US-Meisterschaft: alleinige Führung für Shankland

von Klaus Besenthal
28.04.2018 – Bei der US-amerikanischen Meisterschaft in St. Louis wurde heute Nacht die 9. Runde gespielt. Fabiano Caruana konnte sich dabei als Weißer gegen Hikaru Nakamura (Fotos: Lennart Ootes) aus einer misslichen Lage noch einmal befreien und sich schließlich ins Remis retten. Weil aber Samuel Shankland seine Partie gegen Yaroslav Zherebukh nach großen Anstrengungen gewinnen konnte, büßte Caruana seine Co-Tabellenführung ein - zwei Runden vor Schluss ist Shankland alleiniger Erster. Der neue Titelträger wird vermutlich im Fernduell zwischen Shankland und Caruana gekürt, die beide noch zweimal gegen Spieler antreten müssen, die am Ende der Tabelle liegen. Bei den Frauen liegt Annie Wang nach einem Remis gegen ihre direkte Verfolgerin Nazi Paikidze weiterhin mit einem vollen Punkt Vorsprung auf Platz 1.

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Samuel Shankland konnte seinem Gegner Yaroslav Zherebukh frühzeitig eine ganze Figur abknöpfen. Was dann folgte, hat wahrscheinlich jeder Schachspieler schon einmal erlebt: Der Gegner besitzt immerhin noch zwei Bauern für die verlorene Figur und resigniert nicht etwa, sondern beginnt damit, sich noch einmal richtig in die Partie reinzuknien. Plötzlich erweist sich die Gewinnführung mit der Mehrfigur als höchst problematisch. So erging es auch Shankland, der aber dennoch schließlich gewinnen konnte:

 

Zwischenzeitlich war es zum Haare raufen, doch am Ende konnte Samuel Shankland triumphieren.

Fabiano Caruana stand bei seinen jüngsten großen Turniererfolgen zwischendurch auch immer mal in einzelnen Partien schlecht, bewies dabei aber fast ebenso oft, dass er ein eiserner Verteidiger sein kann. Diese Erfahrung blieb gestern auch Hikaru Nakamura nicht erspart. Nakamura hatte sich großen Vorteil erarbeitet - bezwingen konnte er Caruana aber dennoch nicht: 

 

Auch dieser "spezielle" Blick ins Gesicht des Gegners nützte nichts: Hikaru Nakamura blieb nur ein halber Punkt.

In der Partie zwischen Varuzhan Akobian und Wesley So gab Akobian im damenlosen Mittelspiel eine Qualität, für die er einen starken Zentrumsbauern und das Läuferpaar erhielt. Den Computern gefiel das nicht - die Maschinen sprachen Wesley So einigen Vorteil zu. Realisieren konnte So dies indes nicht; am Ende hatte Akobian sich in einer Art Festung verschanzt und die Partie endete mit einem Unentschieden.

Ebenfalls remis endete die Begegnung zwischen Zviad Izoria und Alexander Onischuk. Im Endspiel büßte Onischuk zwar seinen isolierten Damenbauern ein, doch ein weit vorangekommener Freibauer am Damenflügel und vor allem sein bestens platzierter Turm halfen ihm, das Unentschieden zu erreichen. 

Aleksandr Lenderman hatte nach 20 Zügen gegen Ray Robson eine Chance, sich großen Vorteil zu sichern, doch er verpasste sie. Die beiden Spieler arbeiteten noch bis zum 71. Zug weiter, bevor auch diese Partie schließlich unentschieden endete.

Eine dreimalige Stellungwiederholung ergab sich - nach einigem Geplänkel - in der Partie Jeffery Xiong - Awonder Liang.

Partien

 

 

Tabelle

 

Frauenmeisterschaft

Im Frauenturnier steht Annie Wang mit ihrem ganzen Punkt Vorsprung zwei Runden vor Schluss kurz vor dem Titelgewinn.

Das Topduell zwischen Paikidze und Wang endete unentschieden.

Partien

 

 

Tabelle

 

 

Live Video: St. Louis Chess Center

 

 

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Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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