Vugar Gashimov gestorben

von André Schulz
12.01.2014 – Vugar Gashimov war einer besten Spieler seines Heimatlandes Aserbaidschan. Er gehörte aber auch zu den weltbesten Spielern überhaupt. Seine beste Platzierung in der Weltrangliste erreichte er im November 2009 als Sechster. Immer wieder wurde er jedoch durch Krankheit zurückgeworfen. In der Nacht zum 11. Januar starb er in einem Heidelberger Krankenhaus. Mehr...

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Vugar Gashimov, 24. Juli 1986 bis 11. Januar 2014

Schon im Kindesalter zeigte Vugar Gashimov (geboren 24. Juli 1986 in Baku, eigentlich Vüqar Chashimov) sein großes Schachtalent und nahm bereits im Alter von zehn Jahren an Welt- und Europameisterschaften seiner Altersklasse teil. 1996 gewann er hinter Pentala Harikrishna bei der U10-WM die Silbermedaille.

Bald wurde er Nationalspieler seines Landes und lehrte mit der aserbaidschanischen "Kindermannschaft" zusammen mit den in etwa gleichaltrigen Kollegen Teimur Radjabov und Shakhriyar Mamedyarov den Erwachsenen bei verschiedenen Mannschaftsturnieren das Fürchten. Zwischen 2002 und 2008 spielte Gashimov viermal bei Schacholympiaden für sein Land.

Nach vielen Erfolgen auf Open wurde Gashimov mehr und mehr zu Top-Turnieren eingeladen und spielte sich dort in die Weltspitze vor. 2008 gewann er den FIDE Grand Prix in Baku, 2010 das Turnier von Reggio Emilia.

Turniersieg in Reggio Emilia

Vugar Gashimov war regelmäßiger und gern gesehener Gast bei vielen großen Turnieren, belegte dort gute Plätze und war in der Lage, jeden Spieler der Welt zu schlagen.

Gashimov gewinnt gegen Carlsen beim Amberturnier

In der Bundesliga spielte Vugar Gashimov für Werder Bremen.

Seine Kollegen und Freunde schätzten Vugar Gashimovs überaus freundlichen und offenen Charakter.

Gedenkminute für Vugar Gashimov beim Turnier in Wijk aan Zee

Nach seinem Aufstieg in die Weltspitze kommentierte Vugar Gashimov regelmäßig seine besten Partien für das ChessBase Magazin.

Gashimov - Grischuk

 

 

 

Bei der Schacholympiade in Dresden gab es Gelegenheit zur persönlichen Begegnung. Dort kommentierte der aserische Großmeister spontan live bei TV ChessBase die noch laufenden Partien seiner Mannschaftskollegen.

André Schulz und Vugar Gashimov in Dresden 2008

Gashimov kommentiert

Im Laufe der Zeit musste Vugar Gashimov jedoch immer wieder gesundheitliche Rückschläge hinnehmen und war zu Auszeiten vom Turnierschach gezwungen. Die gezeigten Symptome wurden zunächst als Epilepsie fehlgedeutet. Spätere Untersuchungen zeigten einen Gehirntumor als Ursache. Nach einer Operation in einem Bonner Krankenhaus besserte sich sein Gesundheitsszustand und blieb für ein paar Jahre einigermaßen stabil. 2012 - sein letztes Turnier war das Tata Steel Turnier im Januar 2012 in Wijk aan Zee, danach spielte er noch eine Partie in der Bundesliga - erlitt Vugar Gashimov jedoch einen Rückschlag und musste eine weitere Turnierpause einlegen. Es gab eine Reihe von Behandlungsversuchen, die jedoch nicht zum gewünschten Erfolg führten. In dieser schwierigen Zeit wurde er von seinem in Köln lebenden Bruder Sarkhan betreut, der zuvor auch als Manager für ihn tätig war.

Vugar und Sarkhan Gashimov in Mainz

In der Nacht vom 10. auf den 11. Januar verstarb Vugar Gashimov in einem Heidelberger Krankenhaus. Vugar Gashimov wurde nur 27 Jahre alt. Die Schachwelt hat einen großen Spieler und eine große Persönlichkeit, wir von ChessBase haben einen guten Freund verloren.



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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