Wahlanfechtung erfolgreich: Olga Birkholz ist neue Vizepräsidentin Sport

von André Schulz
01.07.2019 – Beim letzen Kongress des Deutschen Schachbundes war die Wahl zum Vizepräsidenten Sport zwischen Klaus Deventer und Olga Birkholz besonders knapp. Klaus Deventer gewann im dritten Wahlgang, doch im zweiten Wahlgang gab es eine Unregelmäßigkeit. Olga Birkholz war nun mit ihrem Einspruch erfolgreich. | Foto: Frank Hoppe (Schachbund)

ChessBase 15 - Megapaket ChessBase 15 - Megapaket

Kombinieren Sie richtig! ChessBase 15 Programm + neue Mega Database 2019 mit 7,4 Mio. Partien und über 70.000 Meisteranalysen. Dazu ChessBase Magazin (DVD + Heft) und CB Premium Mitgliedschaft für ein Jahr!

Mehr...

Im Rahmen des vergangenen ersten "Meisterschaftsgipfels" in Magdeburg wurde auch der Wahlkongress des Deutschen Schachbundes durchgeführt. In einer Kampfabstimmung setzte sich der Amtsinhaber Ullrich Krause bei der Wahl zum Präsidenten des DSB gegen Uwe Pfenning durch. 

Besonders knapp fiel die Wahl zum Vizepräsidenten Sport aus. Hier stellte sich Klaus Deventer zur Wiederwahl, hatte aber mit Olga Birkholz eine Gegenkandidatin. Deventer gewann den ersten Wahlgang (99:98) blieb aber ohne absolute Mehrheit. Den zweiten Wahlgang gewann Olga Birkholz mit 112:104, doch es gab eine Stimme mehr in der Wahlurne als es Delegierte im Kongress gab. Der Wahlgang wurde deshalb für ungültig erklärt. Den 3. Wahlgang entschied Klaus Deventer für sich. Er wurde zum Wahlsieger erklärt.

Olga Birkholz erhob Einspruch gegen das Wahlergebnis und argumentierte, dass sie den 2. Wahlgang auch ohne die zuviel gezählte Stimme gewonnen hätte. Das Schiedsgericht des Deutschen Schachbundes entschied nun in ihrem Sinne und erklärte Olga Birkholz zur Wahlsiegerin. Olga Birkholz ist damit zur Vizepräsidentin Sport gewählt worden.

Olga Birkholz | Foto: Klaus Steffan


Pressemitteilung des Deutschen Schachbundes

Wahlanfechtung durch Olga Birkholz erfolgreich

Olga Birkholz hatte unmittelbar nach dem Kongress die Wahl zum Vizepräsidenten Sport angefochten. Das Schiedsgericht hat dieser Anfechtung heute stattgegeben und festgestellt, dass sie auf dem Bundeskongress vom 01.06.2019 in Magdeburg zur Vizepräsidentin Sport gewählt worden ist.

Wir bedanken uns bei Klaus Deventer für seinen jahrzehntelangen Einsatz für den Deutschen Schachbund in unterschiedlichsten Funktionen und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.

Ullrich Krause

Präsident des Deutschen Schachbundes

Olga Birkholz, 1961 geboren, ist Frauen-FIDE-Meisterin und spielt für Bindlach und Augsburg (Frauenbundesliga). Sie war zuvor schon (seit 2017) als Referentin für Ausbildung im Schachbund tätig. 2018 wurde sie Olga Birkholz ist Senioren-Vizeeuropameisterin der Frauen.

Meldung beim Deutschen Schachbund...




André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren

RevTiberius RevTiberius 04.07.2019 12:29
Unstimmigkeiten koennen immer mal wieder vorkommen. Das ist zwar aergerlich und sieht sehr unprofessionell aus, kann aber passieren.
Das eigentliche Problem hier ist der Wahlleiter, der eigentlich wissen sollte, wie man mit einer solchen Situation (mehr abgegebene Stimmen als wahlberechtigte anwesende Deligierte) umzugehen hat.
Wolltemalwassagen Wolltemalwassagen 03.07.2019 10:39
Und was wäre, wenn das Schiedsgericht geprüft hat, wie diese Unregelmäßigkeit zu Stande gekommen ist? Wäre zumindest vorstellbar.
Wenn man es während der Wahl nicht gemerkt hätte, dass einer statt einer Stimme zwei Stimmen abgegeben hat, wäre ja wohl kein dritter Wahlgang eingeläutet worden.
DoktorM DoktorM 03.07.2019 07:21
In Ihrem Beispiel mit 1001 Wahlberechtigten können z.B. 100 ihre Stimme nicht abgeben. Dafür gibt dann eine Person (!) 101 Stimmen ab. Wollen Sie, dass eine solche Wahl für gültig erklärt wird? Nur weil insgesamt eine Stimme zu viel abgegeben worden ist, weiß man noch lange nicht, dass nur einer doppelt gestimmt hat. Es ist auch kein Auszählungsfehler. Mindestens einer hat mindestens zwei Stimmen abgegeben. Und niemand hat es während der Wahl gemerkt.
Smartie1999 Smartie1999 02.07.2019 11:28
Das ist doch kompletter Unfug, dass die Wahl wiederholt werden sollte. Warum auch? Eine Stimme ist zuviel abgegeben worden, da die Auszählung war aber viel höher zu Gunsten einer Partei, also zählt das Ergebnis. Dies ist höchstrichterlich bereits entschieden worden....Als triviales Beispiel 1000: 1 für eine Partei, aber 1002 Stimmen sind abgegeben worden....na klar, da muss die Wahl wiederholt werden!! :-) Achtung Ironie!
Lt Marseille Lt Marseille 02.07.2019 08:15
Hi, Leute,

eigentlich wollte ich diese Sache nicht hoch hängen, sondern mit Humor betrachten. Aber DoktorM hat Recht: Das geht so nicht. Wir verlieren - und wir, das ist der DSB mit allen seinen Unterverbänden - absolut unsere Glaubwürdigkeit. Vor dem Schachvolk in Zeiten unklarer Mitgliedergewinnung ein NoGo.
Darum fodere ich, und das wird bald auch auf offiziellen Kanälen geschehen:

- Die komplette Wahl muss wiederholt werden.
- Die bisher Verantwortlichenh haben umgehend zurück zu treten.

Mit etwas weniger Humor: Lothar Karwatt
DoktorM DoktorM 02.07.2019 06:50
Wenn es eine abgegebene Stimme zu viel gibt, muss der Wahldurchgang für ungültig erklärt werden. Denn damit ist bewiesen, dass eine doppelte Stimmabgabe möglich ist. Vielleicht ist nicht nur eine, vielleicht sind auch mehrere Stimmen doppelt abgegeben worden. Schließlich muss man seine Stimme nicht abgeben. Und wenn beispielsweise 5 Personen ihre Stimme nicht abgeben, kann man für sie andere Stimmen doppelt abgeben. Nur sollte man es nicht übertreiben und sich auch nicht verzählen. Gibt es eigentlich auch seriöse Sportverbände? Mir fällt spontan keiner ein.
RevTiberius RevTiberius 01.07.2019 07:05
In der Tat sehr unprofessionell. Soetwas sollte eigentlich nicht passieren.
Lt Marseille Lt Marseille 01.07.2019 06:19
Gerade
Ja, mei: Sind wir hier

a) bei der FIDE?

b) beim Boxen

So'was ist eine absolute Slapstick - Nummer und wirft kein gutes Licht auf den DSB - (Kongress).

Kleiner Tipp für alle Beteiligten: Kauft im Vorfeld g e n u g Delegiertenstimmen, dann wird es nicht so knapp. (Kleine, böse Ironie). Nichts für ungut, aber das ist echt peinlich!

MfG


Lothar Karwatt

P.S.: Ich habe keine Ahnung, wie gut die Kandidaten Schach spielen. Eine Armaggedon - Partie wäre auch nett.

L.K.
1
1