22.03.2017 – Französisch-Spieler glauben an ihre Eröffnung. Sie wollen nicht nur gewinnen, sie wollen beweisen, wie gut der Franzose ist. Um da mit Weiß bestehen zu können, muss man gut gerüstet sein. Wie das geht, zeigt Viktor Bologan auf seiner DVD "Fit for the French". Bologan empfiehlt 3.Sc3 und setzt konsequent auf Hauptvarianten. Markus Hochgräfe ist Französisch-Spieler und war von Bologans DVD angetan. Ein paar Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge hat er trotzdem.
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Auf dieser DVD präsentiert Ihnen Viktor Bologan sein Repertoire gegen die Französische Verteidigung. Der einzige Weg, diese Eröffnung ernsthaft zu bekämpfen, besteht in einer aggressiven Herangehensweise, und das macht man laut Bologan am besten mit 3.Sc3. Der Großmeister aus Moldawien führt diese Spielweise seit 20 Jahren in seinem Arsenal, seitdem er von Spitzentrainer Zigurds Lanka in die Geheimnisse dieses Zuges eingeweiht wurde. Auf der DVD empfiehlt er ausschließlich Hauptvarianten und zwar nur die schärfsten, z. B. Dg4 gegen in der Winawer Variante. Geamtspielzeit: über 5 Stunden.
Bologan zeigt ein Weiß-Repertoire gegen die französische Verteidigung in 22 Kapiteln. Er glaubt, dass 3.Sc3 mit Übergang in die Hauptvarianten der richtige Weg ist. Nach 3 ... Sf6 bevorzugt er 4.e5 statt der Alternative 4.Lg5. Gegen Winawer (3 ... Lb4) empfiehlt er 4.e5 nebst 5.a3 und die sehr scharfen Varianten mit Dg4. Obwohl die DVD vor allem ein Leitfaden für ein Weiß-Repertoire ist, sind für mich als Französisch-Spieler dennoch viele Kapitel von Interesse.
7: Eine sehr schöne Idee für Weiß ist 7 ... Tb8 8. a3 b5 9.Ta2!, um prophylaktisch gegen ... b4 zu spielen.
9: Mit Schwarz mag ich nach 8.Dd2 b5 9. a3 Db6 10.Se2 b4 11.axb4 Dxb4 12. c3 Db7 13.dxc5 Sxc5 14.Sed4 den Zug 14...Ld7, anstelle von 14 ... Le7. Schwarz sollte fast Ausgleich haben.
21: Das ist das wichtigste Kapitel der ganzen DVD. Für beide Seiten ist 7.Dg4 Dc7 8.Dxg7 sehr scharf und riskant und man muss die Theorie wirklich lernen.
Ich bin nicht ganz einverstanden mit der Schlussfolgerung, dass Weiß nach 12 ... d4 Vorteil hat. In dieser Variante ist Schwarz ist okay und hat in der Praxis 3,5/4 erzielt. Das bedeutet nicht, dass Schwarz besser steht (meine Engine sagt, Weiß hat Minivorteil), aber es zeigt die Gefahren, denen Weiß in der Praxis gegenüber steht. Sehen Sie als Beispiel die Partie Pacher-Petrik 2011:
Ich bin auch nicht mit Bologans Zusammenfassung nach der Alternative 11 ... Ld7 und 16 ... Sa5 einverstanden. Meines Erachtens hat Schwarz danach gutes Spiel, z.B. 17.Tb4 a6 18.g4 Se3!, siehe die kürzlich gespielte Partie Wlodarczyk-Guth, 2016:
Zusammenfassung:
Bologan bietet Weiß ein Repertoire gegen Französisch, das auf 3.Sc3 beruht. Dabei empfiehlt Bologan immer die Hauptvarianten. Um den Empfehlungen zu folgen, müssen Sie eine Menge Theorie lernen und die Zielgruppe dieser DVD sind deshalb Spieler mit einem Level von 1800 bis hin zum Großmeister.
Bologan erklärt die verschiedenen Möglichkeiten sehr genau und gibt eine schöne Zusammenfassung am Ende jedes Kapitels. Doch für mich als Französisch-Spieler gibt es zum Glück einige Verbesserungsmöglichkeiten der von Bologan vorgeschlagenen Varianten im Winawer-Franzosen mit 7.Dg4 Dc7. Insgesamt gebe ich dieser DVD eine '' 1- '.
Markus HochgräfeMarkus Hochgräfe - Jahrgang 1972, ist ein deutscher FIDE-Meister. Er ist ehemaliger Hamburger Jugendmeister und war mehrmaliger Teilnehmer an den Deutschen Jugendmeisterschaften. Im Jahr 2000 vertrat er Königsspringer Hamburg in der 1.Bundesliga. Seine aktuelle Elozahl (Stand April 2017) beträgt 2411.
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