Vladimir Akopian gewinnt in Bad Wiessee

05.11.2001 – Die 5.Offenen Internationalen Meisterschaften wurden nach Sonderwertung von Vladimir Akopian gewonnen. Ebenfalls 7,5 Punkte erreichten Alexander Shabalov, Vladimir Baklan und Michal Krassenkov. Bester Deutscher wurde Alexander Graf mit 7 Punkten auf Platz 12. Auch Roland Schmaltz (Platz 18) und Rustem Dautov (Platz 22) kamen auf 7 Punkte. Schlussbericht von Thomas Leckner...

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Vladimir Akopian neuer Meister von Bad Wiessee

5. Offene Internationale Bayerische Meisterschaft


Mit einem „vollem Haus“ von 512 Teilnehmern begann am 27. Oktober die 5. Offene Internationale Bayerische Meisterschaft im Schach. Amateure und Profis aus 32 verschiedenen Ländern waren in Bad Wiessee am Start. Die Teilnehmergrenze von 512 Spielern wurde schon etwa vier Wochen vor Turnierbeginn erreicht, so dass die Veranstalter vielen zu spät angemeldeten Interessierten die Teilnahme leider nicht mehr ermöglichen konnten. Doch auch mit der Teilnehmerbeschränkung auf 512 Spieler ist das erstmals von der Kreissparkasse Miesbach-Tegernseer gesponserte Turnier das mit Abstand größte Schachopen in Deutschland und auch eines der bedeutendsten in Europa.


Der Sieger: Vladimir Akopian

Bei herrlichem Herbstwetter und strahlendem Sonnenschein über dem Tegernsee war in der Wandelhalle des Jodschwefelbads einmal mehr für Spannung gesorgt. Schließlich waren neben dem Vorjahressieger Alexander Graf (GER, ELO: 2610) sowie dem Sieger von 1999, Alexander Shabalov (USA, ELO: 2585), insgesamt wieder 85 internationale Titelträger am Start. Allein die 32 Großmeister und zwei weiblichen Großmeisterinnen machten das Turnier auch qualitativ hochkarätiger, als je zuvor.


(re.) Akopian

Der ELO-Favorit für das Turnier war der Armenier Vladimir Akopian (ELO: 2660), der Vizeweltmeister im Schach von 1999. Nach den erwarteten Siegen in den Anfangsrunden, remisierte Akopian in Runde 5 gegen das ukrainische Supertalent Andrei Volokitin (ELO: 2566, 15 Jahre). Damit übernahmen kurzzeitig Michal Krasenkow (POL, ELO: 2592) und Eric Lobron (GER, ELO: 2524) die Spitze. Nach deren Remis in Runde 6 hatte keiner der Spitzenspieler mehr eine weiße Weste. Durch etliche Punkteteilungen in den folgenden Runden blieb es spannend bis zuletzt. Lediglich der so hervorragend gestartete Eric Lobron stürzte nach zwei aufeinander folgende Niederlagen gegen Vladimir Baklan (UKR, ELO:2590) und Alexander Graf etwas ab. Noch schlimmer erwischt hat es russischen Großmeister Mikhail Ulibin (ELO: 2580), der gegen zwei Tegernseer Spieler eine Niederlage einstecken mußte. Sowohl Edin Pezerovic (BIH, ELO: 2415) als auch Klaus Klundt (GER, ELO: 2368) konnten Ulibin besiegen.

In Runde 8 schließlich konnten sich die vier Großmeister Akopian, Baklan, Krasenkow und Shabalov vom Feld absetzen und hatten die Chance, in Runde 9 den Sieg untereinander auszumachen. Verfolgt wurden sie von einer Gruppe von insgesamt 12 Großmeistern mit nur einem halben Punkt Rückstand. Tatsächlich wurde an den Spitzenbrettern hart gekämpft. Doch auch nach mehrstündigem Spiel war nicht mehr drin, als ein Remis. Zum Glück der Führenden und etwas überraschend für die Zuschauer, einigten sich auch die Verfolger relativ bald auf die Punkteteilung. So lag am Ende wieder der eigentliche Favorit Akopian mit 7½ Punkten an der Spitze. Den zweiten Platz teilten sich Baklan und Shabalov. Michal Krasenkow, mit ebenfalls 7½ Punkten kam in der Feinwertung auf Platz 4.


v.li.: Shabalov, Akopian, Baklan


Auch bei den Damen war es spannend bis zuletzt: Beinahe das ganze Turnier über lag die junge Inderin Ramashwamy Aarthie (ELO: 2301) an der Spitze der Damenwertung.


Ramashwamy Aarthie

Doch auch Barbara Grabarska (POL, ELO: 2240) war immer vorne dabei. Erst in der letzten Runde konnte Nino Gurieli (GEO, ELO: 2343), die schon mehrmals in Bad Wiessee gewonnen hatte, die Führung übernehmen. Sie profitierte vom schnellen Remis von Grabarska gegen den Tegernseer Nachwuchsspieler und Stefan Bromberger (ELO: 2399) sowie von der Niederlage von Aarthie gegen den internationalen Meister Holger Grund (GER, ELO: 2466). Den Preis bei den Senioren gewann der Kroate Ivo Vukovic (ELO: 2260), da der eigentliche Führende Klaus Klundt den höher dotierten Preis in der Kategorie ELO<2400 vorgezogen hatte.


Ivo Vukovic (Seniorenpreis), Nino Gurieli (Damenpreis)




(li.) Volokitin

Bei den Jugendlichen U20 war der dominante Spieler freilich der 15jährige Andrei Volokitin. Er erreichte in Bad Wiessee durch seine hervorragende Leistung seine vierte Großmeisternorm und ist erhält damit den Titel „internationaler Großmeister“. Der herausragende Erfolg der jungen Ukrainers wird auch durch Platz 5 in der Gesamtwertung unterstrichen.

Da doppelte Preise in Bad Wiessee nicht möglich sind, ging der Preis für den besten Jugendlichen an den Nächstplatzierten und das war Henning Schneider (GER, ELO: 2230) vom SC Großröhrsdorf mit 6½ Punkten.

Die Rating-Preise gingen an Bryan Smith (Kategorie ELO<2400), Reinhard Jänig (Kategorie ELO<2200), Werner Frank (Kategorie ELO<2000), Marco Baldauf (Kategorie ELO<1800) und Desiderius Meier (Kategorie ELO<1600).


Bei der feierlichen Siegerehrung am Abend des 4. Novembers überreichte der Schirmherr der Veranstaltung, Landrat Norbert Kerkel, die begehrten Trophäen. Zuvor lobte er die hervorragende Organisation durch den TV Tegernsee und dankte insbesondere der Horst und Thomas Leckner für ihr aufopferndes Engagement vor und während des Turniers.
Auch Egidio Parigi von der Bank Hofmann war anwesend. Während die Schweizer Privatbank bisher immer als Hauptsponsor fungierte, war sie in diesem Jahr als Co-Sponsor tätig. Für den großartigen Preisfonds von insgesamt DM 42.000,- sorgte vor allem die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, die in diesem Jahr aus Hauptsponsor auftrat.


Dudelsackbläser bei der Abschlussfeier

Horst Leckner, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Kreissparkasse aber auch Leiter der Sparte Schach im TV Tegernsee danke in seiner Abschlussrede allen Sponsoren und Gönnern der Veranstaltung, insbesondere auch dem Kurort Bad Wiessee für die gute Zusammenarbeit. Außerdem bedankte er sich bei den vielen Helfern aus dem Verein. Das größte Lob ging jedoch an die 512 Teilnehmer des Turniers. Denn trotz der hohen Teilnehmerzahl (insgesamt wurden etwa 2.300 Partien gespielt!) kam es während des Turniers zu keinem einzigen Protestfall.

Download ausgewählte Partien...

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Thomas Leckner
5.11.2001
 

 

 

 



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