren.

Auf die Installations-CD hat ChessBase richtig viel Medieninhalt gepackt: 300MB an Schachlektionen bringen insgesamt 15 Stunden (9h in Englisch, 6h auf Deutsch) kurzweilige und lehrreiche Schachkost:

  • Daniel King: Powerplay Vol 1+2

  • Helmut Pfleger: Weltklasseschach Vol 1+2

  • Andrew Martin: The basics of winning chess

Fazit: Chess-Media auf dem PocketPC ist ein weiterer starker Pluspunkt gegenüber der Konkurrenz auf dem Markt. Damit ist Schach lernen unterwegs mit Pocket Fritz das reine Vergnügen!

  • Analysemodus

Am effektivsten verbessert man das eigene Spiel durch die Analyse eigener Partien...

Das Werkzeug, das PocketFritz hierfür mitbringt, lässt sich dafür effektiv einsetzen. Der Analysemodus gibt während des Nachspielens einer Partie oder deren Eingabe Einblick in die Rechenergebnisse der Schachengine nebst deren Bewertung.

Durch Anwählen des kleinen Mikroskops in der Schnellwahlleiste versetzt man die Engine in einen Rechenmodus, der erst durch erneuten Druck auf das Symbol beendet wird. Dabei wird dei aktuell beste gefundene Zugfolge angezeigt, man kann sich also schnell ein Bild bei z.B. taktischen Verwicklungen machen. Diese Funktion bieten fast alle Schachprogramme, einzigartig bei Fritz ist der Multi-Variantenmodus. Hier werden bei Bedarf nicht nur die beste, sondern auch noch beliebig viele weitere Fortsetzungen berechnet und ausgegeben. So lassen sich z.B erzwungene Varianten sehr schnell identifizieren. Als weiteres Extra bringt ein langer Klick in das Enginefenster noch einmal ein PopUp-Menü zu Tage, mit dem sich die zu nutzende Engine einstellen lässt, die stärksten Drohungen des Gegners berechnen lassen und zur Kommentierung der Partie berechnete Varianten direkt in die Notation einfügen lassen.


Hier läuft die Engine im Multivariantenmodus

Fazit

Mit Pocket Fritz 3 ist ChessBase ein großer Schritt vorwärts für das Schach auf dem PocketPC gelungen. Eine Fülle von Funktionen macht den „Fritz in der Tasche“ nicht nur zum starken Gegenspieler, sondern auch zum echten Trainingspartner und Mentor. Für alle, die sich mit Schach ernsthafter beschäftigen (wollen), ist Pocket Fritz 3 ein absolutes Muss! 


Pocket Fritz 3 verdient sich ohne Zweifel damit unseren PocketPlayers reloaded Gold Award!

 


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Systemvoraussetzungen:

  • ab Windows Mobile 2003

  • QVGA oder VGA Bildschirm

  • Touchscreen

 

 

 

 

 

 

 

Zur Originalrezension.


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