Viel Schach in Blankenese

von André Schulz
06.05.2026 – Im Hamburger Stadtteil Blankenese verzeichnen die Seismographen viele Schachaktivitäten. Die Schachvereinigung Blankenese kümmert sich um den Schachnachwuchs und wirbt mit Turnieren und Simultanveranstaltungen für das Schach. Am Blankenese Open um den 1. Mai nahmen 130 Spieler teil. Oleg Korneev (li. im Bild) gewann vor Aljoscha Feuerstack (re.). | Fotos: Schachvereinigung Blankenese (wenn nicht anders angegeben)

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Blankenese, ursprünglich einmal ein Fischerdorf an der Elbe ist der westlichste Stadtteil Hamburgs, hat aber eine ganz eigene Geschichte. Lange gehörte der Ort zur schauenburgischen Grafschaft Holstein-Pinneberg, bevor es zusammen mit Holstein ein Teil Dänemarks wurde. Nach dem deutsch-dänischen Krieg von 1864 wurde Holstein preußisch und 1938 wurde Blankenese zusammen mit Altona und einigen anderen Orten rund um Hamburg der Stadt Hamburg zugeschlagen. Mit vielen Villen gehört Blankenese jetzt zu den vornehmsten und auch reichsten Stadtteilen Hamburgs. Das Treppenviertel am Süllberg ist ein beliebtes Ausflugsziel nicht nur für Touristen.

In den letzten Jahren hat das Schach besonders unter der Jugend in Blankenese stark an Popilarität gewonnen - eine Folge der Aktivitäten der Schachvereinigung Blankenese von 1923. 

Der Klub, der mit seinen Aktivitäten im örtlichen Lise-Meitner-Gymnasium zu Gast ist, hat 120 Mitglieder und widmet sich besonders der Nachwuchsförderung und Jugendarbeit. Dienstags und Mittwochs kümmern sich aus ausgebildete Trainer um die jungen Schachfreunde. Mehr als die Hälfte der Mitglieder sind inzwischen Kinder und Jugendliche. Besonders begabten Kindern und Jugendlichen vermittelt der Klub sogar Training mit Großmeistern. 

Mit interessanten Turnieren und Veranstaltungen umwirbt der Klub aber nicht nur die jungen Leute. Alljährlich an einem Sonntag im Mail lädt die Schachvereinigung Blankeneser zum Schachbrettblumen– Schnellschachturnier im Botanischen Garten in Hamburg Klein-Flottbek ein. Hobbyspieler und Wiedereinsteiger sind dort willkommen.

Im November eines Jahres bietet der Klub eine Simultanveranstaltung mit einer Schachgroßmeisterin oder bekannten Spielerin ein. Zu den Gästen gehörten bisher schon WGM Marta Michna (2013), WGM Melanie Ohme (2014), WGM Elisabeth Pähtz (2015), WGM Judith Fuchs (2016), WGM Sarah Hoolt (2017) und in WIM Diana Baciu (2018). Es folgten WIM Fiona Sieber, die deutsche Meisterin Lara Schulze und WGM Dinara Wagner (2023). 2024 war erneut GM Elisabeth Pähtz zu Gast. 

Elisabeth Pähtz beim Simultan 2015 | Foto: Heiner Nielsen

Zum fünften Mal seit 2017 wurde am verlängerten Wochenende mit dem 1. Mai ein Open durchgeführt. Ein Gesamtpreisgeld von 4500 Euro (1. Preis 1500) lockte viele Spieler und auch einige Titelträger an, die an vier Tagen sieben Runden nach Schweizer System absolvierten, mit einer Einzelrunde am Donnerstag Abend und Doppelrunden an den folgenden drei Tagen.

Klaus-Jürgen Herlan (links), Vorsitzender des Hamburger Schachverbandes mit Björn Jöhnke, Vorstand SchVgg Blankenese

Björn Jöhnke im Interview mit Turnierleiter Dieter Steinwender (rechts)

Die gut 130 Schachfreunde, die sich für das Turnier angemeldet hatten, wurden nach Spielstärke in eine Meistergruppe (85 Teilnehmer) und eine Basisgruppe (unter 1800 DWZ/Elo, 46 Teilnehmer) aufgeteilt. Die Elofavoriten in der Meistergruppe waren Aljoscha Feuerstack von der Schachabteilung des FC St. Pauli, Jakob Leon Pajeken von Doppelbauer Kiel und Oleg Korneev von Werder Bremen, der einzige Großmeister im Feld. 

Am Ende belegten in der Meistergruppe sieben Spieler mit 5,5 Punkten den geteilten ersten Platz. Die besten Zweitwertung wies ganz knapp Großmeister Oleg Korneev auf. Zweiter nach Feinwertung wurde Aljoscha Feuerstack vor Malte Colpe. Michael Kotyk war mit einem halben Punkt weniger auf Platz 10 nach Feinwertung der beste Spieler des Gastgebers. 

Die Sieger der Meisterklasse: Malte Colpe (2.v.l.), Aljoscha Feuerstack und Oleg Korneev

Die Schachabteilung des FC St. Pauli nahm mit großer Zahl an Spielern teil und freute sich über gute Platzierungen und Preise | Foto: FC St. Pauli

Endstand Meistergruppe

Rg. Name Pkt.  Wtg1 
1 Korneev, Oleg 5,5 34,5
2 Feuerstack, Aljoscha 5,5 34
3 Colpe, Malte 5,5 31,5
4 Pajeken, Jakob Leon 5,5 30,5
Krallis, Christos 5,5 30,5
6 Lymar, Vladislav 5,5 29
7 Pauly, Carlo 5,5 28
8 Ertan, Can 5 30
9 Koniahli, Malek 5 29,5
10 Kotyk, Michael 5 29
11 Zieher, Hartmut 5 28
12 Parvanyan, Alfred 5 25
13 Holzwarth, Felix 5 24
14 Trisic, Aleksandar 4,5 30,5
15 Keyser, Robin 4,5 30,5
16 Helmer, Jan 4,5 28,5
17 Stoimenidis, Dimitrios 4,5 27,5
18 Khachatryan, Taron 4,5 27
19 Mandelkow, Elias 4 30,5
20 Hovhannisyan, Artur 4 29,5
21 Bundan, Edward 4 29
22 Koukas, Anastasios 4 28,5
23 Steinbrenner, Jürg 4 28
24 Keyser, Philipp 4 27,5
Kutlar, Aras 4 27,5

85 Spieler

Die Sieger der Basisklasse: Aleksander Kashevarov (3.v.l.), Kelly Liau und Gufeng Mi

Endstand Basisgruppe

1 10 Kashevarov, Aleksandr NED 1727 6 29,5
2 6 Liau, Kelly GER 1780 FC ST.Pauli 1910 eV SAbt 5,5 31
3 21 Mi, Gufeng GER 1621 Niendorfer TSV 1919 SAbt 5,5 27
4 9 Kümmerlen, Nikita GER 1741 SK Union Eimsbuettel beim ETV 5 27,5
37 Tran, Luu- Duc Thuan GER 1470 FC ST.Pauli 1910 eV SAbt 5 27,5
6 8 Fuchs, Stefan GER 1765 5 26
7 22 Polster, Martha GER 1618 SchVgg Blankenese von 1923 e.V. 5 24
8 4 Moskalenko, Michael GER 1791 Elmshorner SC von 1896 4,5 28,5
9 25 Pitzschel, Jörg GER 1601 SC Chessence 64 e. V. 4,5 28
10 7 Thomas, Andreas GER 1778 SC Diogenes e.V. 4,5 26,5
11 45 Ahrens, Levin GER 0 4,5 26
12 17 Hellebo, Theodor Mend NOR 1656 Søråshøgda Sjakklub 4,5 25,5
13 2 Kofert, Dominik GER 1824 SchVgg Blankenese von 1923 e.V. 4 27,5
14 23 Hansen, Bernhard GER 1613 SK Weisse Dame Hamburg 4 26
15 5 Perschk, Bendix GER 1782 Hamburger SK von 1830 eV 4 26
16 27 Förthmann, Jasper GER 1575 Hamburger SK von 1830 eV 4 24,5
17 18 Westerhoff, Ralf GER 1654 SV Kaponier Vechta 4 24
18 30 Koop, Michael GER 1539 Altonaer SK von 1873 e.V. 4 21
19 11 Gretzinger, Maximilian GER 1723 Hamburger SK von 1830 eV 3,5 31
20 39 Vo, Richard 1304 FC ST.Pauli 1910 eV SAbt 3,5 27,

46 Spieler

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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