Vienna Calling

18.08.2009 – Im Prinzip geht es vielen 1.e4-Spielern heute nicht viel anders als den Meisterspielern im Wien des 19.Jhs.: Sie sind auf der Suche nach einem Erfolg versprechenden System nach 1.e4 e5. Gerade für Vereinsspieler ist dieses Thema heute angesichts des immer theorielastigeren Spanisch und des unverändert remisträchtigen Russisch vielleicht aktueller denn je. Die Wiener Partie (1.e4 c5 2.Sc3) ist da ein heißer Kandidat, denn sie bietet gleich eine Reihe von Vorzügen. Zunächst einmal kennen sich Schwarzspieler in der Regel wenig auf diesem Terrain aus, in der Praxis bedeutet das einen erheblichen Vorteil. Außerdem ist die Wiener Partie ein sowohl solides als auch ambitioniertes System mit klaren Strukturen und Plänen und damit ideal für Vereinsspieler geeignet. Und nicht zuletzt ist die Theorie auch heute noch so gut überschaubar, dass sich die nötigen Grundlagen relativ schnell erlernen lassen. Genau genommen sogar in nur knapp 4 Stunden, denn so lange dauert der neue Video-Trainingskurs "The ABC of the Vienna" von IM Andrew Martin. Hier klicken und Videoausschnitt "The Basic Ideas" ansehen... Andrew Martin: "The ABC of the Vienna" im Shop kaufen... Zur Vertiefung empfohlen: Gregory Hubers "Wiener Partie"...Rezension lesen...

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Andrew Martin: The ABC of the Vienna

Rezension von Jürgen Jordan (Schach-Zeitung)

Sind Sie es vielleicht leid, eine spanische Partie zu spielen und sich wieder mal gegen den Marschall-Angriff verteidigen zu müssen oder haben Sie keine Lust ganze Variantenbäume zu lernen, nur um mit der aktuellen Theorie nach 1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 klarzukommen? Vielleicht schmeckt es ihnen auch nicht, wenn ihr Gegner mal wieder Russisch aufs Brett knallt und Sie versuchen müssen, einen Vorteil aus der Stellung zu pressen.

Dann ist möglicherweise die folgende DVD von Andrew Martin genau das Richtige für Sie. Auf dieser Scheibe bespricht der englische internationale Meister die Wiener Partie, die sich nach den Zügen 1. e4 e5 2. Sc3 ergibt. Hier verstellt der Springer nicht den f-Bauern, der somit in den nächsten Zügen nach vorne stürmen kann. Es ergeben sich mitunter Stellungen, die Ihren Gegnern nicht so geläufig sind und Sie damit die Möglichkeit haben, diese auf unbekanntem Terrain auszuspielen. Oft spielt man als Schwarzer nämlich nicht gegen 2. Sc3, das hat auch seinen Grund, da die Meinung im Raum steht, dass Schwarz hier keine großen Probleme hat und schnell ausgleichen kann. Ein Bauer steht schon auf e5 und da Weiß keinen großartigen Druck ausübt, folgt in Kürze noch d7-d5 und man hat keine Sorgen mehr als Schwarzer.

Andrew Martin versucht auf seiner DVD zu zeigen, dass Weiß durchaus Möglichkeiten besitzt auf Gewinn zu spielen. Je nachdem wie Schwarz sich aufbaut ergeben sich schnittige Angriffspartien wie im Königsgambit, in denen Weiß seinen f-Bauern nach vorne wirft und schnell attackiert, es können aber durchaus auch positionelle Kämpfe entstehen.

Martin gibt viele Hinweise, wie die entstehenden Stellungen zu behandeln sind. Was sind z.B. die Vorteile wenn Schwarz mit dem Manöver Sa5xc4 den weißen Läufer geschlagen hat und Weiß nun einen Bauern auf c4 und e4 hat? Wie kann Weiß am Damenflügel vorgehen, nachdem eine weiße Bauernstruktur mit einem Doppelbauern auf c2 und c3 entstanden ist? All dies und vieles mehr zeigt IM Martin sehr anschaulich. Er gibt auch Repertoirehinweise. So schlägt er vor, nach 1.e4 e5 2. Sc3 Sf6 mit 3.g3 fortzufahren und den Läufer nach g2 zu fianchettieren. Wie Weiß aus dieser Stellung Kapital schlagen kann wird an Hand einiger Partien erläutert.

Wer gerne mal etwas anderes gegen e5 probieren möchte, kann sich gut auf Martins DVD einlassen. Hier bekommt man das nötige Rüstzeug, um die Wiener Partie selbst einmal zu testen und damit den einen oder anderen Gegner zu überraschen. Nach Durchsicht der DVD hat man auf jeden Fall genügend Kenntnisse, um zu wissen worauf es in den Stellungen ankommt und wie man um Vorteil spielen kann. In 27 Videoclips mit einer Laufzeit von 3 h 42 Min. wird viel Wissenswertes zur Wiener Partie vermittelt. Empfehlenswert.

 



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